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Fox, Fox, true Frank (eig. Fux, Franz)
* 1902-07-2525.7.1902 Bistritz am Hostein/Mähren (Bystřice pod Hostýnem/CZ), † 1965-11-2727.11.1965 München/D. Kapellmeister, Komponist. Laut eigenen Angaben Ausbildung in Wien, Berlin, London, u. a. bei F. Schmidt und F. Loewe. 1920/21 Kompositionsstudium an der MAkad. Wien (bei J. Marx), das er jedoch Ende April 1921 abbrach. Tätigkeit als Kapellmeister im In- und Ausland. 1927/28 musikalischer Leiter des Boulevardtheaters und des Simpl, beide von F. Grünbaum als künstlerischem Leiter betreut. F. machte sich in kurzer Zeit als gefragter Arrangeur einen Namen, war 1927 für das Wiener Jazz-Orchester von D. Dauber tätig. 1928 wurde er als „der beste Klavierimprovisator weit und breit“ bezeichnet (Wr. Sonn- und Montags-Ztg. 13.11.1928, 4). Pianist und Arrangeur der Florida-Band. Darüber hinaus auch für verschiedene Wiener Verlage (u. a. für den Wiener Bohême-Verlag, die Edition Bristol und Doblinger) tätig. Ab spätestens 1931 Leader und Arrangeur seiner eigenen Kapelle (Mitglieder u. a. H. Sandauer, R. Prießnitz, Walter Landauer, Egon Groß), mit der er ab Herbst 1931 als Scala-Jazz Bühnenschauen im neu eröffneten Scala-Kino, dem ehemaligen Johann Strauß-Theater spielte. Im Herbst 1932 wechselte F. mit seiner Kapelle ans Apollokino (Wien VI). Dazu kamen Engagements in verschiedenen Wiener Etablissements (Grabencafé, Café de Paris, Kursalon, alle Wien I), die zum Teil live auf Radio Wien übertragen wurden, Studioauftritte im Rundfunk sowie Plattenaufnahmen für Columbia. Außerdem ab 1930 Mitwirkung bei Filmproduktionen in Wien, Berlin, Budapest, Rom und Stockholm, bei denen F. teilweise auch als musikalischer Leiter und/oder Komponist (Filmmusik) fungierte (in Florentine 1937 zitierte er das Venetianische Wiegenlied seines geschätzten Lehrers J. Marx). Darüber hinaus war F. immer wieder bei verschiedenen Wiener Theaterproduktionen (Kammerspiele, Theater in der Josefstadt, Neues Wiener Schauspielhaus, Deutsches Volkstheater) als Dirigent und Arrangeur tätig, u. a. bei den UAen von R. Benatzkys musikalischen Lustspielen Bezauberndes Fräulein 1933, Der König mit dem Regenschirm 1934, Der reichste Mann der Welt 1936, Pariserinnen 1937. Ab Herbst 1934 ging er mit seiner Kapelle regelmäßig auf Konzerttournee und spielte in zahlreichen europäischen Städten (u. a. Zürich/CH, London, Amsterdam, Rotterdam/NL, Karlsbad). Während des Zweiten Weltkriegs in Berlin als Tonfilmkomponist und Kapellmeister am Metropol-Theater tätig, danach Rückkehr nach Wien. Hier gab er im Sommer 1945 mit seiner Kapelle täglich Konzerte im Burggarten, 1947 trat er im Volksgarten auf. F. komponierte in der Folge die Musik zu mehreren Filmen und dirigierte u. a. die Berliner Symphoniker bei Plattenaufnahmen von Operettenquerschnitten (L. Falls Die Rose von Stambul, Th. Mackebens Die Dubarry) für Ariola. 1948 Gründer und Präsident der Österreichischen Bühnenunion, die nur wenige Monate bestand. Verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in München. Kurz vor seinem Tod schrieb F. noch die Musik für die deutsche TV-Serie Geheimagent Tegtmeier.
Werke
Revuen (Weltgeschichte gefällig 1928 [T: F. Grünbaum und Armin Friedmann], Quer durch Wien 1930 [T: K. Farkas und L. Hirschfeld]); Operetten (Premiere im Metropol); Musik zum Einakterzyklus Weh dem der liebt 1928; Broadway (amerikanisches Zeitbild) 1946; Schlager (gem. m. St. Weiß: Einmal war Wien eine Kaiserstadt [T: F. Löhner], Geh nie mehr fort von mir [T: Aldo von Pinelli], Amerika hat Rhythmus und Wien hat Melodie [T: E. Meder]); Wienerlieder (Wenn der Wiener Englisch redt [T: Rudi Kreitner], gem. m. F. Rotter: Wiener sein ist eine Ehre); Potpourris (Und das war verboten!); Filmmusik (Geld auf der Straße 1930, Wiener Zauberklänge 1931, Die vom 17er Haus 1932, Florentine 1937, Spiegel des Lebens 1938, Kora Terry 1940, Traummusik 1940, Stimme des Herzens 1942, Der weite Weg 1946, Hin und Her 1947, Liebling der Welt 1948/49, Auf der grünen Wiese 1953); Plattenaufnahmen für Columbia und Ariola.
Schriften
„Shanty“ – – das Allerneueste, in Tonfilm Theater Tanz 5/11 (1937).
Literatur
Lang 1974, 1986; Czeike 2 (1993); R. Teichl, Österreicher der Gegenwart 1951; Jazz erobert die Welt (1948), 28; Tonfilm Theater Tanz 3/1 (1935), 11, 4/4 (1936), 6, 4/9 (1936), 17, 4/12 (1936), 14; Neues Wr. Tagbl. 14.8.1931, 8; Wr. Ztg. 15.9.1931, 8; Reichspost 4.9.1932, 9; Wr. Kurier 31.5.1947, 7; Die Weltpresse 16.12.1946, 6; www.filmportal.de (2/2019); https://de.wikipedia.org (2/2019); ÖNB, Hs.-Slg. (Fragebogen „Österreicher der Gegenwart“; Korrespondenz mit J. Marx); Mitt. Archiv MUniv. Wien; eigene Recherchen (www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Fox, Frank (eig. Fux, Franz)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 29/07/2013]