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Doblinger
Wiener Musikverlag. B. Herzmansky sen. erwarb am 1.8.1876 von L. Doblinger die Musikalienhandlung, verlegte sie in die Dorotheergasse 10 (Wien I) und erweiterte sie um einen Musikverlag, der den Namen D. beibehielt und das Musikhaus zu einem der wichtigsten Wiener Operettenverlage ausbaute (C. M. Ziehrer, F. Lehár, O. Straus, L. Fall), aber auch Komponisten wie A. Bruckner verlegte. Unter B. Herzmansky jun. wurden v. a. Tanzschlager und Wienerlieder (R. Benatzky, H. Leopoldi) erfolgreich verlegt. Seit 1923 werden im Barocksaal des Hauses Musikabende mit neuen Kammermusikkompositionen u. a. von E. Krenek, A. Schönberg und A. Webern veranstaltet. Mit dem Musikboten gab der Verlag eine Musikzeitschrift heraus (Thema: Österreichische Musik der Gegenwart). Unter den Nationalsozialisten hatte Herzmansky Arbeitsverbot; nach dem Zweiten Weltkrieg schuf man mit österreichischer Literatur für den Musikunterricht neben der Unterhaltungsmusik einen weiteren Schwerpunkt im Verlagsprogramm. Ende 1954 übernahm Chr. Wolff die Verlagsleitung. Einer der Schwerpunkte ist seither die österreichische Musik der Gegenwart. Seit 1958 gibt es eine Reihe für Alte Musik (Diletto musicale, v. a. Klassik und Vorklassik). Eine Sammlung von Gitarren-Kammermusik wurde von K. Scheit, eine für Blockflötenmusik (Flautario) von H. U. Staeps betreut. Auf dem Verlagsprogramm stehen nach wie vor Unterrichtswerke, aber auch kirchliche Gebrauchsmusik. 1963 wurde ein Tonstudio gegründet, das sich v. a. mit Musik für Film und Fernsehen befasst. Seit 1980 leitet Helmuth Pany, der Urenkel des Gründers, das Unternehmen.
Literatur
Riemann 1959; MGG 15 (1973); Czeike 2 (1993); NGroveD 5 (1980); A. Weinmann, Wiener Musikverleger und Musikalienhändler von Mozarts Zeit bis gegen 1860, 1956; [Kat.] D. Ein Wiener Musikverlag 1876–1976, 1976; O. Biba in ÖMZ 31 (1976); H. Vogg, 100 Jahre Musikverlag D. 1876–1976, 1976; IÖM (Hg.), [Kat.] 100 Jahre Musikverlag D. 1976; [Fs.] u. [Kat.] 125 Jahre Musikverlag D. 2001; http://www.doblinger-musikverlag.at (12/2000).

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Doblinger‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]