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Alpensänger
Seit dem letzten Drittel des 18. Jh.s gab es reisende Volksmusikanten, die mit ihrem Singen, Tanzen und Spielen eine romantisierte Dorfkultur propagierten. Die Beliebtheit ihrer Darbietungen lässt sich an den zahllosen Bearbeitungen (auch in Opern und Singspielen: z. B. Der Tyroler Wastl von 1796, T: E. Schikaneder, M: J. Haibel) ablesen. Sie steht in direktem Zusammenhang mit einer allgemeinen Alpenschwärmerei und -mode (Mode à la tyrolienne). Auch L. v. Beethoven bearbeitete Tyroler Arien für Klavier, Violine und Violoncello (1816, WoO 158, darunter das berühmte Wann i in der Früh aufsteh). Tirolerlieder für Haus, Salon und Konzertsaal fanden v. a. in Wien Anklang. Sehr oft wurden sie von Nicht-Tirolern verfasst. So gehörte zu den verbreitetsten Liedern Die Tiroler sand often so lustig, so froh von E. Schikaneder (1795). Seit dem Biedermeier gaben A. aus Tirol, Kärnten und der Steiermark verstärkt Konzerte in Europa und Nordamerika. Sog. „singing families“ wie die Zillertaler Ur-Rainer (in Amerika auch als Tyrolese Minstrels bekannt) oder die Familie Strasser traten – sehr oft im Theater als Zwischenaktseinlage – vor einem begeisterten Publikum auf, zu dem auch Kaiser und Könige gehörten. Von den steirischen A.n wurde v. a. die Steyrische National-Sänger-Gesellschaft unter Carl Fischer bekannt. Die Lieder der A., die mitunter auch von Harfe, Violine oder Zither begleitet wurden, wurden sehr oft gedruckt. Sie sind durchaus im Zusammenhang mit einer Nationalromantik zu sehen, in Amerika stillten sie auch die Sehnsucht von Auswanderern nach ihrer Heimat.
Werke
Literatur
Lit.: C. Fischer, Steyrische Alpengesänge, 2 H.e 1829; F. Schultz, Vier steyrische Alpenlieder [o. J.], weitere Ausgaben siehe Salmen und Klier; A. Kollitsch 1935; K. M. Klier im JbÖVw 5 (1956); W. Salmen in M. Schneider (Hg.), [Fs.] K. Horak 1980.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Alpensänger‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]