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Aosta-Handschrift
Papierhandschrift (Biblioteca del Seminario Maggiore zu Aosta, 15 [I-AO]), die unter dem Sigel Ao zu den wichtigsten Quellen der polyphonen Musik des 15. Jh.s gehört. Enthält keine ausgesprochen weltlichen Kompositionen und besteht aus vier Teilen: der erste wurde ca. 1428–32 möglicherweise in Bologna kopiert, der zweite und dritte zw. 1435/42 vermutlich im Raum Basel-Straßburg, u. zw. für Herzog Friedrich IV. von Tirol, während der vierte etwa zur gleichen Zeit wahrscheinlich am Hof Friedrichs III. entstand und Repertoire der königlichen Kapelle enthalten dürfte. Somit ist es die früheste Handschrift, die unmittelbar mit – noch dazu zwei verschiedenen – habsburgischen Kapellen in Beziehung gebracht werden kann. Im Vordergrund stehen Gilles Binchois, J. Brassart, J. de Sarto, Guillaume Dufay, John Dunstaple (s. Tbsp.), Leonel Power, Johannes Benet, Estienne Grossin und Nicolas Merques, also neben franko-flämischen auch englische Kompositionen, von denen viele auch in den Trienter Codices wiederkehren.
Literatur
NGroveD 1 (2001); Strohm 1993; M. Cobin, The Aosta manuscript, Diss. New York 1978; P. Wright in N. Pirrotta/D. Curti (Hg.), I Codici Musicali Trentini a centro anni dalla loro riscoperta 1986; T. Sasaki in Acta mus. 64 (1992).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Aosta-Handschrift‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/11/2001]