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Bischoff, Bischoff, true Ferdinand Franz Xaver Georg
* 1826-04-2424. [Baltl, Federhofer-Königs: 26.] 4.1826 Olmütz (Olomouc/CZ), † 1915-08-1616.8.1915 Graz. Jurist. Als Jugendlicher zwei Jahre lang Klavier-, später auch Flötenunterricht. Nach der Matura zunächst Praktikant in der Apotheke seines Vaters, 1844 Vorbereitungsstudium Philosphie, zwei Jahre später Studium der Rechtswissenschaften in Olmütz (Dr. jur 1850). Während des Studiums Mitglied des Olmützer Gesangvereins, den er auch dirigierte. Um Geld für einen neu zu gründenden Olmützer Musikverein zu requirieren, leitete er zwei Orchesterkonzerte in seiner Heimatstadt. Nach Abschluss der Gerichtspraxis 1851 Habilitierung als Privatdozent für Deutsche Rechtsgeschichte, 1852 auch für Österreichisches Bergrecht in Olmütz, 1854 Juristenpräfekt am Wiener Theresianum, daneben weitere Habilitierung als Privatdozent an der Univ. Wien für Geschichte des Zivilrechts in Österreichs. Ab 1855 an der Univ. Lemberg tätig (zunächst a.o. Prof, ab 1858 o. Prof.), kam B. 1865 als o. Prof. für Deutsche Reichs- und Rechtsgeschichte sowie Deutsches Privatrecht nach Graz und war mehrfach als Dekan und Rektor tätig (Pensionierung 1897). In Olmütz und Lemberg hatte er die Gründung von Musikvereinen angeregt, in Graz war er 1866 Gründungsmitglied des Sing-Vereines in Graz. Seit 1868 im Ausschuss des Steiermärkischen Musikvereins, wurde B. 1869 Musikdirektor, 1877–85 Stellvertretender Präsident, Schul- und Konzertdirektor (sein Nachfolger: W. Kienzl), 1886–92 Präsident. Darüber hinaus mehrere Forschungsarbeiten zur steirischen Musikgeschichte und Musikaliensammler. 1870 sowie 1889–93 Präsident des Historischen Vereines für Steiermark, ab 1871 bis zu seinem Tod Leitung des Studentenkrankenvereins, zu dessen Gründungsmitgliedern B. zählte.
Ehrungen
korrespondierendes Mitglied der ÖAW 1875; Ehrenmitglied des Steiermärkischen Musikvereins 1882; Regierungsrat; Hofrat 1893; Ehrendoktorat Univ. Graz 1910.
Schriften
u. a. Beiträge zur Geschichte der Musikpflege in Steiermark in Mitt. HVSt. 37 (1889); Chronik des Steiermärkischen Musikvereines 1890; Steirische Musikgeschichte in Österreichisch-Ungarische Monarchie in Wort und Bild 6 (1890); Zur Geschichte des Theaters in Graz (1574–1775) in Mitt. HVSt. 40 (1892); Steiermarckischer [!] Raufjodel in Festblätter zum 6. deutschen Sängerbundesfest 1902; Mozartiana in Tagespost 27.7.1902; Beethoven und die Grazer musikinteressierten Kreise in Beethoven-Jahrbuch 1 (1908); Zu Beethovens Briefwechsel mit Varena 1811–1815 in Beethoven-Jahrbuch 2 (1909); Steiermärkischer Notendruck im 16. Jahrhundert in ZHVSt 14 (1916); über 30 Artikel in der Grazer Tagespost, einschlägige Fachpublikationen in den Bereichen Rechtsgeschichte, Geschichte des Mittelalters, Lokalgeschichte.
Literatur
R. Federhofer-Königs/W. Suppan in ZHVSt 102 (2011) [mit Schriftenverzeichnis]; StMl 1962–66 u. 2009; Wiener Zeitung 1.9.1915, 4; ÖBL 1 (1957); H. Baltl in ZHVSt 83 (1992); A. Luschin v. Ebengreuth in ZHVSt 14 (1916); [Kat.] Musik i. d. St. 1980.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Bischoff, Ferdinand Franz Xaver Georg‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/09/2012]