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Akademische Orchestervereine
Laienorchestervereinigungen von Akademikern und Studenten. Innerhalb der Univ.en wurden Vereinigungen zum Orchesterspiel auf freiwilliger Basis, sog. Collegia musica schon im 18. Jh. gegründet (1702 in Leipzig/D). In Österreich lässt sich diese Tradition, im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz, nicht verfolgen, obwohl es seit den Zeiten G. van Swietens lebhafte Wechselwirkungen zwischen akademischem Wirken und musikalischen Betätigungen in Wien gab. Erst zu Beginn des 20. Jh.s nahmen die Orchestervereine in Zusammenhang mit den Anfängen der neuen musikalischen Laienbewegung einen Aufschwung. Die Orchestervereine standen zumeist unter Leitung eines Kapellmeisters.

Der Akademische Orchesterverein (AOV) Wien wurde 1904 von Eugen Macher (1881–1953) als Amateurorchester gegründet. Von Anfang an widmete er sich der Pflege ernster, künstlerisch hochwertiger Orchestermusik und stand in enger Verbindung mit der Univ. Erster öffentlicher Auftritt am 16.3.1905, am 26.11.1905 erstes Konzert im kleinen Saal des Wiener Musikvereins mit Werken von J. Haydn, Edvard Grieg und Edward Elgar. 1906 zählte das Orchester 50 Mitglieder, eine häufige Zusammenarbeit erfolgte mit dem Wiener Akademischen Gesangverein. 1971–85 übertrug der ORF im Radio regelmäßig Konzerte des AOV. 1994 umfasste das Orchester ca. 70 Musiker, 2004 zählt es zu den traditionsreichsten und leistungsstärksten Orchestervereinen Österreichs. Regelmäßige Auftritte finden u. a. im Wiener Musikverein, in der Hofburgkapelle und in der Kirche St. Michael (Wien XIX, Heiligenstadt) statt. Als künstlerische Leiter des AOV fungierten E. Macher (1904/05), Franz Pawlikowsky (1905–27), Hermann Zechner (1927–29), F. Grossmann (1927–39), Milo v. Wawak (1939–42), L. E. Emmer (1943–55), K. R. Marz (1956), H. Swarowsky (1956/57) und W. Gabriel (seit 1957). Unter den weiteren Dirigenten ragen u. a. R. Strauss (dirigierte 1921 sein Hornkonzert,), K. Böhm, K. Österreicher, V. Keldorfer und K. Etti heraus, Mitglieder des AOV waren auch Z. Mehta und E. Werba.

Derzeit (2005) gibt es in Österreich neben dem AOV folgende akademische Orchestervereinigungen: Akademisches Symphonieorchester Wien (Wirtschaftsuniv. Wien), Grazer Univ.sorchester, Orchester der Anton Bruckner-Privatuniv. Linz, Orchester der TU-Wien, Akademische Bläserphilharmonie Wien, Wiener Akademische Philharmonie und Orchester der Montanuniv. Leoben.


Literatur
MGG 1 (1949–51); 50 Jahre AOV Wien 1904–1954, 1954; G. Wildhaber et al. (Hg.), [Fs.] 90 Jahre AOV Wien 1904–1994, 1994; G. Wildhaber, Die Gesch. d. AOV.s in Wien von 1904–1994, Dipl.arb. Wien 1994; www.musica.at/AOV-Wien (6/2004); eigene Recherchen.

Autor(en)
Andrea Harrandt
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt/Christian Fastl, Art. „Akademische Orchestervereine‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]