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Bienenfeld, Bienenfeld, true Elsa (Elza)
* 1877-08-2323.8.1877 Wien, † 1942-05-2626.5.1942 Konzentrationslager Klein Trostinetz bei Minsk (Maly Trostinec/BY). Musikwissenschaftlerin und -kritikerin. Die Tochter eines Rechtsanwaltes erhielt zunächst privaten Klavierunterricht und studierte 1889–95 Klavier am Konservatorium der GdM (zunächst bei R. Mader, ab 1892 bei A. Door, Reifezeugnis 1895). Nach dem Besuch des Mädchengymnasiums in der Hegelgasse (Wien I) 1898 Externisten-Matura am Akademischen Gymnasium (Wien I), danach neben fünf Semestern Chemie Studium der Musikwissenschaft bei G. Adler an der Univ. Wien (gem. m. A. Webern und K. Weigl). B. war die erste weibliche Absolventin des Faches Musikwissenschaft in Österreich (Dr. 1903). Danach privat Komposition und Musiktheorie bei A. Schönberg und A. Zemlinsky. Für ihre Mitarbeit bei den DTÖ wurde B. bereits 1904 zum wirkenden Mitglied ernannt. B. unterrichtete zunächst an der Reformschule von E. Schwarzwald in der Wallnerstraße (Wien I), die durch Vermittlung B.s Schönberg die Schulräume am Nachmittag für eine Art „freies Konservatorium“ zur Verfügung stellte. Die Organisation der Lehrveranstaltungen übertrug Schwarzwald B. Im Schuljahr 1904/05 unterrichtete sie in diesem Rahmen Musikgeschichte des 19. Jh.s., im darauffolgenden Jahr mussten die Kurse aufgrund mangelnden Interesses wieder eingestellt werden. 1905–31 arbeitete B. als Musikritikerin des Neuen Wiener Journals (ab 1906 als Erste Kritikerin, Nachfolger J. Marx), schrieb jedoch auch für andere renommierte in- und ausländische Zeitungen und musikalische Fachzeitschriften. Daneben hielt sie 1906–18 Vorträge im Wiener Volksbildungsverein und der Wiener Urania. Ab 1932 nur noch freiberuflich tätig, u. a. für die Neue Freie Presse und das Neue Wiener Tagblatt, für das sie auch nicht-musikalische Themen behandelte. Am 20.5.1942 wurde sie von Wien nach Maly Trostinec deportiert, wo sie sechs Tage später ermordert wurde. Ihre Schwester Bianca (* 10.5.1879 Wien, † 22.8.1929 bei Schwarzach/Sb [Zugsunglück]) war eine bekannte Gynäkologin und promovierte 1904 neben Dora Teleky als erste Fachärztin Wiens. Während ihres Studiums besuchte sie 1900 auch Vorlesungen bei G. Adler.
Schriften
Das Liederbuch des Wolffgang Schmeltzl. 1544, Diss. Wien 1903, Auszug in SIMG 6 (1904/5); Neue Versuche zur Veränderung der klassischen Sinfonieform in [Kgr.-Ber.] Haydn-Zentenarfeier 1909; diverse Aufsätze; Feuilletons und Kritiken.
Literatur
E. Taudes, „Musiktheaterkritik von der Jahrhundertwende bis zum Ende der Dreißiger-Jahre am Beispiel Elsa Bienenfeld.“, Diss. Wien 2007; G. Haas in G. Gruber/Th. Antonicek (Hg.), Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft. Damals und heute 2005; S. Scharenberg, Überwinden der Prinzipien. Betrachtungen zu Arnold Schönbergs unkonventioneller Lehrtätigkeit zw. 1898 u. 1951, 2002; Riemann 1959 u. 1972; F-A 1 (1936); E. Wellesz in ÖMZ 25 (1970); R. Flotzinger in Österr. Musiker im Exil 1990; E. Hilscher, Denkmalpflege und Musikwissenschaft 1995; A. Benedikt, „Ich wäre stolz, von Ihnen und Ihren Schülern bis zu einem gewissen Grad anerkannt zu sein als 'Schönberg-Schülerin'.", Dipl.arb. Wien 2008; NFP 25.8.1929, 10; http://www.biographien.ac.at (3/2015); www.lexm.uni-hamburg.de (3/2015); www.meduniwien.ac.at (3/2015); www.doew.at (4/2010); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Bienenfeld, Elsa (Elza)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/03/2015]