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Friedlowsky Friedlowsky Joseph: (versch. Schreibweisen), Familie
Joseph: * 1777-07-1111.7. [nicht 6.] 1777 Prag-Breunau (Praha-Břevnov), † 1859-01-1414.1.1859 Wien. Klarinettist. Sohn des Fleischhauers Thomas F., erhielt vom Schullehrer Wodizca in Auhonitz (Úhonice/CZ) den ersten musikalischen Unterricht, bei einem gewissen Nejebse, 1. Klarinettist im Prager Theaterorchester, erlernte er das Klarinetten- und Bassethornspiel. Er spielte anschließend in der Harmoniemusik der Prager Stadtgarde. Heirat am 30.4.1798 in Prag als „Musicus liber“. 1802 kam F. nach Wien, wo er spätestens ab 1808 (wohl bereits ab 1802) Musiker am Theater an der Wien und ab 1.8.1832 bis zu seinem Tod Mitglied der Hofmusikkapelle war (seit 1822 Exspektant); 1808–39 auch Mitglied der Tonkünstler-Sozietät. F. unterrichtete 1821–47 am Konservatorium der GdM und war ein (u. a. von L. v. Beethoven) geschätzter Kammermusiker.

Seine Kinder

Franz: * 27.3.1802 Prag, † nach 1847 (Ort?). Geiger. Schüler von Jos. Böhm und I. Moscheles, galt um 1820 als vielversprechendes Talent, nach 1821 verliert sich jedoch seine Spur. Laut Schilling soll er nur mehr Privatunterricht gegeben haben und sich der Kalligraphie sowie der Erlernung mehrerer Fremdsprachen gewidmet haben. Unklar ist, ob er mit dem gleichnamigen Tonkünstler ident ist, der im November 1847 von Triest nach Wien kam.

Eleonora (Leonore) Anna: get. 3.4.1803 Wieden (Wien IV), † 25.8.1868 Wien. Sängerin (Sopran). Erste Opernauftritte sind bereits im Alter von 14 Jahren nachweisbar, zur gleichen Zeit trat sie auch mit dem Vater und ihrem Bruder F. F. auf. Ab 1818 sang sie bis mindestens Mitte der 1820er Jahre am Theater an der Wien. Sang auch bei kirchenmusikalischen Aufführungen und wirkte zuletzt als Musiklehrerin.

Anton (von Padua): * 2.8.1804 Wieden, † 27.12.1875 Wien. Klarinettist. Gehörte zunächst dem Orchester des Theaters an der Wien an, zum Zeitpunkt seiner Verehelichung am 11.6.1835 war er Mitglied des Hofburgtheaterorchesters. 1839 wird er bereits als Mitglied der HMK bezeichnet. Laut Köchel übernahm er ab 20.1.1859 die Stelle des Vaters in der HMK. Mit 8.12.1869 wurde er vom Dienst enthoben. A. F. war wie sein Vater ein vielgefragter Klarinettist seiner Zeit.

Maria: * 18.12.1806 Wieden, † nach 1822 (Ort?). Sängerin (Sopran). Trat offenbar in einem Familienkonzert der F.s am 2.12.1821 erstmals öffentlich auf, die Kritiken waren jedoch verhalten. Als Sängerin letztmals bei einer musikalischen Akademie von F. Grutsch am 24.2.1822 nachweisbar.

A.s Tochter Em(m)a: * 7.9.1837 Wieden, † 31.3.1918 Wien. Sängerin (Sopran). War Schülerin G. Gentiluomos an der Wiener Akademie der Tonkunst, sang 1857/58 am Theater in der Josefstadt (Debüt als „vielversprechendes Talent“ in C. M. v. Webers Der Freischütz) und wirkte am 28.8.1857 auch bei der Wiener EA von Rich. Wagners Tannhäuser im Thaliatheater als Elisabeth mit (wird dabei als „Glanzpunct der Oper“ bezeichnet). Im Frühjahr 1858 wurde sie von Franz Thomé an das Prager Ständetheater engagiert (Debüt wiederum in Webers Freischütz), wo sie sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Geplagt von einer dauernden Stimmkrankheit, die ihre Karriere beendete, verließ sie Prag im Februar 1859 und ging wieder zurück nach Wien. Danach verliert sich ihre Spur für einige Jahre. 1866–68 ist sie als Solistin in Wiener Kirchen belegbar, u. a. an St. Karl, 1869 trat sie als Konzertsängerin auf. Sie heiratete am 9.11.1871 in Brunn am Gebirge/NÖ den Stadtbaumeister Anton Adametz (* ca. 1838 Pest, † 3.10.1883 Wien). Taufpatin ihres Sohnes Anton Walther Emmerich (* 23.4.1877 Wien) war Auguste Hirtl, die Frau von Jos. Hirtl.

Ihre Schwester Friederika Maria Napoleontine (* 29.7.1839 Wieden, † 15.5.1900 Wien) war seit 1862 mit K. Olschbaur verheiratet. Ihr Bruder Anton von Padua Franciscus Seraphicus (* 9.3.1836 Windmühle [Wien VI], † 21.3.1909 Wien) war Mediziner und ein enger Mitarbeiter von Jos. Hirtl.

Ein – offenbar mit der Familie F. nicht verwandter – Tonkünstler namens Johann Friedlofsky lebte 1859 in Wien; eine Identifikation mit J. F.s Sohn Johann Theodor Anton (* 27.12.1812 Laimgrube [Wien VI]) erscheint nach derzeitiger Quellenlage unwahrscheinlich.


Literatur
Schilling 3 (1836); Th. Albrecht in Wr. Oboen-Journal 40 (Dezember 2008) u. 45 (März 2010); K. M. Kopitz/R. Cadenbach (Hg.), Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen in Tagebüchern, Briefen, Gedichten und Erinnerungen 2009; H. Strebel, Anton Stadler: Wirken u. Lebensumfeld des „Mozart-Klarinettisten“ 2016; C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871, 109; Köchel 1869; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); BeethovenH 1926; Almanach Dt. Bühnenangehöriger 1877, 26; Dlabacž 1815; Ulrich 1997; AmZ mit besonderer Rücksicht auf den österr. Kaiserstaat 1817, 449f, 1818, 335, 1822, 3 u. 311, 1824, 32 u. 47; Wr. allgemeine Theaterztg. 1817, 480, 504, 608, 611 u. Beil. 7/28, 1818, 407, 1819, 207, 1821, 583; Allgemeine Theaterztg. 1823, 226f, 1825, 627, 1826, 96 u. 119, 1827, 227, 338 u. 527, 1832, 348 u. 704; Wr. Zs. 15.12.1825, 1244; Wr. allgemeine musikalische Ztg. 1841, 39; Fremden-Bl. 19.11.1847, 2, 12.5.1862, 4, 1.2.1866, 6, 18.12.1866, 6, 24.3.1867, 6; Neue Wr. Musik-Ztg. 15.3.1855, 45; Die Presse 18.1.1859, 4, 30.5.1868, 9, 18.11.1869, 3, 5.10.1883, Abendbl., 3; Bll. für Musik, Theater und Kunst 17.12.1869, 403; Wr. Ztg. 29.8.1868, 645, 17.3.1874, 1090, 28.12.1875, 1058, 4.11.1894, 6; Neues Wr. Journal 2.5.1895, 4, 1.4.1906, 4, 27.8.1907, 4; 24.3.1909, 7; Oesterr. Illustrirte Ztg. 21.8.1896, 8f; Wr. Salonbl. 20.5.1900, 11; Reichspost 17.8.1906, 3; Die Neue Ztg. 26.11.1917, 3f; Prager Tagbl. 7.4.1918, 5; WStLA (TBP 1859, 1868); Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch 1771–94 der Pfarre St. Margareta Praha-Břevnov), fol. 12r; Taufbuch 1802–08 der Pfarre Wieden, fol. 63, 121, 230; Taufbuch 1808–13 der Pfarre Wieden, fol. 15; Taufbuch 1811–13 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube, fol. 101; Trauungsbuch 1834–40 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube (Wien VI), fol. 49; Taufbuch 1834–37 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 149; Taufbuch 1837 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 112; Taufbuch 1839 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 115; Taufbuch 1877 der Pfarre St. Josef zu Margareten, fol. 94; Trauungsbuch Praha-Strahovský klášter 1758–1809, pag. 85; Sterbebuch 1883–86 der Pfarre St. Josef zu Margareten, fol. 18; Sterbebuch 1899–1915 der Dompfarre St. Stephan (Wien I), fol. 37; Lehmann-Adressbücher; weitere Recherchen in Wiener Musik- und Theaterztg.en 1857–59 zu Em. F. (www.demos.ac.at [5/2013]); www.friedhoefewien.at (9/2015).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Friedlowsky (versch. Schreibweisen), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 27/12/2017]