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Ebermann Ebermann true (geb. Friedwagner), Hedwig
* --3.8.1920 Michaelnbach/OÖ, † --20.7.2007 Grieskirchen/OÖ. Organistin, Chorleiterin, Musikschullehrerin. Tochter des Binders Anton Friedwagner und der Theresia geb. Wiesinger; vermutlich durch eine neuerliche Verehelichung der Mutter erfolgte vor 1930 eine Namensänderung in E. In den Schuljahren 1930/31–37/38 besuchte sie die Städtische Mädchen-Mittelschule in Linz. Danach studierte sie an der damaligen Hochschule für Musikerziehung Schloss Eggenberg in Graz (inskribiert 17.4.1939 – 25.3.1941) bei F. Illenberger (Hauptfach Orgel/Klavier), in Nebenfächern bei Reinhold Heyden (Gitarre), Heinrich Kohnle (Blockflöte) sowie bei Theodor Warner (Stimmbildung); Abschluss als „Volks- und Jugendmusikleiter“. Sie kehrte nach Linz zurück und wurde dort zur Musikreferentin des Bundes Deutscher Mädel ernannt, hatte zu den hiermit verbundenen nationalsozialistischen Ideologien aber offenbar keinerlei Sympathien. Zur musikalischen Weiterbildung nahm sie am Brucknerkonservatorium Studien bei Hans Langer (Orgel, Klavier) sowie I. Stögbauer auf. Hier erste Kontakte mit der Musik Paul Hindemiths durch G. Pirckmayer. 1943/44 Studium an der damaligen Reichshochschule Wien (am 4.12.1944 ließ sich E. hier wohl aufgrund der Kriegsereignisse „vorübergehend beurlauben“) bei B. Seidlhofer (Orgel, Cembalo; sie wirkte an zwei Konzerten im Wiener Musikverein im Rahmen ihrer Ausbildung mit) und J. Marx (Musiktheorie). Zu Kriegsende Lehrtätigkeit im Böhmerwald. E. kehrte ans Brucknerkonservatorium nach Linz zurück und absolvierte dort am 9.7.1947 die Reifeprüfung mit Auszeichnung. 1946–48 wirkte sie an sämtlichen Konzerten des Brucknerkonservatoriums mit. Ab 1.7.1947 war E. ca. fünf Jahrzehnte als Organistin und Chorleiterin an der Stadtpfarrkirche Linz-Urfahr tätig, wo sie auch einige Jahre einen Kinder- und Jugendchor leitete. Zudem seit 1963 Chorleiterin an der Stadtpfarrkirche Linz und seit 1966 auch Organistin an der Pfarre Linz-St. Michael (sie musizierte hier bereits anlässlich der Orgelweihe 1964). Ab 1951 unterrichtete sie bis zur Pensionierung Anfang der 1980er Jahre Orgel an der Msch. Linz. Zu ihren Schülern zählten u.a. R. Jungwirth (er übernahm ihre Orgelklasse an der Msch. Linz) und E. L. Leitner. Darüber hinaus war E. als Konzertorganistin im In- und Ausland tätig, wobei sie vielfach zeitgenössische Werke uraufführte. Sie ist Widmungsträgerin sämtlicher Orgelwerke von A. F. Kropfreiter, mit dem sie seit jungen Jahren zusammenarbeitete, und gab viele seiner Werke heraus. 40 Jahre konzertierte E. jeweils am 15.8. an der Brucknerorgel St. Florian. Am 5.6.1960 wirkte sie an der Liturgie anlässlich der Weihe der Stiftsorgel in Schlägl mit. Gemeinsam mit dem Orgelbauer Josef Diethard Pemmer aus Purk/NÖ erstellte sie die Disposition für die neue, am 22.11.1990 geweihte Orgel der Pfarrkirche Zwettl an der Rodl/OÖ und spielte anlässlich dieser Weihe ein Orgelkonzert. E. war für ihr feines Gespür der Verbindung von Musik und Liturgie sowie ihre Fähigkeit, Zuhörende an zeitgenössische Kompositionen heranzuführen, bekannt.
Ehrungen
Prof.-Titel [vor 1980].
Werke
kleinere Kirchenmusikwerke (Proprien, Liedsätze).
Literatur
Zwettler Pfarrbrief 2007, Nr. 2, 15; R. Summereder in OÖ Kulturzs. 38/3 (1988); J. Bruckmoser, Franz Illenberger, Dipl.arb. Graz 1991, 24f; J. Walch, Das Musikschaffen der Organisten des Stiftes St. Florian ab dem Bau der Krismann-Orgel 1770/1774, Diss. Wien 2009, 247–261; Oberdonau-Ztg. 28.5.1943, 3; Linzer Volksbl. 29.6.1946, 2, 13.7.1946, 4, 14.7.1947, 3, 17.7.1947, 2; Oberösterr. Nachrichten 16.7.1947, 2, 4.12.1947, 2, 8.7.1948, 2; SK 15/4 (1968), 190, 28/1 (1980/81), 20; Taufbuch-Duplikat der Pfarre Michaelnbach 1930, pag. 67; www.ausstellung-kug.at (4/2021); www.dioezese-linz.at (4/2021); www.linzwiki.at (7/2021); eigene Recherchen (Jahresberichte der Städtischen Mädchen-Mittelschulen in Linz a. D. [https://digi.landesbibliothek.at (4/2021)]; www.musikverein.at/konzertarchiv [4/2021]); Mitt. Archiv MUniv. Wien (5/2021); Mitt. Archiv KUG (5/2021); Mitt. Pfarre Linz-St. Michael (6/2021), pers. Mitt. R. Jungwirth (7/2021).
Autor*innen
Bettina Graf
Letzte inhaltliche Änderung
4.10.2021
Empfohlene Zitierweise
Bettina Graf, Art. „Ebermann (geb. Friedwagner), Hedwig‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, begr. von Rudolf Flotzinger, hg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 4.10.2021, abgerufen am ), https://dx.doi.org/10.1553/0x003cdd72
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 AT zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

MEDIEN

DOI
10.1553/0x003cdd72
GND
Ebermann (geb. Friedwagner), Hedwig: 1194011802
OBV
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