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Gesang- und Opernschule
Wiener Musiklehranstalt, ging aus der Lehranstalt der Akademie der Tonkunst hervor. Im September 1855 kam es, bedingt durch den starken Schülerrückgang und infolge der behördlichen Weisung, dass die Bezeichnung „Akademie der Tonkunst“ in dieser Form nicht mehr weitergeführt werden dürfe, zu einer grundlegenden Neustrukturierung der Akademie. Man beschränkte sich nun auf die Führung einer „Schule für Kirchen-, Opern- und Konzert-Gesang“ (konzessioniert seitens der k. k. Statthalterei erst am 25.9.1856) mit dem Verein zur Erhaltung und Hebung der neu organisirten Gesang- und Opernschule (Fremden-Bl. 19.2.1856, 3) als Trägerorganisation. Es gab zwei Ausbildungskurse zu je zwei Jahrgängen: Der zweijährige Grundkurs richtete sich v. a. an Dilettanten und erforderte einen Jahresbeitrag von 30 fl. Im dritten Jahr (120 fl Jahresbeitrag) begann die höhere Ausbildung (höherer Liedvortrag, Konzertarie, Deklamation), die im vierten Jahr (wiederum 120 fl Jahresbeitrag) mit einer dramatischen Ausbildung (samt Auftritten) abgeschlossen wurde. Ergänzend wurde noch verlautbart, dass die bisherigen Professoren der Instrumentalschulen den Unterricht ausnahmsweise „ohne besondere Verbindlichkeit des Institutes“ fortsetzen, wenn sich dafür Schüler melden.

Spätestens ab Februar 1856 gehörte auch M. Salvi dem Lehrkörper an, der gemeinsam mit G. Gentiluomo die Leitung innehatte. Hoftheater-Agent Franz Holding sollte den besten Schülern entsprechende Engagements vermitteln. Im selben Jahr übersiedelte die Schule in die Riemergasse (Wien I). Zwei Jahre später wurde die Schule in das Allgemeine akademische Gesangs-Institut umgewandelt.

Die einzige, derzeit belegte Schüler-Opernaufführung fand am 13. und 14.11.1855 im Theater in der Josefstadt statt: Die vier Haimons-Kinder von Michael William Balfe (M. Roser). Am 27.1.1856 wirkten die Schüler der Anstalt – wie auch der Wiener Männergesang-Verein und die GdM – an der großen Mozartfeier im Großen Redoutensaal unter der Leitung von F. Liszt mit. Am 14.3.1856 gab es ein Privatkonzert der Schule im Landhaussaal. Am 8.12.1856 wurde von den Schülern unter der Leitung von M. Salvi ein Hochamt in der Wiener Jesuitenkirche gestaltet.

Lehrkörper (soweit bekannt, z. T. nur Nennungen): G. Gentiluomo (Dramatischer Gesang 1855–58), F. v. Suppè (1855–?), L. Hauptmann (1855–58), J. Findeisen (1855–?), M. Salvi (1856–58), J. Sulzer (Männergesang 1856–58), J. K. Metzger? (1856), Alexander Arlet (1856–58). Zu den finanziellen Unterstützern zählte F. v. Flotow, eine Schülerin könnte L. Hoffmann gewesen sein.


Literatur
Neue Wr. Musik-Ztg. 27.9.1855, 154f, 29.11.1855, 190, 31.1.1856, 29f u. 31, 20.3.1856, 57f, 23.10.1856, 184, 18.12.1856, 217, 6.8.1857, 129f; Wr. Ztg. 7.10.1855, 2684, 17.10.1856, 3080; Fremden-Bl. 13.11.1855, 8, 19.2.1856, 3; Der Humorist 16.3.1856, 296; Die Presse 20.2.1856, 4; Morgen-Post 17.12.1856, 2; Neues Fremden-Bl. 14.10.1867, 3.

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Gesang- und Opernschule‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 22/10/2019]