Cleve, Johannes de
* 1528/29 Kleve/D, † 15.7.1582 Augsburg/D. Komponist, Tenorist und Kapellmeister. 1553 Tenorist in der Kapelle von Kaiser Ferdinand I. (bis 1563); erste Kompositionen sind aus dieser Zeit überliefert (vor 1563 Tätigkeit in den Niederlanden, jedoch gibt es dazu kaum gesicherte Daten). 1564 wird de C. Kapellmeister von Erzhzg. Karl von Innerösterreich (1570 pensioniert, de C.s. Nachfolger ist A. Padovano). De C. schreibt für A. Giglers Gesang Postill 20 Sätze, die eine Nähe zum Protestantismus (Reformation) vermuten lassen. Auch nach seiner Pensionierung blieb de C. im Kontakt mit den Habsburgern (z. B. Widmung des dritten Motettenbuches an Erzhzg. Karl von Innerösterreich 1579). De C. steht noch ganz in der Tradition der Franko-Flamen und ist einer der Hauptvertreter der Generation Lasso-Palestrina in Österreich. Nach seinem Weggang wechselte die Grazer Kapelle ihre stilistische Ausrichtung zu Gunsten des von italienischen Musikern dominierten neuen Stiles des Frühbarock.
W: ausschließlich geistliche Musik; davon zahlreiche gedruckte Sammlungen (Cantiones sacrae I et II , 1559; Cantiones seu harmoniae sacrae 4–7, 1579–80); Messen.
Lit: NGroveD 6 (2001); MGG 2 (1952); Federhofer 1967; StMl 1962–66.


ETH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:09:25 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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