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Ebert, Ebert, true Joerg (Georg)
* --?, † --vor 1582 (Ort?). Orgelbauer. Erwähnt ab 1531 (Rothenburg ob der Tauber/D), 1534 wird er als in Ravensburg/D wohnhaft bezeichnet; seine Aufnahme als Bürger erfolgte jedoch erst am 6.3.1542. Bis 1570 ist er in den dortigen Steuerlisten als Hausbesitzer nachweisbar, mit Quittungen für das Ravensburger Spital bis 1578. Als Orgelbauer war er sehr gesucht; seine Arbeitsorte erstrecken sich daher über ein weites Gebiet. Von den Zeitgenossen wurde er als wunderlich und wankelmütig charakterisiert; bei seinen Arbeiten kam es oft zu großen Verzögerungen. 1561 wurde er von Kaiser Ferdinand I. zur Fertigstellung der unvollendet gebliebenen Orgel des im gleichen Jahr verstorbenen Friedrich Pfannmüller für den Prager Dom berufen. Im folgenden Jahr arbeitete er an dieser Orgel, ohne sie jedoch seinerseits zu vollenden. Als bedeutendes Zeugnis seiner Kunst ist die Orgel für die Innsbrucker Hofkirche erhalten, mit deren Bau er im Mai 1555 beauftragt wurde. Sein Sohn Ulrich war ebenfalls Orgelbauer, ohne jedoch größere Bedeutung zu erlangen. 1566–68 war er (z. T. zusammen mit dem Vater) mehrfach mit Reparaturen in Innsbruck (Pfarrkirche, Hofkirche) beschäftigt.
Werke
Luzern/CH, Stiftskirche St. Leodegar im Hof, 1534; Freiburg i. Br./D, Münster, 1545 (II/16); Überlingen/D, Münster, Vertrag 1548 (II/13); Ravensburg/D, vor 1554; Weissenau/D, Prämonstratenserkloster, vor 1554; Ottobeuren/D, Benediktinerabtei, 1554–57; Innsbruck, Hofkirche Hl. Kreuz, 1557–61 (II/15) (s. Abb.).
Literatur
MGG 6 (2001); Senn 1954; H. Klotz in W. Salmen (Hg.), Orgel und Orgelspiel im 16. Jh. 1978; E. Krauss, Die Ebert-Orgel in der Hofkirche zu Innsbruck (1558), aus dem Nachlass hg. v. M. Spielmann 1989.

Autor(en)
Alfred Reichling
Empfohlene Zitierweise
Alfred Reichling, Art. „Ebert, Joerg (Georg)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 04/10/2001]