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Fischer-Dieskau, Fischer-Dieskau, true Dietrich
* 1925 -05-2828.5.1925 Berlin, 2012-05-1818.5.2012 Berg/D. Sänger (Oper, Lied, Oratorium), Dirigent, Rezitator, Pädagoge (Leiter von Meisterklassen und -kursen für Liedinterpretation), Musikschriftsteller, Maler. In jungen Jahren Klavierunterricht sowie bis 1942 Gesangsunterreicht bei Georg A. Walter; 1943 zum Kriegsdienst einberufen. Nach Kriegsteilnahme und Gefangenschaft in Italien 1947–48 Gesangsstudium an der Berliner MHsch. bei Herman Weissenborn; Beginn der sängerischen Laufbahn mit Liederabenden und Engagement an der Städtischen Oper Berlin 1948 (erste Rolle: Marquis Posa [Don Carlos]unter Ferenc Fricsay). Eine nach Leistung, Anerkennung und Repertoireumfang beispiellose Karriere führte den Künstler 45 Jahre lang an alle bedeutenden Bühnen und Festspielorte und machte ihn zum Stammgast der internationalen Konzertsäle. Durch sein Engagement für die zeitgenössische Musik wurde er zum Anreger, Widmungsträger und Erstinterpreten zahlreicher Kompositionen (Karl Amadeus Hartmann, Aribert Reimann, E. Krenek, Benjamin Britten, Witold Lutostawski u. a.). Nach seinem Rückzug als Sänger von der Bühne (1983) und vom Konzertpodium sowie aus dem Aufnahmestudio (1993) nahm er seine Laufbahn als Dirigent (1972–76) wieder auf, trat als Rezitator (R. Strauss, Enoch Arden; Briefwechsel R. Strauss/H. v. Hofmannsthal, J. Brahms/C. Schumann, Johann Wolfgang v. Goethe – Carl Friedrich Zelter) in Erscheinung, widmete sich verstärkt seiner Tätigkeit als bildender Künstler (Ausstellungen) und Musikschriftsteller. Daneben Unterrichtstätigkeit an der HSch. der Künste in Berlin. Für das österreichische Musikleben war F.-D. als Gestalter großer Bühnenrollen bedeutsam: u. a. Mandryka (Arabella), Almaviva (Le nozze di Figaro), Don Alfonso (Così fan tutte), Titelrolle in Macbeth bei den Salzburger Festspielen, die Titelrollen in Eugen Onegin und Falstaff an der Wiener Staatsoper. 1951–92 zahlreiche Liederabende und Konzertmitwirkungen. Bei derSchubertiade ab 1983 Tätigkeit als Dirigent, Rezitator und Interpretationslehrer.
Ehrungen
u. a. Berliner Kammersänger 1963; Naras Award 1972; Ernst-von-Siemens-Preis 1980; Chevalier de la Légion d’Honneur 1990; Commandeur des Arts et Lettres; Brahmspreis der Brahmsgesellschaft Schleswig-Holstein 1998; Duisburger Musikpreis 2007; Hugo-Wolf-Medaille 2008.
Schriften
Texte deutscher Lieder 1968; Wagner und Nietzsche 1979; Schumann, Wort und Musik. Das Vokalwerk 1981; Töne sprechen, Worte klingen 1985; Wenn Musik der Liebe Nahrung ist 1989; Fern die Klage des Fauns. Claude Debussy und seine Welt 1993; Schubert und seine Lieder 1996; Carl Friedrich Zelter und das Musikleben seiner Zeit 1998. Autobiographisch: Nachklang. Ansichten und Erinnerungen 1987; Zeit eines Lebens. Auf Fährtensuche 2000.
Literatur
K. S. Whitton, D. F.-D. 1984; Hans A. Neunzig, D. F.-D.Sieghart.  Innsbruck,  (Gert). 429ff..Ammann Graz,  1995; M. Wolf, D. F.-D. Verzeichnis der Tonaufnahmen 2000; http://www.mwolf.de (9/2011); http://de.wikipedia.org (5/2012).

Autor(en)
Oswald Panagl
Empfohlene Zitierweise
Oswald Panagl, Art. „Fischer-Dieskau, Dietrich‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


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Fischer-Dieskau,
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