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Fiala, Fiala, true Josef
* 1748 -02-033.2.1748 Lochowitz bei Příbram/Böhmen (Lochovice/CZ),1816 -07-3131.7.1816 Donaueschingen/D. Gambist, Oboist und Komponist. Zuerst Musiker in der Kapelle einer Gräfin Netoliczky von Netolicz, die ihn in Prag studieren ließ. Nach Dlabacz erweckte er bald als Oboist Aufmerksamkeit, was auch durch die lobende Erwähnung seines Spiels in einem Gedicht über die Aufführung eines Oratoriums von J. Mysliveček in der Zeitschrift Der Unsichtbare (28.4.1770) bestätigt wird. Er verließ unter abenteuerlichen Umständen heimlich Prag und ging nach Regensburg, wurde aufgegriffen und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch angeblich durch Intervention der Kaiserin Maria Theresia vorzeitig freigelassen. 1774–77 war er Mitglied der Kapelle in Öttingen-Wallerstein, 1777–78 der Hofkapelle des Kurfürsten Maxmilian III. Joseph in München, wo er wahrscheinlich W. A. Mozart kennen gelernt hat. Die Kapelle wurde jedoch nach dem Tod des Kurfürsten aufgelöst und F. ging – wahrscheinlich auch aufgrund seiner Kontakte zu L. Mozart – 1778 nach Salzburg. Wegen gesundheitlicher Probleme musste F. das Oboespiel aufgeben, bis 1785 war er als Violinist, Bratschist und Violoncellist Mitglied der Kapelle von Erzb. H. Colloredo und widmete sich auch der Viola da gamba. Aus der Salzburger Zeit stammt die größte Zahl der Kompositionen F.s (Konzerte für verschiedene Instrumente, Streichquartette und andere Kammermusikwerke). Nach kurzem Aufenthalt in Wien, wo ihm W. A. Mozart eine neue Existenz zu finden versuchte, ging F. nach St. Petersburg und war angeblich an der Gründung der Kapelle des Fürsten Orlow de Tschesmensky beteiligt. Auf der Rückreise 1790–91 veranstaltete er Konzerte u. a. in Breslau, Berlin und Prag, wo er am 16.3.1791 im Thunschen Theater auf der Kleinseite auftrat. 1792 trat er in die Fürstenberg’sche Kapelle in Donaueschingen ein, wo er bis zu seinem Tod blieb.

Die Kompositionen F.s wurden zu Lebzeiten in Wien bei Artaria & Co., in Regensburg bei Joseph Sigmund Reitmayr, in Frankfurt bei Haueisen, in Augsburg bei Gombart & Co. herausgegeben. Seine Werke sind lediglich in Abschriften erhalten geblieben. Eine große Zahl befindet sich in der Fürstenberg’schen Sammlung in Donaueschingen, im Staatsarchiv Rudolstadt, im Národní muzeum – České muzeum hudby Praha, im Moravské zemské muzeum Brno, der Staatsbibliothek Berlin, der Bayerischen Staatsbibliothek München, den Sammlungen Harburg in Augsburg und Thurn und Taxis Regensburg, im Museum Carolino-Augusteum Salzburg, in der Mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin, in der Sammlung J. A. Seydl im Oblastní archiv Beroun/CZ, in der Musiksammlung der ÖNB u. a.


Werke
Instrumentalkonzerte (für Ob., Englischhorn allein, Klar. und Englischhorn, 2 Hr., Vc., Fg., Trp., Fl. u. a.); Kammermusikwerke (Gambentrio, Streichquartette, Bläserparthien u. a.), Tänze (Menuette, Deutsche Tänze), Sinfonien, Messe in D (Zum Geburtstag von Carl Joachim von Fürstenberg), Ave Maria.
Literatur
MGG 4 (1955); NGroveD 6 (1980) u. 8 (2001); S. Staral in MozartJb 1999; C. Reinländer, J. F. Thematisch-systematisches WV 21997; Dlabacž 1815; L. Schiedermair in SIMG 9 (1907–08), 91f.; Mozart. Briefe und Aufzeichnungen 7 (1975); A. Němec in Zprávy Bertramky, Prag Nov. 1955, 1–4; J. Racek in Musikologie 5 (Brünn 1958); T. Volek in Miscellanea musicologica 6 (Prag 1958); Š. Hortová, J. F., jeho život a dílo ve světle mozartovské korespondence a dochovaných notových pramenů, Dipl.arb. Prag 1992.

Autor(en)
Hubert Reitterer
Vlasta Reittererová
Empfohlene Zitierweise
Hubert Reitterer/Vlasta Reittererová, Art. „Fiala, Josef‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 03/01/2002]


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Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Fiala,
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