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Brunetti-Pisano, Brunetti-Pisano, true August
* 1870-10-2424.10.1870 St. Gilgen/Sb, 1943-09-011.9.1943 Salzburg. Komponist. Stammte väterlicherseits von einer italienischen Künstlerfamilie ab. 1876 übersiedelte die Familie nach Salzburg, wo B. von Carl Fischlhamer Geigenunterricht erhielt. Klavierunterricht erteilte ihm seine ältere Schwester Karoline (1867–95), die später auch als Pianistin hervortrat und die ihn auch in Musiktheorie unterwies. Nach Absolvierung der Unterstufe des k. k. Staatsgymnasiums in Salzburg besuchte B. die dortige Lehrerbildungsanstalt und arbeitete ab 1889 als Volksschullehrer in verschiedenen Gemeinden des Landes Salzburg. 1893 bzw. 1895 erlangte er Lehrbefähigungsprüfungen für höhere Schulen und begann 1896 eine Tätigkeit an den beiden städtischen Bürgerschulen für Knaben der Stadt Salzburg. Im selben Jahr war er Mitbegründer der Künstlergruppe Pan, der er als langjähriger Präsident vorstand. Daneben studierte B. 1896–1900 am Mozarteum bei Friedrich Kolbenschlag (Klavier) und J. F. Hummel (Kompositionslehre und Musiktheorie), arbeitete als freier Musikkritiker der Salzburger Chronik sowie als Klavierlehrer, u. a. von Georg Trakl. Im Alter von 27 Jahren trat B. erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit, erste Kompositionsversuche entstanden etwa zehn Jahre früher. In den Ferien des Schuljahres 1901/2 erhielt er Kompositionsunterricht bei Joseph Rheinberger in München, wo er F. Mottl und Ludwig Thoma kennen lernte. Nach seiner freiwilligen Frühpensionierung 1908 folgte B. ganz seinen künstlerischen Interessen, hatte jedoch immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Der Verbreitung seines Werkes widmete sich ab 1919 die Wiener B.-P.-Gesellschaft. In seinen Kompositionen orientierte sich B. an der Tradition des 19. Jahrhunderts, spielte jedoch mit überraschenden Wendungen und mehrdeutigen Interpretationsmöglichkeiten.
Ehrungen
Österreichischer Staatspreis des Wiener Konservatoriums für die Venezianische Symphonie 1900; Prof.-Titel; Bürgerrecht der Stadt Salzburg 1920; Ehrenbürger von St. Gilgen 1931.
Werke
Opern (Peter Schlemihl 1904/05, Das klagende Lied 1910, Liebesopfer, Djenaneh), Oratorium Die göttliche Komödie 1936, Symphonien, Symphonisches Vorspiel zu Gerhart Hauptmanns Die versunkene Glocke 1897, Symphonisches Vorspiel zu Treibeis, Symphonische Dichtungen (Mozart, Frühling, Im Aeroplan), Messen, Requiem, Kirchenmusik, Streichquartett, Klavierquintett, Kammermusik, Chöre, über 200 Lieder, Märsche.
Literatur
R. Eberlin-Winkler, „Entweder Bettler oder König!“. August B.-P. (1870–1943), 2010; C. Schneider, Gesch. der Musik in Salzburg 1935; ÖBL 1 (1957); Musik im Kriege 1/7–8 (1943),159; Th. Antonicek in [Fs.] Gerhard Walterskirchen zum 65. Geburtstag 2004.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Brunetti-Pisano, August‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 12/11/2012]