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Fröhlich, Fröhlich, Maria Anna Schwestern
Maria Anna (Nanette): get. 19.9.1793 Leopoldstadt (Wien II), † 1880-03-1111.3.1880 Wien. Sängerin, Pädagogin, Pianistin. Schülerin an der Singschule der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien von J. N. Hummel (Klavier) und Giuseppe Siboni (Gesang). Seit 1814 ausübendes Mitglied der GdM. Unterrichtete 1819–54 am Konservatorium der GdM fortgeschrittene Gesangsschülerinnen (Nachfolgerin: M. Marchesi), wobei sie in den letzten Jahren ohne jegliche Bühnenerfahrung als Pädagogin für angehende Opernsängerinnen umstritten war. Außerdem fungierte sie bei Prüfungen und in Konzerten des Konservatoriums sowie bei den Aufführungen Alter Musik bei R. G. Kiesewetter als Korrepetitorin. Einige Zeit leitete sie dort auch die Konzerte. Wie ihre Schwestern mit F. Grillparzer und Fr. Schubert befreundet. Schubert, der durch L. Sonnleithner bei den F.s eingeführt wurde, schrieb für sie bzw. ihre Schülerinnen einige Werke (23. Psalm D 706, Gott in der Natur 757 und Des Tages Weihe 763). M. A. F. initiierte nach dessen Tod 1829 ein Konzert für die Errichtung eines Grabdenkmals, das 1830 aufgestellt wurde. Ihr Vermögen widmete sie einer Stiftung für Künstler.

Barbara (Betty, Babet, verh. Bogner): get. 30.8.1797 Wieden (Wien IV), † 30.6.1879 Wien. Sängerin (Mezzosopran) und Malerin. War zunächst ebenfalls als Sängerin tätig, entschied sich jedoch für eine Karriere als bildende Künstlerin. Schülerin und Gehilfin des Malers Moritz Daffinger, danach Miniaturmalerin und Zeichenlehrerin. Seit 1825 mit dem Flötisten F. Bogner verheiratet.

Katharina (Kathi): get. 10.6.1800 Wieden, † 3.3.1879 Wien. Erhielt zwar eine Klavierausbildung, trat jedoch nicht als Musikerin auf. In der Literaturgeschichte als „ewige Braut“ Grillparzers, der ab 1849 bis zu seinem Tod bei ihr und ihrer Schwester Maria Anna wohnte, bekannt.

Josephine (Pepi, eig. Josepha Carolina): get. 12.12.1803 Wieden, † 7.5.1878 Wien. Sängerin (Sopran). Erhielt 1819–21 Unterricht von ihrer Schwester Anna an der Singschule der GdM. Debütierte 1821 am Kärntnertortheater. Weitere Ausbildung bei Giuseppe Siboni, dem sie nach Kopenhagen folgte, wo sie mit wenig Erfolg versuchte, sich im öffentlichen Musikleben durchzusetzen. Gastspiele in Prag, Venedig und Mailand. Aufgrund zu starker nervlicher Belastung zog sie sich von der Bühne zurück und war in Wien als Gesangs- (Lehrerin von L. Tuczek) und Klavierpädagogin tätig. Schubert schrieb für sie die Solopartien zweier Werke nach Texten von Grillparzer (Zögernd leise D 921, Kantate Mirjams Siegesgesang D 942).


Ehrungen
Königlich-dänische Kammersängerin 1828; Ehrenmitglied der Società Apollinea von Venedig.


Die Schwestern F. nahmen im bürgerlichen Wiener Musikleben des Vormärz (Biedermeier) eine ähnliche Stellung ein wie die Familien Sonnleithner oder Kiesewetter. Viele Gäste lernten wie auch Grillparzer bei ihren musikalischen Abendgesellschaften die Musik Schuberts kennen (Salon).


Literatur
NGroveD 9 (2001); MGG 7 (2002) u. 4 (1955); B. Hennenberg, Das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 2013; K-R 1997; SchubertL 1997; Czeike 2 (1993); ÖBL 1 (1957); MGÖ 2 (1995); A. Sauer in O. Katann (Hg.), Grillparzer-Studien 1924; P. Neumarkt, Franz Grillparzer’s Contribution to Music, Diss. New York 1958; Taufbuch der Pfarre St. Leopold (Wien II) 1773–98, pag. 785 [Maria Anna]; Taufbücher der Pfarre St. Karl Borromäus (Wien IV) 1790–99, fol. 185 [Barbara] u. 1799–1805, fol. 29 [Katharina], fol. 122 [Josepha].

Autor(en)
Barbara Boisits
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits/Monika Kornberger, Art. „Fröhlich, Schwestern‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 11/12/2001]