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Gleink
Ehemaliges Benediktinerkloster nahe Steyr (1919 eingemeindet); gegr. um 1125 und von Garsten aus besiedelt. Wegen zu geringer Dotierung ist es nie besonders groß geworden und musste mehrfach von benachbarten Stiften administriert werden. Auf diese Weise könnte z. B. das Brevier mit dem ältesten Urbar von Kremsmünster (Linz, OÖ Landesbibliothek Cod. 290, 13. Jh.) hieher gekommen sein. Spätestens seit dem 15. Jh. (wohl nach der Weihe des gotischen Neubaus, 1436) hielt man auch hier einen Organisten, 1475 erlernten zwei Chorherren aus St. Florian hier das Orgelspiel. Nach den Türkenkriegen (1683) scheint es zu einer bescheidenen Blüte gekommen zu sein: 1692 erhielten die Sänger eine neue Instruktion; um 1740 hat der Profess P. Paulus Conrad auch komponiert (s. Abb.); 1732, im Rahmen der barocken Umgestaltung des Stiftes erhielt die Kirche eine neue Egedacher-Orgel, doch wurde das Stift 1784 aufgehoben; die mittelalterlichen Hss. wurden der OÖ Landesbibliothek Linz (Archive) einverleibt. Organist und Sänger erhielten eine Anstellung an der nur mehr als Pfarrkirche Verwendung findenden Stiftskirche, die Sängerknaben dagegen wurden abgefertigt. Nach Verwendung als Kaserne und Sommersitz der Bischöfe von Linz war G. 1832–1977 ein Salesianerinnen-Kloster. Über weitere musikalische Leistungen im Laufe der Geschichte ist bislang (2018) nichts bekannt.
Literatur
W. L. Smith in FAM 27 (1980); K. Holter in [Kat.] Kirche in Oberösterreich 1985; Kellner 1956; O. Wessely, Musik in Oberösterreich 1951; K. Oettinger (Hg.), Reclams Kunstführer Österreich 1 (1961); M. L. Fiala in K. Petermayr et al. (Hg.), Musikinstrumente. Hersteller, Spieler u. Slg.en in OÖ 2017; https://de.wikipedia.org/ (5/2018).

Autor(en)
Rudolf Flotzinger
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger/Christian Fastl, Art. „Gleink‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 20/06/2018]