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Feigerl, Feigerl, Peregrin: Familie
Peregrin: * 1803-04-1616.4.1803 Tracht/Mähren (Strachotín/CZ), † 1877-01-088.1.1877 Wien. Violinist, Musikpädagoge. Sohn eines Kleinhäuslers, kam 1815 nach Wien. Zunächst als Lehrer tätig (Pfarrschule zu St. Stephan), hörte er 1822 den pädagogischen Kurs und studierte 1823–25 bei G. Hellmesberger und J. Böhm am Konservatorium der GdM. 1827 trat er als Konzertviolinist in einem eigenen Privatkonzert auf; spielte auch gemeinsam mit L. Jansa, bei dem er ebenfalls Unterricht nahm. Ca. 1829 Soloviolinist am Theater in der Josefstadt, 1830 Auftritt in Pressburg. In den 1830er Jahren bereiste er Russland und lebte ab 1839 in Riga, wo er bis 1845 Konzertmeister am Theater war, 1840 Josepha Hoffmann (Schwester von J. Hoffmann) heiratete und 1841 eine MSch. für Knaben und Mädchen ins Leben rief. 1845 eröffnete er in Wien mit behördlicher Genehmigung eine „Musik-Lehr-Anstalt“ für Knaben, in der er Gesang, Violine und Klavier unterrichtete. Bei der Geburt seines Sohnes Ludwig Franz de Paula (* 4.4.1846 Wien) wird er daher als „Inhaber einer Musikschule“ bezeichnet, wenngleich diese offenbar nicht sonderlich gut angenommen wurde (angeblich 1852 nur zwei Schüler). P. F. trat in den folgenden Jahren in Wien wiederholt als Violinist auf, 1850 wirkte er bei der Aufführung von J. Haydns Schöpfung mit, die auch der Gründung der Akademie der Tonkunst diente. Ca. 1860 war F. Prof. am Musikverein in Güns (Kőszeg/H).
Ehrungen
Korrespondierendes Mitglied des Dt.en National-Vereins f. Musik u. ihre Wissenschaft 1840.
Werke
Violinmusik mit und ohne Klavierbegleitung (erschienen bei Haslinger).
Schriften
Schilderungen des Musiklebens in Riga in den Jb.ern des Dt.en National-Vereins f. Musik u. ihre Wissenschaft 1841.


Seine Kinder

Therese (Theresia): * ca. 1841 Riga?, † nach 1863 (Ort?). Sängerin. Trat bereits im Alter von 13 Jahren als Liedsängerin in Erscheinung. Bis 1862 Auftritte in Konzerten gemeinsam mit ihren Geschwistern. 1862/63 war sie am Theater in Troppau engagiert. Danach verliert sich ihre Spur, wahrscheinlich heiratete sie (einen Herrn Müller?).

Emil: * 13.4.1843 Riga?, † 20.7.1920 Dresden?/D. Violinist. Schüler seines Vaters, trat 1855 in Wien erstmals öffentlich auf. 1859 unternahm er gemeinsam mit seiner Schwester Th. und dem Vater eine Kunstreise, die nach Klagenfurt und Laibach führte. 1860 traten er und seine Schwestern in Ungarn (Güns, Steinamanger [Szombathely/H]) auf. 1861 wurde er in Zittau/D als Violinvirtuose gefeiert und ein Jahr später war er bereits Aspirant auf eine königlich sächsische Kammermusiker-Stelle. In der Folge lebte er in Dresden, wo er eine wichtige Rolle im Konzertleben der Stadt innehatte. E.s Sohn war der deutsche Pianist, Dirigent und Komponist Rudolf F. (* 29.1.1878 Dresden, † 16.11.1958 Dresden), ein Schüler von Felix Draeseke.


Werke
Capriccio f. Kl., Klavierquintett.


Marie: * 1844/45 Riga?, † nach 1862 (Ort?). Pianistin. Auftritte sind 1860 gemeinsam mit ihren Geschwistern in Ungarn und 1862 in Wien belegt.

Peregrins Cousin?

Elias (auch E. M. oder Elie M.): * 28.4.1801 Tracht, † 30.12.1874 Genf/CH. Pianist, Organist, Komponist. Sein Vater Andreas könnte ein Bruder von P.s Vater Anton gewesen sein. Soll Sängerknabe am Dom zu St. Stephan gewesen sein. In den 1830er Jahren lebte er in Pressburg, wo er Klavierunterricht gab. 1838 übersiedelte er nach Genf, hier ab spätestens 1843 Prof. am Konservatorium, zuletzt dessen Direktor.

Unklar ist, ob er mit jenem Prof. F. identisch ist, der 1870/71 in Bregenz lebte und hier als Klavierbegleiter in Erscheinung trat.


Werke
12 Etüden f. Kl. (Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet), Präludien f. Org. oder Kl., Tanz- und Marschmusik f. Kl, Lieder.
Literatur
M. Rudolph (Hg.), Rigaer Theater- u. Tonkünstler-Lex. 1890; Müller-Asow 1929; F-A 1936 u. 1 (1974); Ulrich 1997; AmZ mit besonderer Rücksicht auf den österr. Kaiserstaat 3.8.1823, 554; C. F. Pohl, Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 1871; Wr. Ztg. 15.3.1827, 311, 29.9.1830, 1102, 16.6.1831, 774, 2.10.1843, 2017, 25.10.1845, Allgemeines Intelligenzbl., 547, 12.9.1846, Allgemeines Intelligenzbl., 291, 5.4.1847, 761, 8.10.1850, 3021; Allgemeine Theaterztg. 24.3.1827, 147f, 1.5.1827, 211; Wr. Zs. 10.5.1827, 459, 7.3.1829, 744; Preßburger Ztg. 23.4.1830, 380; Allgemeiner Musikalischer Anzeiger 23.10.1834, 173; Das Inland. Eine Wochenschrift für Liv-, Esth- und Curland‘s Gesch., Geographie, Statistik und Litteratur 16.10.1840, 671, 29.1.1841, 73f, 18.4.1844, 255, 19.6.1845, 423; Jb.er des Dt.en National-Vereins f. Musik u. ihre Wissenschaft 7.10.1840, 321, 15.7.1841, 222ff, 2.9.1841, 278ff; Neue Zs. f. Musik 6.7.1841, 8, 29.11.1842, 182, 6.7.1843, 7; Pannonia 4.2.1843, 54; Oesterr. Pädagogisches Wochenbl. 8.11.1845, 719; Wr. allgemeine Musik-Ztg. 19.3.1846, 136; Der Humorist 15.12.1846, 1203, 4.1.1848, 10; Österr. Morgenbl. 6.1.1847, 12; Die Presse 13.3.1849, 1; Fremden-Bl. 6.1.1850, 4, 19.3.1858, 4, 7.5.1867, 5; Neue Wr. Musik-Ztg. 30.11.1854, 202f, 11.1.1855, 11, 21.4.1859, 64, 2.2.1860, 20, 22.3.1860, 48; Der Zwischen-Akt 16.1.1859, 3, 13.3.1862, 4; Klagenfurter Ztg. 4.4.1859, 299; [Grazer] Tagespost 1.8.1860, 4; Iris 8.5.1861, 72; Wr. Theater-Chronik 3.7.1862, 107, 2.10.1862, 158, 25.12.1862, 210, 1.1.1863, 1, 2.4.1863, 56; Signale f. die musikalische Welt 22.8.1867, 618; Vorarlberger Landes-Ztg. 15.11.1870, 2, 3.12.1870, 4, 28.3.1871, 2; Berliner Musikztg. 22.1.1874, 31; Musikalisches Wochenbl. 28.7.1871, 493, 30.1.1874, 63, 20.3.1874, 156, 22.1.1875, 50, 24.3.1876, 160, 19.1.1877, 56; NFP 16.1.1875, 6; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1785–1836 der Pfarre Tracht, Taufen, pag. 68; Taufbuch 1845–52 der Schottenpfarre (Wien I), fol. 34; Sterbebuch 1875–79 der Pfarre Maria Treu (Wien VIII), fol. 113; eigene Recherchen (Lehrer-Schematismen 1845, 1847, 1852, 1860; Kataloge ÖNB, Musikslg.; www.onb.ac.at).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Feigerl, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/10/2019]