Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Froberger, Froberger, true Johann Jacob
* 1616 -04-099.4.1616 Stuttgart/D, 1667 -05-076./7.5.1667 Schloss Héricourt/F. Organist und Komponist. Kam vielleicht schon 1634 nach Wien, wo er zunächst ab Dezember 1636 bis September 1637 als Hoforganist mit 24 fl monatlich Anstellung fand. Kaiser Ferdinand III. gewährte ihm auf seinen ursprünglich zurückgestellten Antrag hin einen Studienaufenthalt bei Girolamo Frescobaldi (1583–1643) in Rom, unter der Bedingung der Konversion zum Katholizismus. Nach seiner Rückkehr wurde er ab April 1641 bis Oktober 1645 für seine Dienste mit monatlich 60 fl schon hoch besoldet. Er hielt sich danach wieder in Rom auf, wo er von A. Kircher in die Geheimnisse von dessen Komponiermaschine eingeweiht wurde, um sie dann an die Fürsten von Florenz und Mantua und schließlich im September 1649 an den Kaiser weiterzugeben. Er reiste weiter zum kurfürstlichen Hof von Dresden, zu Erzhzg. Leopold Wilhelm in Brüssel, wo er 1650 und 1652 spielte, und 1652 nach Paris und London. Im Frühling 1653 stieß er in Regensburg/D wieder zum Kaiserhof, der ihn von April dieses Jahres bis Juni 1657 wieder für Organistendienste bezahlte. Kaiser Leopold I. nahm ihn nicht wieder auf, angeblich, weil er bei ihm in Ungnade stand, in Wirklichkeit wohl aus politischen Gründen. Seine letzte Lebenszeit verbrachte er auf Schloss Héricourt als Gast der verwitweten Herzogin von Montbéliard, hatte aber noch etwa ein halbes Jahr vor seinem plötzlichen Tod eine Rückkehr nach Wien vor. F., der die stilistischen Anregungen Italiens, Frankreichs und Deutschlands aufgriff, ist der bedeutendste Komponist für Tasteninstrumente des süddeutsch-österreichischen Raums im 17. Jh.
Werke
Libro secondo di Toccate, Fantasie, Canzone, Allemande, Courante, Sarabende, Gigue et altre Partite 1649 (A-Wn); Libro quarto di Toccate, Ricercari, Capricci, Allemande, Gigue, Courante, Sarabande 1656 (A-Wn); Libro di Capricci e Ricercate um 1658 (A-Wn); 3 posthume Drucke 1693, 1696 und um 1697 (NA in DTÖ 8, 13 u. 21 [1897–1903]).
Literatur
NGroveD 8 (2001); Knaus 1967; Cl. Annibaldi in current musicology 58 (1995); Wien HHStA; OMeA Sonderreihe 186, 187.

Autor(en)
Herbert Seifert
Empfohlene Zitierweise
Herbert Seifert, Art. „Froberger, Johann Jacob‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11/12/2001]