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Collegium musicum
Kleiner privater bis semi-privater Dilettanten-Musikzirkel, gebildet aus Mitgliedern und Studenten der Univ. Im österreichischen Raum ist dieser Terminus nicht nachweisbar und diese Tradition an der alten Univ. bis zum Ende des Barock offensichtlich wenig verbreitet gewesen. Im Gegensatz zu Deutschland ist diese Form des Musizierens peripher, an der mittelalterlichen Univ. (Wien) sogar verpönt gewesen. Erst unter dem Einfluss des Humanismus (C. Celtis) ändert sich die Einstellung zur praktischen Musik: Im Collegium poetarum wird eine Synthese von Dichtung, Rezitation und Musik angestrebt. Diese Verbindung von Text und Musik (im Gegensatz zum kammermusikalischen C. m. des protestantischen Deutschland, z. B. in Leipzig) bleibt auch an der Jesuiten- (Graz) bzw. Benediktiner-Univ. (Salzburg) bestimmend. Die junge Musikwissenschaft versuchte eine Wiederbelebung der Musiktradition an den Univ.en, griff dabei aber das C. m. in der deutschen Tradition auf (z. B. G. Adler in Wien). Trotz einiger ambitionierter Einzelversuche konnten sich Collegia musica an den österreichischen Univ.en jedoch nicht etablieren.
Literatur
Th. Antonicek in [Kat.] Das alte Univ.sviertel in Wien 1385–1985, 1985; MGG 2 (1995); R. Flotzinger, 50 Jahre Institut für Musikwissenschaft 1990; E. Preußner, Die bürgerliche Musikultur 21950.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Collegium musicum‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 02/01/2002]