Ganspeckh, P. Wilhelm CanReg
* 22.6.1687 Adelshausen/Oberbayern, † 22.8.1770 Ranshofen/OÖ. Geistlicher und Musiker. Der Vater und einige seiner Brüder waren Musiker in der bayerischen HMK. Wilhelm studierte zuerst am Gymnasium in Landshut, später in Burghausen und legte 1710 im Stift Ranshofen die Profess ab, nach Studien in Ingolstadt wurde er 1715 Priester, wohl bald danach Regens chori (bis gegen 1745), 1736 auch Novizenmeister. Die 8 Messen nach Altarheiligen der Stiftskirche, 1 Requiem und 12 Offertorien für 4 Singstimmen mit Solo-Tutti-Angaben und Kirchentrio seines 1722–24 von seinem Bruder Johann Kaspar Joseph in München herausgegebenen Octiduum sacrum (s. Abb.) sind insofern bemerkenswert, als sie ihre Form aus Abwandlungen ostinater Bassmodelle, wohl nach symbolischen Gestaltungsprinzipien, beziehen. Weitere Kirchenkompositionen von ihm sind verschollen, eine Ouverture ex A in Dresden ist ihm mit großer Wahrscheinlichkeit zuzuschreiben. Sein 1736 in Augsburg gedrucktes Processionale parvum enthält verschiedene Choralmelodien, Litaneien und andere Gesänge. Aus seiner Zeit stammen die ältesten in Ranshofen noch erhaltenen Musikalien.
Lit: R. W. Schmidt in JbOÖMV 121 (1976).


RF  
[ Zuletzt aktualisiert: 2010/03/22 09:10:08 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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