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Bibl, Bibl, Andreas: Familie
Andreas: * 1797-04-099.4.1797 Josefstadt (Wien VIII), † 1878-04-3030.4.1878 Wien. Organist, Komponist. Sohn des Friseurs und späteren Gerichtsdieners Leopold Bibel und der Franziska, geb. Reiter. Erhielt von einem unbekannten Lehrer Violin- und Gesangsunterricht. Ab 1808 war er Sängerknabe an St. Stephan unter J. G. Albrechtsberger und J. Preindl. Letztgenannter erkannte sein Talent und erteilte ihm Orgelunterricht, sodass er bereits mit 14 Jahren vertretungsweise Orgeldienste am Dom übernehmen konnte. 1816–18 Organist an der Pfarrkirche St. Leopold (Wien II), ab 1817 durch Vermittlung Preindls, der A. inzwischen auch Generalbass- und Kompositionsunterricht gegeben hatte, an St. Stephan (zunächst Adjunkt, ab 1818 Domorganist) und St. Peter. Heiratete am 20.5.1823 Theresia Johanna Lechle. 1836 unterzeichnete er neben anderen Musikern eine Art Empfehlung für die von L. Mälzel erfundenen Geräte Fingerschneller und Fingerspanner für Pianisten. 1852 wurde er wirkliches Mitglied der Akademie der Tonkunst. 1853 zog er seine Bewerbung als Wiener Domkapellmeister aus unbekannten Gründen zurück. Seine Werke, v. a. die Messen, wurden ob ihrer leichten Ausführbarkeit bei gleichzeitiger musikalischer Qualität geschätzt. Das kompositorische Schaffen zeichnet sich durch Beherrschung des Kontrapunkts und damit eines laut damaliger Auffassung der Kirche angemessenen Stils aus. A. B., der zu den bedeutendsten Organisten Wiens zählte, wirkte zudem als Orgelsachverständiger und Lehrer (J. E. Hummel war u. a. sein Schüler). Ihm wurden u. a. von S. Sechter, L. Rotter und Ferd. Schubert Werke gewidmet; A. B. versah einige seiner Kompositionen ebenso mit Widmungen und war mit Fr. Schubert befreundet.
Gedenkstätten
ehrenhalber gewidmetes Grab am Wr. Zentralfriedhof.
Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1872.
Werke
Orgelwerke (Fugen, Präludien, Versetten), Messen, Requien, kleinere Kirchenmusikwerke (Offertorien, Gradualien, Motetten).
Literatur
Wurzbach 1 (1856); Weissenbäck 1937; M. Ebenbauer, Die Dommusikkapelle St. Stephan im Wien des 19. Jh.s, Dipl.arb. Wien 2002; Wr. Ztg. 31.3.1830, 385, 30.10.1830, 1234, 3.6.1831, 707, 16.6.1831, 774, 21.3.1832, 270, 3.3.1834, 206, 16.6.1837, 792; Allgemeine Theaterztg. 14.12.1836, 1002; Allgemeiner Musikalischer Anzeiger 22.10.1840, 171f; Allgemeine Wr. Musik-Ztg. 20.3.1841, 137, 9.4.1842, 180, 22.5.1847, 245; Neue Wr. Musik-Ztg. 22.7.1852, 132; Wr. Zeitungshalle 4.6.1858, 2; Fremden-Bl. 25.6.1872, 3; Oesterr. Frauen-Ztg. 16.9.1900, 7; Taufbuch der Pfarre Maria Treu (Wien VIII) 1795–1802, fol. 118; Trauungsbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1817–26, fol. 125; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1869–82, fol. 242; DAW (Stadtpfarren Wien I St. Stephan, K. 13/1, Nro. 1666/1853); Domarchiv Wien [A-Wd] (Catalog sämtlicher Musicalien […] 1837, Handschriftenslg.); www.geschichtewiki.wien.gv.at (12/2022); eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).


Seine Söhne

Leopold Rudolph: get. 17.4.1825 Wieden (Wien IV), † 16.4.1856 Wien. Organist, Komponist. Schüler von S. Sechter. War Domorganist-Adjunkt an St. Stephan (Wien I). Zumindest 1855 wirkte er an Konzerten von A. Hörbiger mit, auch Lieder von ihm wurden bei diesen sowie einer Soiree im Salon der Klavierbauerfamilie Seuffert aufgeführt. Zeitgenossinnen und Zeitgenossen bezeichneten ihn als geschickten Organisten und talentierten, originellen Komponisten, dessen v. a. von L. v. Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und R. Schumann beeinflusste Werke kaum zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden. 1906 wurde sein Tantum ergo wiederholt in der Pfarrkirche St. Johann Evangelist (Wien X) aufgeführt.


Werke
Messen, Oratorien, Tantum ergo, Mazurkas, Lieder, Ouverture in Es, Klavierwerke (Presto zu 4 Händen, Nocturne).
Literatur
Fremden-Bl. 25.3.1855, 8, 13.4.1855, 8; Morgen-Post 29.3.1855, 2, 17.4.1855, 3; Die Presse 14.10.1855, 4; NZfM 10.6.1853, 266, 11.4.1856, 172; Bll. f. Musik, Theater und Kunst 18.4.1856, 127; Grazer Tagespost 24.4.1856, 1; Oesterr. Zuschauer 26.4.1856, 540f; Süddt. Musik-Ztg. 31.8.1868, 138; Signale f. die musikalische Welt 48/1869, 754; Das Vaterland 5.1.1906, 4, 6.10.1906, 3; Neues Wr. Journal 14.4.1906, 10; Taufbuch der Pfarre Wieden 1821–25, fol. 327; Sterbebuch der Pfarre St. Ulrich (Wien VII) 1856–58, Nr. 274; eigene Recherchen (search.onb.ac.at [4/2022]).


Rudolf (I; Rudolph Lambert): * 6.1.1832 Wien, † 2.8.1902 Wien. Organist, Komponist, Kapellmeister. Ausbildung durch seinen Vater (Klavier, Orgel) sowie S. Sechter (Kontrapunkt, Harmonielehre, Komposition) und im Verein zur Beförderung echter Kirchenmusik bei St. Anna (Violine, Cello). Ab 1850 Organist an St. Peter, 1859–75 an St. Stephan sowie 1860–75 wiederholt bei Konzerten im Wiener Musikverein unter der Leitung von J. Herbeck und J. Brahms. Ab 1863 zudem in Diensten der Hofmusikkapelle: Zunächst ab 1863 Exspektant auf eine Hoforganistenstelle und 1875–1901 Hoforganist, war B. zudem 1863–1901 Klavierlehrer der Hofsängerknaben, bei diesen auch 2. Singlehrer (zu seinen Schülern zählte u. a. L. Welleba) und Vizearchivar, 1897–1901 weiters Titular-Hofkapellmeister; seine Ambitionen auf eine „echte“ Stelle als Vize-Hofkapellmeister bzw. Hofkapellmeister wurden stets abgewiesen. Am 20.8.1866 heiratete er Wilhelmine Stöber (* 26.4.1848 Laimgrube [Wien VI], † 5.12.1917 Wien), Tochter des Kupferstechers und Professors an der Akad. der bildenden Künste Joseph Stöber (1768–1852). 1878 schenkte er St. Stephan einige Kompositionen seines Vaters. 1871 blieb er einem Auswahlspiel an der Piaristenkirche (Wien VIII) zwischen ihm und A. Bruckner aus unbekannten Gründen fern. Ab 1885 Leiter der Orgelschule sowie Harmonielehre- und Orgellehrer an der Musikschule Horak. Ab 1891 unterrichtete R. B. zusätzlich an der Lehrerbildungsanstalt (Wien III, Ungargasse 71) Komposition, Klavier, Harmonium und Oboe. Wenige Wochen vor seinem Tod dürfte er offiziell zum Wiener Domkapellmeister (Nachfolge G. v. Preyers) ernannt worden sein; ob er dieses Amt krankheitsbedingt auch ausübte, ließ sich bislang (2023) nicht zweifelsfrei feststellen. Er galt als Persönlichkeit des Wiener Musiklebens, als hervorragender Organist und Improvisator sowie Virtuose des Harmoniums. Zudem beteiligte er sich auch außerhalb Wiens an einigen Orgel-Kollaudierungen. Durch Hinwendung zum klassischen Kontrapunkt sind seine Werke von einer traditionellen Kompositionsweise geprägt, wobei R.s Personalstil im letzten Drittel seines Schaffens zu einer hochromantischen Tonsprache tendierte. Seine Kirchenmusik wurde hauptsächlich in Wien, u. a. in der Hofburgkapelle (Wien I), an St. Stephan, St. Ulrich (Wien VII) sowie an der Minoriten- (Wien I), Votiv- (Wien IX) und Altlerchenfelder Kirche (Wien VII) und der Kirche Am Hof (Wien I) rezipiert. Kaiser Franz Joseph I. kaufte 100 Exemplare von R.s im Andenken an Kaiserin Elisabeth komponiertem Requiem an.


Gedenkstätten
B.gasse (Wien XXIII); ehrenhalber gewidmetes Grab am Wr. Zentralfriedhof.
Ehrungen
Ritterkreuz des königlichen spanischen Ordens Isabellas der Katholischen 1880; Ritterkreuz des päpstlichen Gregorius-Ordens 1895; Doppelgroße Salvatormedaille der Stadt Wien 1900; Jubiläums-Hof-Medaille 1898; Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens 1901; Sächsisch-Coburg-Gothaische Verdienstmedaille f. Kunst und Wissenschaft 1880; weitere ausländische Ordensdekorationen.
Werke
zahlreiche Orgelwerke (s. Tbsp.): Konzert f. Org. u. Orch., 2 Orgelsonaten, Fugen, Variationen, Präludien, Versetten, Charakterstücke, Orgelschule; 8 Messen, Requien; kleine Kirchenmusikwerke; Kirchenlieder; Streichquartette; Werke und Bearbeitungen f. Harmonium (Harmoniumschule, Hg. Harmonium-Album); Klavierwerke; 2 Adagios für Vc. und Org. – Nachlass in der Musikslg. der ÖNB.
Literatur
ÖBL 1 (1957); ÖL 1995; Czeike 1 (1992); MGG 15 (1973); Weissenbäck 1937; H. Herrmann-Schneider, Status und Funktion des Hofkpm.s in Wien (1848–1918) 1981; M. Ebenbauer, Die Dommusikkapelle St. Stephan im Wien des 19. Jh.s, Dipl.arb. Wien 2002; A. Rockstroh in Ars Organdi 2020; H. Brunner, Die Kantorei bei St. Stephan zu Wien 1948, 20; E. Wally in K. Reymaier (Hg.), Die Riesenorgel im Wiener Stephansdom 2020; E. Tittel, Österr. Kirchenmusik 1961, 302; [Kat.] Musica Imperialis 1998, 159, 254, 341; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Allgemeine musikalische Ztg. 1.1.1863, 9; NZfM 1.9.1865, 314; Fremden-Bl. 10.11.1864, 4, 27.1.1866, 5, 19.6.1869, 5, 14.1.1871, 6; Gemeinde-Ztg. 15.11.1867, 10, 12.7.1874, 4; Wr. Ztg. 25.2.1876, 3; Neuigkeits-Welt-Bl. 22.4.1877, 3, 21.4.1880, 3, 2.9.1883, 3; NFP 29.9.1880, 7; Dt. Volksbl. 15.3.1890, 3, 8.9.1892, 7, 5.10.1895, Abend-Ausg., 3, 3.8.1902, 4; Reichspost 14.10.1894, 2, 1.9.1895, 7, 29.6.1900, 4; Die Presse 29.12.1894, 3; St. Pöltner Ztg. 15.10.1896, 11; Salzburger Chronik 15.10.1898, 5; Prager Tagbl. 4.8.1902, 4; Taufbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1832–34, fol. 4; Trauungsbuch der Pfarre St. Peter (Wien I) 1863–84, fol. 60; Sterbebuch der Pfarre Rennweg (Wien III) 1901–02, fol. 66; Taufbuch der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI) 1846–48, fol. 247; Sterbebuch der Pfarre St. Rochus (Wien III) 1917–19, fol. 61; Domarchiv Wien [A-Wd] (Karton 40/3, Kirchenmeisteramt Verwaltungsakten 1878 Nr. 1–136; A-Wd, Catalog sämtlicher Musicalien […] 1837, Handschriftenslg.); www.geschichtewiki.wien.gv.at (6/2022); www.geschichtewiki.wien.gv.at (10/2022); Mitt. Ernst Wally (1/2023); eigene Recherchen (Jahresberichte der Horak’schen MSch.; search.onb.ac.at [11/2022], anno.onb.ac.at [11/2022]; Domarchiv Wien).


Rudolfs (I) Töchter

Wilhelmine Sofie Maria Theresia (Minna): * 29.8.1868 Wien, † nach 1895 (Ort?). Pianistin. Erster Musikunterricht wohl durch den Vater. Absolvierte zumindest 1887–89 eine Klavierausbildung an der MSch. Horak bei W. Thern (Abschluss mit Staatsprüfung für das Lehramt). Konzertierte in Wien u. a. wiederholt mit der Sängerin Paula v. Lichtenfels und dem Ersten Wiener Volksquartett (Quartett Duesberg) sowie 1893 in Prag (Rudolphinum) und Graz (Stefaniensaal) mit dem sächsischen Kammersänger Karl Scheidemantel. Dürfte sich nach ihrer Heirat mit dem französischen Privatier Arthur Calais am 11.5.1895 aus dem öffentlichen Musikleben in Österreich zurückgezogen haben. Zeitgenossinnen und Zeitgenossen lobten ihre Technik sowie ihr musikalisches Verständnis.


Ehrungen
1. Preis beim Concurs der Horak’schen Clavier- und Gesangsschulen 1887 u. 1889.
Literatur
Dt. Kunst- und Musik-Ztg. 11/1887, 102, 7/1890, 63f, 35/1892, 318; Wr. Allgemeine Ztg. 10.7.1887, 7; Neues Wr. Tagbl. 17.4.1888, 7, 5.5.1889, 8; NFP 9.7.1889, 7; Das Vaterland 29.1.1893, 9; Prager Tagbl. 8.11.1893, 6; Grazer Tagbl. 20.11.1893, 2, 23.11.1893, 6; Dt. Volksbl. 9.12.1893, 5; Ostdt. Rundschau 18.10.1894, 6; Taufbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1867–68, fol. 189; Trauungsbuch der Pfarre Rennweg (Wien III) 1895, pag. 29.


Resa (Rosa, Therese, Reza; get. Theresia Franziska): * 16.10.1882 Wien, † 27.5.1965 Wien. Pianistin, Musikpädagogin. Erster Musikunterricht wohl durch ihren Vater. Ab 1898 besuchte sie die MSch. Horak (Standort Wieden, Klavier bei W. Thern). Im Rahmen dieser Ausbildung mehrfache Mitwirkung an Konzerten im Wiener Musikverein sowie dem Ehrbar-Saal. 1901 legte sie die Staatsprüfung für das Musiklehramt ab. 1901/02 wirkte sie an Konzerten mit dem Quartett Duesberg mit. Ihre Tätigkeit als Pianistin in Wien und Baden ist bis 1927 (Radioübertragung 1929) nachweisbar, wobei sie offenbar mit Vorliebe Stelzhammer-Klaviere spielte. Ihrer musikpädagogischen Tätigkeit dürfte sie privat nachgegangen sein. Ihr Klavierspiel wurde als musikalisch und technisch gekonnt beschrieben.


Ehrungen
1. Preis beim Preisconcurs der Ausbildungsklassen der MSch. Horak 1900.
Literatur
Neuigkeits-Welt-Bl. 20.4.1901, 15; Illustriertes Wr. Extrabl. 5.5.1901, 23; Das Vaterland 28.12.1901, 6; Ostdt. Rundschau 2.1.1902, 3, 24.4.1902, 4; NFP 1.4.1906, 12, 20.8.1909, 7, 6.1.1932, 7; Neues Wr. Tagbl. 26.2.1927, 12; Kärntner Ztg. 7.2.1929, 8; Taufbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1880–86, fol. 125; eigene Recherchen (Jahresberichte der Horak’schen MSch.; www.anno.onb.ac.at [7/2022]).


Rudolfs (I) Enkel

Rudolf (III): * 4.5.1929 Wien, † 27.1.2017 Frontignan/F. Dirigent, Pianist. Sohn aus zweiter Ehe des Juristen Rudolf (II) Adolf Andreas (* 14.5.1867 Wien, † 21.6.1953 Wien), der 1877–81 Hofsängerknabe und später Wiener Magistratsbeamter war. Studierte ab 1944 noch während seiner Gymnasialzeit an der Wiener MAkad. Klavier, Klarinette sowie Komposition (letzteres bei J. Marx) und besuchte die Kapellmeisterschule (Abschluss 1949) bei H. Swarowsky und J. Krips. Swarowsky engagierte ihn 1948 als Korrepetitor an die Oper Graz. Ab 1952 war R. in Innsbruck als Kapellmeister tätig, ehe er Opernchef der Vereinigten Bühnen Graz wurde. Ab 1960 am Wiener Raimundtheater und dann am Theater an der Wien (hier als 1. Dirigent) tätig. 1948–2003 wirkte er als Dirigent und Pianist (Korrepetitor) im Wiener Musikverein sowie 1949–59 vereinzelt im Wiener Konzerthaus. 1969–73 Musikdirektor in Trier/D; mit dieser Stelle waren ständige Gastspiele in Frankreich und Luxemburg verbunden. 1995–2008 musikalischer Leiter der Seefestspiele Mörbisch, für welche er gemeinsam mit dem Leiter der Konzertagentur Buchmann, Rudolf Buchmann, ein eigenes Orchester (vorwiegend bestehend aus Studierenden des Joseph-Haydn-Konservatoriums Eisenstadt und der MHsch. Wien) gründete. Zudem dirigierte er u.a. an der Opéra de Bastille Paris, in St. Gallen/CH, an der Berliner Staatsoper und in Italien. 1999–2003 leitete er Operetten an der Wiener Staatsoper. 1972 ständiger Gast, 1973–1989 (Pensionierung) fest engagierter Dirigent an der Volksoper Wien (absolvierte hier 2.273 Vorstellungen) mit zahlreichen Auslandsgastspielen (u. a. EA von J. Strauß’ Zigeunerbaron in Tokio), wobei er bis 2017 immer wieder am Pult stand. Es war ihm ein zentrales Anliegen, Wiener Musik international in höchster Qualität aufzuführen und damit bekanntzumachen. Besonders beim japanischen Publikum erfreute er sich großer Beliebtheit. Bei klassischen Operetten galt sein Bestreben der Rekonstruktion von Originalpartituren. Neffe des Historikers und Univ.prof.s Viktor B. (* 20.10.1870 Wien, † 15.7.1947 Attersee/OÖ).


Gedenkstätten
ehrenhalber gewidmetes Grab am Wr. Zentralfriedhof.
Ehrungen
Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1988; Ehrenmitglied der Volksoper Wien 1991; Silbernes Ehrenzeichen f. Verdienste um die Republik Österreich 1999; Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland 2004; (1.) Ehrenmitglied der Seefestspiele Mörbisch 2013; Prof.-Titel.
Werke
1 Musical; Tanzmusik; Schlager; Werke für Kl. und Orch.; Filmmusik (für die Wochenschau); Platteneinspielungen; Fernsehproduktionen, Rundfunkaufnahmen.
Literatur
ÖL 1995; Lang 1986; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Die Presse 12.12.1999, 24; Taufbuch der Pfarre Wieden (Wien IV) 1867–68, fol. 51; www.volksoper.at (6/2022); www.seefestspiele-moerbisch.at (12/2011); www.mdw.ac.at/811/ (6/2022); de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Bibl_(Dirigent) (6/2022); de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Bibl (1/2023); www.geschichtewiki.wien.gv.at (5/2023); www.derstandard.at (10/2022); www.kleinezeitung.at (10/2022); eigene Recherchen (www.friedhoefewien.at [10/2022]; konzerthaus.at/datenbanksuche [10/2022]; www.musikverein.at [10/2022]; https://archiv.wiener-staatsoper.at [10/2022]); Mitt. Julian Gillesberger (7/2023).

Autor*innen
Bettina Graf
Letzte inhaltliche Änderung
19.7.2023
Empfohlene Zitierweise
Bettina Graf, Art. „Bibl, Familie“, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 19.7.2023, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f886
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN
© Regenterei Kremsmünster
© Regenterei Kremsmünster
HÖRBEISPIELE

Rudolf Bibl, Allegro moderato aus der Zweiten Sonate in e-Moll, op. 89
© 2008 Studio Weinberg, 4292 Kefermarkt

Rudolf Bibl, Trauerfuge, op. 83 „Dem Andenken Johannes Brahms’ gewidmet“
© 2015 Studio Weinberg, 4292 Kefermarkt

DOI
10.1553/0x0001f886
GND
Bibl, Andreas: 116161582
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Bibl, Rudolf: 128580399
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Bibl, Rudolf: 128580410
OBV
Weiterführende Literatur
GND
Bibl, Familie: 128580399
OBV
Weiterführende Literatur

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