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Freihaustheater auf der Wieden
Wiener Vorstadttheater (IV, Wiedner Hauptstraße/Margarethenstraße/Operngasse). Das Grundstück wurde 1647 als Freigut Conrad Balthasar Graf Starhemberg übergeben, die Bezeichnung „Freihaus“ ist 1703 erstmals nachweisbar (Steuerfreiheit). Nach zahlreichen Bränden und mehrmaligem Wiederaufbau war das ausgedehnte Gebäude im Jahre 1785 das größte Privatmiethaus Wiens. Im Zuge eines größeren Umbaus wurde 1785 im Freihaus ein kleines Theater nach Plänen des Landschaftsbaumeisters Andreas Zach (1736–97) errichtet (Theater im Freihaus). Die erste Vorstellung fand am 14.10.1787 unter dem Wandertruppenprinzipal Christian Roßbach (1756–93) statt. Der Theaterdichter und Lokalschriftsteller Johann Friedel (1755–89) hinterließ das Theater testamentarisch seiner Gesellschafterin Eleonore Schikaneder. Diese veranlasste ihren Mann E. Schikaneder, nach Wien zu kommen und das Theater zu übernehmen (Eröffnung 12.7.1789 mit der komischen Oper Der dumme Anton im Gebürge oder Die zween Anton, M: B. Schack, F. X. Gerl). Kompagnon war 1789–93 Josef Edler von Bauernfeld, ein Verwandter des Lustspieldichters E. v. Bauernfeld. Am 30.9.1791 wurde hier W. A. Mozarts Zauberflöte uraufgeführt. 1799 übernahm Bartholomäus Zitterbarth (1757–1806) das Theater „samt allen darauf haftenden Schulden“, Schikaneder blieb weiterhin Direktor. Zitterbarth erwarb ein benachbartes Grundstück, auf dem er das Theater an der Wien bauen ließ, dessen Leitung Schikaneder 1801 übernahm. Auf dem Spielplan des F. standen neben Lust-, Trauerspielen und Balletten v. a. komische Opern von C. Ditters v. Dittersdorf, G. Paisiello, F. X. Gerl und P. Wranitzky sowie Zauberpossen, Harlekinaden und Maschinenkomöden. Die Zauberflöte erlebte insgesamt 223 Aufführungen, 1792 wurden auch Mozarts Don Giovanni und Hochzeit des Figaro aufgeführt. Zu den größten Erfolgen zählten weiters komische Opern nach Texten von Schikaneder: Die Waldmänner (M: J. B. Henneberg, 1793), Der Spiegel von Arkadien (M: F. X. Süßmayer 1794), Der Tiroler Wastl (M: J. H. Haibel, 1796) und Babylons Pyramiden (M: A. Gallus-Mederitsch und P. Winter, 1797). Daneben gab es auch zahlreiche musikalische Akademien. Am 12.6.1801 fand die letzte Aufführung im F. statt, am 13.6.1801 wurde das Theater an der Wien eröffnet. 1910 wurde das Freihaus abgerissen.
Gedenkstätten
Gedenktafel Operngasse 25 (Wien IV).
Literatur
O. E. Deutsch, Das F. 1937; E. Spiesberger, Das Freihaus 1980; Czeike 2 (1993); Hadamowsky 1988; P. Tomek, Die Musik an den Wr. Vorstadttheatern 1776–1825, 1989; T. Krzeszowiak in Prospect (Mai 2001); E. Lampl, Die Oper auf den Wr. Vorstadtbühnen 1776–1865, Diss. Wien 1987; St. Punderlitschek, Das Freihaus-Theater auf der Wieden. Das Tagebuch von Ignaz Ritter v. Seyfried 1795 bis 12. Juni 180, Dipl.arb. Wien 1997.

Autor(en)
Andrea Harrandt
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt, Art. „Freihaustheater auf der Wieden‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 10/12/2001]