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Fahrbach, Fahrbach, true Familie
Wiener Musiker und Komponisten: Die Brüder Joseph, Friedrich, Philipp d. Ä. und Anton.

Joseph: * 25.8.1804 Wien, † 6.6.1883 Wien. Komponist. Flöten- und Gitarrenvirtuose. Ausbildung bei Josef Mahr und K. Scholl (Flöte), J. Fürst (Klarinette) sowie Komposition u. a. bei A. Swoboda. War zunächst als Musiklehrer tätig, um 1837 Flötenlehrer am Gräflich Löwenburgischen Convict (Wien IX). 1841–48 Militärkapellmeister v. a. in Lombardo-Venetien (Militärmusik). Kanzlist im Sekretariat von Erzhzg.in Sophie. 1857–67 Flötist an der Hofkapelle und im Theater an der Wien [ÖBL, ÖL: Hofoper] und schließlich Inhaber einer MSch.


Schriften
Arbeiten über aktuelle Fragen des Militärmusikwesens; Organisatione della musica militare austriaca 1846; Lehrwerke für Holz- und Blechblasinstrumente, u. a. Neueste Wiener Fagott-Schule, op. 17, ca. 1840 (s. Original der UB Frankfurt http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/15211).
Werke
Opernphantasien; Flötenkonzerte.


Joseph hatte 17 Kinder, davon waren künstlerisch tätig:

Josephine (Peppina): * 18.11.1831 Wien, † 2.12.1854 Wien. Pianistin, Klavierlehrerin in Wien. Ihre Taufpatin war die Instrumentenmachersgattin Josepha Ziegler, vermutlich die Ehefrau von J. Ziegler.

Wilhelm: * 8.9.1838 Wien, † 13.6.1866 Wien. Kapellmeister, Komponist. Mitglied des Johann Strauß-Orchesters, gründete später eine eigene Kapelle und spielte in zahlreichen Vergnügungsstätten. Theaterkapellmeister in Teschen, Bielitz (Bielsko-Biała/PL) und Lemberg. Einer der beliebtesten Tanzkomponisten Wiens, später als Militärkapellmeister tätig.


Werke
6 Singspiele, 3 Opern (Don Quichotte), Lieder.


Maria Johanna (Marietta): * 6.10.1843 Padua/I, † 8.3.1866 Wien. Pianistin und Sängerin. Als Opernsängerin am Stadttheater in Lemberg engagiert.

Henriette (Jetti): * 22.1.1851 Wien, † 24.2.1923 Wien. Flötenvirtuosin. Inhaberin einer Damenkapelle, mit der sie auch Konzertreisen unternahm. Nach ihrer Heirat mit Kapellmeister Franz Ehmki als Musiklehrerin in Wien tätig.


Werke
Operetten, Lieder, Klavierstücke.


Friedrich: * 17.7.1809 Wien, † 19.3.1867 Verona/I. Komponist, Kapellmeister. Ausbildung bei seinem Bruder Joseph. War zunächst Flötist in der Kapelle von J. Strauß Vater und J. Lanner, hatte dann eine eigene Kapelle und trat ab 1841 als Tanzkapellmeister in Wien auf. 1848–55 Militärkapellmeister (Illyrisch-Banater Grenz-IR, 1. Linien-IR, 53. Linien-IR); anschließend ging er nach Italien, wo er Musikdirektor der Società filarmonica in Ala und zuletzt Musiklehrer in Verona war.


Werke
Walzer und Märsche (Ungarischer Marsch).


Philipp d. Ä.: * 25.10.1815 Wien, † 31.3.1885 Wien. Komponist, Kapellmeister. Erste Ausbildung bei seinem Bruder Joseph. Trat um 1827/28 als Flötist in die Kapelle von J. Strauß Vater ein, der ihn auch als Berater und Mitarbeiter bei der Instrumentierung seiner Werke heranzog. F. gründete 1835 eine eigene Kapelle, mit der er 1838–56 vielfach bei den von ihm geleiteten Hofbällen (Hofball) spielte (ab 1852 alternierend mit J. Strauß Sohn). 1841–46 und 1856–65 war er Kapellmeister der Hoch- und Deutschmeister. Beteiligte sich an musikalischen Veranstaltungen in bekannten Wiener Vergnügungsstätten. Ab 1843 ständiger Mitarbeiter der Wiener Allgemeinen Musikzeitung und der Theaterzeitung.


Schriften
Über die Verfassung eines Harmonie-Lehrebuches; Max Singer (Hg.), Alt-Wiener Erinnerungen 1935; Artikel über Blasinstrumente und Militärmusik in der Wiener Allgemeinen Musikzeitung.
Werke
W: Opern (Der Liebe Opfer 1844, Das Schwert des Königs 1845); Operetten, Singspiele (Die Donaunixe und der Vater Rhein, Satanella); Kirchenmusik (9 Messen, Kantate); Walzer (u. a. Erinnerung an F. Elßler), Potpourris, Märsche (u. a. Lanner-Erinnerungs-Marsch); ca. 400 Tänze und Märsche.


Dessen Tochter Johanna Christine (Jenny): * 3.6.1842 Wien, † 19.7.1911 Wien. Klavierlehrerin.

Dessen Sohn Philipp d. J.: * 16.12.1843 Wien, † 15.2.1894 Wien. Komponist, Kapellmeister. Ausbildung bei J. Dont; dirigierte ab 1855 das Orchester seines Vaters. 1870–83 als Militärkapellmeister tätig. Konzertierte u. a. 1878 bei der Weltausstellung, spielte in den größeren Städten Österreichs und Ungarns und gastierte bei den Hofbällen. Zählte zu seiner Zeit zu den beliebtesten Tanzkomponisten.


Werke
über 500 Kompositionen (zumeist Tänze und Märsche); Operetten (Der Guslargeiger, Die Liebeshochzeit).


Anton: * 10.2.1819 Wien, † 1.12.1887 Wien. Komponist, Kapellmeister. Ausbildung bei seinem Bruder Joseph. Flötist bei J. Strauß Vater, dann bei J. Lanner und am Theater an der Wien, zuletzt am Burgtheater tätig. Leitete eine Flötenklasse am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde (u. a. Lehrer von C. Millöcker).


Gedenkstätten
F.gasse (Wien XXI).
Werke
Walzer.
Literatur
NGroveD 8 (2001); Czeike 2 (1993); ÖBL 1 (1957); MGG 6 (2001); ÖL 1995; H. Lutz in Favoritner Museumsblätter 23 (1997); G. Wichart in StMw 39 (1988); O. Schneider in ÖMZ 22/1 (1967); Brixel/Martin/Pils 1982; Suppan 1976; [Kat.] Joseph Lanner 2001; Köchel 1869; Stieger II/1 (1977); Hof- und Staats-Schematismus des österr. Kaiserthums 1837, 148; Taufbuch der Pfarre St. Ulrich (Wien VIII) 1807–09, fol. 389 [Fr. F.] u. 1831–32, RZ 643 [Josephine F.] .

Autor(en)
Andrea Harrandt
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt, Art. „Fahrbach, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20/10/2017]