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Assmayr Assmayr true (Aßmayr, Aßmayer), Ignaz
* 1790-02-1111.2.1790 Salzburg, † 1862-08-3131.8.1862 Wien. Organist, Kapellmeister, Komponist. Der Sohn eines Osttiroler Schneiders erhielt seine erste Ausbildung durch den Salzburger Hofkapellsänger Th. Gerl (Gesang) und die Organisten Johann Heß, A. Paris und Johann Ev. Widmann (Klavier und Orgel). Vermutlich ab 1800 unterrichtete ihn A. Brunnmayer (Orgel, Generalbass, Komposition), den er in der Folge als Organist an St. Sebastian und am Dom vertrat. 1808–15 Organist an St. Peter, danach übersiedelte er nach Wien, wo er neben Fr. Schubert, mit dem ihn eine Freundschaft verband, Schüler von A. Salieri wurde. J. Eybler war sein Förderer und fungierte 1827 auch als sein Trauzeuge. Etwa drei Jahre lang als Musiklehrer an einer Privatschule tätig (wo er vermutlich auch Karl, den Neffen L. v. Beethovens, unterrichtete), parallel dazu und danach als Klavierlehrer. Ab 1823 Mitglied der Wiener Hofmusikkapelle (bis 1843 Klavier- und Generalbasslehrer der Hofkapellknaben [Sängerknaben]), 1825 zweiter Organist (neben S. Sechter), 1838 unbesoldeter zweiter Vizehofkapellmeister, 1846 nach dem Tod J. Weigls zunächst definitiver Vizekapellmeister, im selben Jahr nach dem Tod J. Eyblers dessen Nachfolger als Hofkapellmeister. Zudem war A. als Nachfolger J. Eyblers 1824–46 Regens chori der Schottenkirche. Ab 1827 Mitglied der Wiener Tonkünstler-Societät (ab 1828 mit Unterbrechung Akademie-Inspektor, 1862 erster gewählter Vorstand), wobei er 1828–55 an den Vereinskonzerten als Cembalist oder Dirigent beteiligt war. 1845 übernahm er nach dem Tod des Hofmusikgrafen T. Amadé erstmals unentgeltlich auch diese Agenden, die ihm erneut nach dem Tod des letzten Hofmusikgrafen Leopold Podstatzky-Liechtenstein 1848 zufielen. Ab 1851 Präsident der neu gegründeten Akademie der Tonkunst, ab 1856 Gründungsmitglied und Präsident des Vereines zur Versorgung dürftiger Tonkünstler. Als Komponist, der ab 1824 v. a. Kirchenmusik schrieb, blieb A. zeit seines Lebens dem Stil M. Haydns verbunden, was ab den 1850er Jahren vermehrt auf Kritik stieß. Seine jüngste Tochter Anna Leopoldina Eva (* 15.11.1839 Wien, † 29.9.1907 Wien) arbeitete als Klavierlehrerin, ihr bedeutendster Schüler war K. Prohaska. Sie ist Widmungsträgerin von A.s letzter Komposition, der Elegie für Violine und Klavier, op. 70.
Gedenkstätten
A.gasse (Wien XII); Gedenktafel am Geburtshaus Müllner-Hauptstraße 29 (Salzburg, s. Abb.).
Ehrungen
Ehrenmitglied des Prager Vereins der Kunstfreunde der Kirchenmusik 1844; Ehrenmitglied des Wiener Chorregenten-Vereins 1844; Herzoglich Parma’sche Goldmedaille für Kunst und Wissenschaft 1847; Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1862; Ehrenmitglied des Dom-Musik-Vereines und Mozarteums zu Salzburg und der Gesellschaft der Musikfreunde; Ehrenmedaille der GdM und des Mozarteums; gem. m. A. Hüttenbrenner Widmungsträger von F. Schuberts sog. Trauerwalzer D 365, Nr. 2.
Werke
über 200 Werke, darunter 2 Opern (verschollen), 26 Messen, 2 Requien, 4 Oratorien (Die Sündfluth, Das Gelübde, Saul und David, Saul’s Tod); 2 Symphonien; Kammermusik (u. a. 3 Streichquartette); Klavier- und Orgelwerke; Lieder; Männerquartette; Chöre.
Literatur
S. Antonicek, I. A., Diss. Wien 2001; MGG 1 (1999); S. Antonicek in [Kat.] Musica Imperialis 1998; Czeike 1 (1992); Wurzbach 1 (1856); C. Pete, Gesch. der Wiener Tonkünstler-Societät, Diss. Wien 1996; http://de.wikipedia.org (6/2014); eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Assmayr (Aßmayr, Aßmayer), Ignaz‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/06/2014]