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Fuchs, Fuchs, true Neithart
Legendäre Gestalt. Nach literarischen Quellen lebte er am Hofe Herzog Ottos des Fröhlichen (1333–39). Er kann als der bedeutendste Rezipient Neidharts v. Reuenthal bezeichnet werden, da er als der Verfasser der Neidhartschwänke gilt. Diese sind Bearbeitungen der Neidhartlieder in Wort und Bild, denn den meisten Schwänken ist ein Holzschnitt beigefügt. Lt. Titelblatt wurden sie gesungen. Drei Auflagen der Schwankbücher aus dem 15. und 16. Jh. sind überliefert: 1. Augsburg 1491–97 (z); 2. Nürnberg 1537 (z1); 3. Frankfurt 1566 (z2). Einige Neidhartthemen (in erster Linie der Veilchen- und der Fassschwank) wurden als Wandmalereien in der Schweiz, in Süddeutschland und in Österreich ins Bild umgesetzt. Der mündlichen und schriftlichen Tradition zufolge erhielt N. F. an der Südseite des Stephansdomes (nahe dem Singertor) ein prächtiges Hochgrab. Neueste historische, kunsthistorische und anthropologische Untersuchungen führten zu der sehr wahrscheinlichen Annahme, dass in diesem sowohl die Gebeine des Minnesängers Neidhart als auch die des Epigonen N. F. um 1400 bestattet wurden.
Literatur
F. Bobertag (Hg.), Narrenbuch 1964; E. Jöst (Hg.), Die Historien des N. F. 1980; E. Jöst, Bauernfeindlichkeit. Die Historien des Ritters N. F. 1976; H. Birkhan (Hg.), Neidhart von Reuental 1983; S. Beyschlag/H. Brunner (Hg.), Herr Neidhart diesen Reihen sang. Die Texte und Melodien der Neidhartlieder 1989; E. Simon in H. Brunner (Hg.), Neidhart 1986; G. Blaschitz (Hg.), Neidhartrezeption in Wort und Bild 2000.

Autor(en)
Gertrud Blaschitz
Empfohlene Zitierweise
Gertrud Blaschitz, Art. „Fuchs, Neithart‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/02/2002]