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Glöggl Glöggl Johann Joseph (Glökl, Glöckl, Glökel, Klöckl), Familie
Johann Joseph Paul: * 1739-01-2525.1.1739 Baden bei Wien/NÖ, † 1806-05-2828.5.1806 Wien [nicht: Linz]. Turnermeister, Musiker. Bis 1790 Turnermeister (Thurner) in Linz, wo er bereits 1761 nachweisbar ist. Danach in Wien Posaunist an der Schottenkirche, als solcher tritt er 1791 der Tonkünstler-Sozietät bei. 1796 Bratschist am Freihaustheater auf der Wieden, 1804 wird er anlässlich seiner zweiten Verehelichung als k. k. Hofmusiker bezeichnet.
Werke
Menuetti per due violini e basso.


Seine Söhne

Joseph (I): * ca. 1759 (Ort?), † 5.9.1821 Pest (Budapest). Kapellmeister, Turnermeister. Ab ca. 1798 2. Kapellmeister am Theater in Linz. Bis 1804 Turnermeister in Enns, dann wieder Theaterkapellmeister in Linz. Ab 1810 Chor- und Orchesterdirektor der Theater in Ofen und Pest (Budapest). 1816 veranstaltete der Musikdirektor J. G. zum eigenen Vorteil eine Benefizveranstaltung in Linz. Er dürfte mit dem Orchesterdirektor G., der 1817 am Pressburger Theater nachweisbar ist, identisch sein.

Franz Xaver (I) Joseph.: get. 22.2.1764 Linz, † 16.7.1839 Linz. Musiker, Dirigent, Musikschriftsteller. Ausbildung in Linz. 1780–83 Musiker an der Stadtpfarrkirche. 1784–86 Violinunterricht bei Anton Hofmann (1723–1809) und Posaune bei Clemens Messerer (1724–1816) in Wien. Wurde 1787 Leiter des Theaterorchesters in Linz und übernahm 1790 das Turnermeisteramt von seinem Vater. 1790–98 und 1804 (Mai bis Oktober) Theaterdirektor in Linz, 1794/95 auch in Salzburg und Passau; 1797–1839 Dom- und Stadtpfarrkapellmeister in Linz, 1800 legte er ein Inventar der Musikalien an. Gründete 1797 die erste MSch. in Linz, für die er eigene Lehrbücher verfasste. Veranstaltete zahlreiche Wohltätigkeitskonzerte, betrieb eine Musikagentur sowie 1801–07 die erste Linzer Musikalienleihanstalt und gründete 1803 eine Musik-, Kunst- und Instrumentenhandlung, in der T. Haslinger seine Ausbildung erhielt. G. stand im Briefwechsel mit J. Haydn, W. A. Mozart und G. J. Vogler. Seine Instrumenten- und Autographensammlung wurde 1824 von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gekauft. Seine 1803 in Linz erschienene Musikalische Monatsschrift war die erste Musikzeitung Österreichs.


Schriften
Erklärung des musikalischen Hauptzirkels 1810; Allgemeine Anfangsgründe der Tonkunst für Ton-Schulen 1810; Allgemeines musikalisches Lex. 1812; Der musikalische Gottesdienst 1822; Hg. der Zs. Musikalische Notizen 1812; Musikalische Ztg. für die österreichischen Staaten 1812/13.
Werke
Stanze im Canon f. 2 T u. 2 B.


J.s (I) Söhne

Franz (I) Joseph: * 1.1.1797 Linz, † nach 1832 (Ort?). Schauspieler, Sänger (Tenor, Bariton), Theaterunternehmer. Debütierte in Linz, wird 1822 als Schauspieler in Pest genannt. 1823/24 gastierte er mit seinem Bruder J. in Brünn. Einer der beiden war im Frühjahr 1828 kurz am Kärntnertortheater und wechselte von dort als Tenor nach Lemberg. 1829 bewarb sich F. (als Schauspieler aus Linz) erfolglos um die Pacht des Klagenfurter Theaters. Ab 1829 bildete er mit seinem Bruder eine Gesellschaft, die 1829–31 das Theater in Laibach und 1830 jenes in Triest bespielte. F. und J. hielten sich jedoch zeitweise auch in Wien auf, wo sie Sänger und Sängerinnen suchten. 1832 dürften sich die Brüder endgültig getrennt haben, F. war in diesem Jahr Theaterdirektor in Laibach und Triest. Ende 1832 bewarben sich die Brüder getrennt – erfolglos – um die Leitung (ab Ostern 1833) des Linzer Theaters (u. a. neben F. X. (I) G., ihrem Taufpaten). Danach verliert sich F.’ Spur.

Joseph (II): * 11.3.1799 Linz, † 8.5.1858 Lemberg/Galizien (L’viv/UA). Schauspieler, Theaterdirektor. Soll wie sein Bruder in Linz debütiert haben, 1823/24 mit diesem in Brünn, ab 1829 sein Kompagnon. J. bespielte 1831–38 das Theater in Salzburg sowie das Sommertheater in (Bad) Ischl. 1839/40 hatte er das Laibacher Theater in Pacht, wohin er von Wien aus reiste. 1841 war er Theaterdirektor in Agram, sein Vorhaben, 1842 das Klagenfurter Theater zu übernehmen, scheiterte. 1842/43 Leiter der Bühne in Znaim, ab Ostern 1843 pachtete er schließlich das Brünner Stadttheater (bis 1849). 1850 wollte er zunächst das Theater in der Josefstadt pachten, dann das deutsche Theater in Pest; 1850/51 Direktor des ständischen Theaters in Klagenfurt. 1851–54 Theaterdirektor in Pressburg und 1855–58 in Lemberg. 1857/58 Redakteur des Lemberger allgemeinen Anzeigers.

F. X.s (I) Söhne

Franz Xaver (II): * 4.5. [nicht 2.4.] 1796 Linz, † 23.1.1872 Wien. Musiker, Archivar. Ausbildung bei seinem Vater und A. Salieri in Wien. 1816/17 Turnermeister in Enns, 1820–24 wird er in Wien als „akademischer Künstler“ bezeichnet, ca. 1823 war er auch Violinist am Theater in der Leopoldstadt. Ab 1824 Archivar der GdM, an deren Konservatorium er auch unterrichtete (1831–33 Posaune und Kontrabass). 1840 Eröffnung einer MSch., 1843 Gründung einer Musikalienhandlung, die auch als Verlag tätig war. 1869 übernahm A. Bösendorfer, der ein Jahr zuvor G.s Kompagnon geworden war, die Musikalienhandlung, während G. den Verlag selbst bis zu seinem Tod weiterführte (1872 ging er an C. A. Spina bzw. dessen Nachfolger F. Schreiber). 1843 Begründer des Kirchenmusik- und Pensions-Vereins der Chorregenten in Wien, 1849 Mitbegründer einer bis 1853 bestehenden Akademie der Tonkunst und später Gründer der Gesangschule Polyhymnia. Gab 1848 den Allgemeinen Musikalischen Anzeiger und 1852–60 die Neue Wiener Musikzeitung heraus. Ist bereits 1840/41 als Chordirigent an der Pfarrkirche zu den heiligen Schutzengeln (Wien IV, Paulanerkirche) nachweisbar.


Ehrungen
Ehrenmitglied des Musikvereins Linz 1846; Österr. Große Goldene Medaille f. Kunst u. Wissenschaft; Silberne Verdienstmedaille des Herzogtums Sachsen-Koburg-Gotha 1852; Ehrenmitglied des Mozarteums Salzburg; Ehrenmitglied der Philharmonischen Ges. Graz.


Anton (I): * 10.5.1797 Linz, † 24. 2.1814 Prag (gefallen). Organist an der Karmeliterkirche in Linz.

F. X.s (II) Kinder

Franz (II): * 27.2.1820 Leopoldstadt (Wien II), † 21.3.1850. Hornist und Kirchenmusiker. Studierte 1833–39 am Konservatorium der GdM Horn (bei E. C. Lewy) sowie Trompete und Violone. Lehrte dann (u. a. neben A. Friedlowsky und F. Morelly) an der 1840 eröffneten MSch. seines Vaters, dem er ca./nach 1845 als Chorregent an der Paulanerkirche nachfolgte.

Carolina (Karoline): * 13.8.1822 Wien, † nach 1850 (Ort?). Sängerin. Trat 1841 als Liedbegleiterin bei einer Schüleraufführung der MSch. des Vaters in Erscheinung. 1842/43 hatte sie ein Engagement in Tyrnau (Trnava/SK), 1843 gab sie ein Gastspiel bei ihrem Onkel 2. Grades J. (II) G. in Brünn. 1850 erhielt sie einen Reisepass für Berlin. Ihre Schwester Barbara Aemilia (verh. Ruzizka, * 21.1.1824 Wien, † 22.2.1915 Wien) studierte 1838 Gesang am Konservatorium der GdM, war jedoch ca. 1850 Tabaktrafikantin in der Leopoldstadt. Eine dritte Schwester, Franziska (* ca. 1832 Wien?, † nach 1850 [Ort?]), wird 1850 in der Verlassenschaft des Bruders Franz (II) genannt. Eine Identifizierung mit einer ebenfalls 1838 am Konservatorium der GdM Gesang studierenden Franziska G. erscheint aufgrund des Alters ausgeschlossen, vielleicht liegt hier eine Namensverwechslung mit Carolina G. vor.

Anton (II): * 30.12.1826 Wien, † 24.2.1858 Wien. Verleger. Sängerknabe im Stift Klosterneuburg, besuchte die Akademie der bildenden Künste in Wien. Ab 1844 in der Kunst- und Musikalienhandlung des Vaters tätig (ca. 1850 bereits Geschäftsführer), dessen Gesellschafter er 1854 wurde. Sein Taufpate war T. Haslinger.

Unklar ist bislang, ob ein Verwandtschaftsverhältnis besteht zu Joseph: * ca. 1757 (Ort?), † 26.5.1825 Waidhofen an der Ybbs/NÖ. Turnermeister. War 1814–25 Turnermeister in Waidhofen an der Ybbs. Ihm folgte sein Sohn Alois (* ca. 1795/96 [Ort?], † 2.11.1854 Alsergrund [Wien IX]) nach, der das Waidhofener Turnergewerbe von seiner Mutter übernahm und 1844 an Alois Schiffner verkaufte. Sein gleichnamiger Sohn war Kanzlist beim Magistrat in Waidhofen.


Literatur
ÖBL 1 (1957); MGG 5 (1956); ÖL 1997; Personenlex. Öst. 2001; Czeike 2 (1993); Wessely 1950; Wessely 1953; F. Zamazal in O. Wessely et al. (Hg.), [Kgr.-Ber.] Bruckner Linz 1990, 1993; EitnerQ 4 (1900); GerberNTL 2 (1812); Jb. der Tonkunst von Wien und Prag 1796, 1796; C. F. Pohl, Denkschrift aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Tonkünstler-Societät 1871; A. Ziegler, Addressen-Buch von Tonkünstlern, Dilettanten, … 1823, 91; LandesChronikOÖ 1992; Krackowizer/Berger 1931; O. Rudan, Das ständische Theater in Klagenfurt 1810–1868, 1973; O. Rudan, Die Schauspieler und Sänger am ständischen Theater in Klagenfurt 1810–1868, 1973, 48; H. Wimmer, Das Linzer Landestheater 1803–1958, 1958; F. Fuhrich, Theatergesch. Oberösterreichs im 18. Jh. 1968, 60–65; R. Lampl, 140 Jahre Linzer Landestheater 1803–1943, 1943, 13 u. 16; H. A. Mansfeld in Jb. der Ges. f. Wr. Theaterforschung 11 (1959); C. F. Pohl, Die Ges. der Musikfreunde des österr. Kaiserstaates u. ihr Conservatorium 1871, 147; M. Jahn, Die Wr. Hofoper von 1810 bis 1836. Das Kärntnerthortheater als Hofoper 2007, 332; F. Gräflinger, Der letzte Turnermeister von Linz in Tages-Post Linz, 21.2.1909, Beil. Nr. 8; Wr. Ztg. 7.6.1806, 2802, 23.4.1840, Amtsbl. 471, 2.10.1841, 2005f, 2.1.1842, 9, 25.10.1843, 2189, 6.4.1845, 733, 27.3.1850, 948, 8.1.1854, 3069, 25.1.1872, 330; Linzer Ztg. 8.7.1816, 577; Wr. allgemeine Theaterztg. 14.6.1817, 284; Allgemeine Theaterztg. 7.11.1822, 536, 5.4.1828, 168, 22.5.1830, 248, 7.8.1830, 388, 11.12.1830, 607, 9.1.1832, 24, 28.6.1832, 515, 13.11.1833, 915, 22.3.1834, 234, 27.4.1835, 332, 13.5.1835, 380, 23.11.1835, 932, 14.11.1836, 916; Brünner Ztg. 5.4.1823, 386, 10.4.1823, 410, 25.4.1823, 470, 4.5.1823, 506, 11.3.1824, 298; (Vereinigte) Laibacher Ztg. 19.11.1829, Anhang, 28.11.1829, 657, 12.1.1830, Anhang, 21.8.1830, 784, 1.1.1831, Amtsbl. 7, 15.5.1832, Anhang, 21.2.1839, 163; Der Wanderer 5.12.1832, 4, 1.3.1843, 204, 4.3.1843, 216, 21.3.1843, 4; Wr. Zs. f. Kunst, Literatur, Theater u. Mode 16.7.1839, Beilage; Der Humorist 3.8.1839, 615, 14.4.1849, 363, 6.11.1850, 1054; Agramer politische Ztg. 7.4.1841, Intelligenzbl. 103; Der Adler 16.2.1842, 160; Der Aufmerksame 31.3.1842, 4; Fremden-Bl. 31.7.1849, 3, 21.3.1855, 4, 13.5.1858, 4, 26.1.1872, 6; Grazer Ztg. 4.1.1850, 4, 11.1.1850, 4; Der Oesterr. Zuschauer 26.10.1850, 1537; Der Siebenbürger Bote 29.9.1854, 776; Bll. f. Musik, Theater u. Kunst 14.5.1858, 4; Gerichtshalle 7.12.1868, Beilage 1; Bll. f. Theater, Musik u. Kunst 7.9.1869, 4; Oesterr. Buchhändler-Correspondenz 10.9.1869, 269, 1.8.1871, 178; Neues Fremden-Bl. 26.1.1872, 17; Wr. Abendpost 11.6.1873, 1060; Neuigkeits Welt-Bl. 11.7.1874, 3; Ulrich 1997; Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch der Pfarre Baden-St. Stephan 1736–46, Taufen, fol. 94; Taufbuch der Stadtpfarre Linz 1758–73, pag. 96, 187; Taufbuch der Stadtpfarre Linz 1793–1804, fol. 173r; Taufbuch der Pfarre Linz-St. Matthias 1785–1807, pag. 268, 275, 314; Trauungsbuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1804–07, fol. 66; Sterbebuch der Pfarre Waidhofen an der Ybbs 1813–27, fol. 103; Taufbuch der Pfarre St. Leopold (Wien II) 1819–26, fol. 28; Taufbuch der Pfarre Maria Rotunda (Wien I) 1817–39, fol. 44; Taufbuch der Schottenpfarre (Wien I) 1819–25, fol. 202; Taufbuch der Pfarre St. Peter (Wien I) 1826–37, pag. 24; Trauungsbuch der Pfarre Waidhofen an der Ybbs 1828–47, fol.73; Sterbebuch der Pfarre St. Peter (Wien I) 1857–67, fol. 28; Sterbebuch der Pfarre St. Stephan (Wien I) 1899–1915, fol. 396 [Barbara G.]; WStLA (Verlassenschaftsabhandlungen 3773/1806, 5184/1850).

Autor(en)
Andrea Harrandt
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Andrea Harrandt/Christian Fastl, Art. „Glöggl (Glökl, Glöckl, Glökel, Klöckl), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/10/2017]

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