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Gaál, Gaál, true Károly
* 1922 -04-2323.4.1922 Kecskemét/H, 2007-05-1919.5.2007 (Ort?). Volkskundler. G. studierte Ethnographie, Kulturgeographie, Geschichte und Literaturgeschichte in Budapest. Ab 1943 Praktikant im Székler National-Museum, 1944 Verhaftung und Verbringung in ein SS-Straflager im damaligen Hitler-Deutschland, 1945 Rückkehr nach Ungarn. Assistent am Institut für Ethnographie der Univ. Budapest, 1946 Promotion zum Doktor der Philosophie, Direktor des Kiskun-Museums, später des Balaton-Museums in Keszthely. 1956 Gründungsmitglied des westungarischen Nationalrates und Flucht nach Österreich. Arbeiten im Rahmen diverser Forschungsaufträge im Museum für Völkerkunde in Wien, in Innsbruck, für das Ost-Südosteuropa-Institut in München, im Burgenland, Studien an der Univ. Lund/S. 1964 Lehrauftrag für Traditionelle Kultur des Karpatenraumes am Institut für Volkskunde der Univ. Wien, Habilitation 1969, Professur 1975, Emeritierung 1992. Gründungsmitglied der Ethnographia Pannonica (Forschungsgemeinschaft für mitteleuropäische Ethnographie). Unter seinen zahlreichen ethnologischen Werken sind insbesondere seine Studien über das Liedleben von Angehörigen ethnischer Minderheiten für die Volksmusikforschung bedeutsam. Sie beruhen auf zahlreichen Tonaufnahmen, die G. in Zusammenarbeit mit dem Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, v. a. im Burgenland, gemacht hat. Darunter befinden sich die einzigen im heutigen Österreich aufgezeichneten Totenklagen. Mit seinem sozialvolkskundlichen Ansatz hat G. der österreichischen Volksmusikforschung wichtige Impulse gegeben (vgl. Gaál 1975). Die von ihm entwickelte „Wolfau-Methode“ wurde für die volksmusikalischen Feldforschungen am Institut für Volksmusikforschung in Wien und im Österreichischen Volksliedwerk modifiziert übernommen.
Ehrungen
Goldene Medaille der Stadt Wien; Großes Ehrenzeichen des Landes Burgenland; Silbernes Komturkreuz für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich; Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich; Ehrenmitglied der Ungarischen Ethnographischen Gesellschaft; Dr. u. Prof. h. c. der Univ. Budapest; Silbernes Kreuz des Ordens für Verdienste um die Republik Ungarn.
Schriften
Wolfau. Bericht über die Feldforschung 1965/66, 1969; Spinnstubenlieder 1966; Die soziale Lage und das Lied in JbÖVw 24 (1975); Tadten. Eine dorfmonographische Forschung der Ethnographia Pannonica Austriaca 1972/73, 1976; gem. m. G. Neweklowsky, Kroatische Märchen und Totenklagen aus Stinatz im Burgenland 1991.
Literatur
G. Haid in Das Schallarchiv 5 (1979); Who is who in Öst. 1997; http://volksgruppen.orf.at (11/2011).

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Gaál, Károly‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]