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Annenfest
Volkstümliche Feiern am Tag der Hl. Anna (26.7.). Die Verehrung der Hl. Anna, Mutter Mariens, fand schon früh ihren Ausdruck im Andachts- und Wallfahrtslied (z. B. S. Anna Rueff, 1602). Der Annentag, bis in die spät-maria-theresianische Zeit offizieller Feiertag, wurde besonders im 18. und 19. Jh. mit großen Kirtagsfesten begangen. Musikanten waren bereits am Vorabend („mit Guitarren“ 1841, „mit Blech- und Holzinstrumenten“ 1891) unterwegs, um die „Annerln“, „Ninas“, „Nanis“ und „Netterln“ (gegen Trinkgeld) „anzustrudeln“ bzw. hochleben zu lassen (Ansingen). Attraktionen neben diesen Serenaden waren die sog. „Annenfächer“, die prachtvollen Stuwerschen Feuerwerke im Prater (1776–99), (musikalisch begleitete) Tierhetzen (bis 1796) und Schönheitskonkurrenzen (v. a. am Kahlenberg). Ende des 19. Jh.s konkurrierten Wiener Etablissements mit ihren Annenfesten und -bällen. Dabei wurde nicht nur auf das musikalische Angebot (Volkssänger, Schrammelquartette, Hofmusikkapellen, Militär- bzw. Musikkapellen, Salon-Kapellen), sondern auch auf prachtvolle „Decorirung“ und „feenhafte“, „bengalische“ Beleuchtung der „Restaurations-Gärten“ gesetzt. Widmungswerke (Lokalpossen, Singspiele, Theaterstücke, Gelegenheitsdichtungen, Kompositionen) entstanden: J. Strauß Vater (Annenpolka op. 137), J. Strauß Sohn (Annenpolka op. 8, Annikaquadrille op. 53, Annika, Polka Mazur op. 415), Ph. Fahrbach (Annenhuldigung op. 132), Jos. Dubez (Annaperle) und C. M. Ziehrer (Liebännchen op. 178).
Literatur
N. Beuttner, Catholisch Gesang-Buch 1602 (Faks. 1968), 69f.; Illustrirtes Wiener Extrablatt 26.7.1881, 25.7.1885, 25.7.1886, 24.7.1887, 26.7.1888, 25.7.1891, 26.7.1895, 26.7.1900; G. Gugitz in Blümml/Gugitz 1922; Czeike 1 (1992).

Autor(en)
Gertraud Pressler
Empfohlene Zitierweise
Gertraud Pressler, Art. „Annenfest‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/05/2001]