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GranichstaedtenGranichstaedtentrue (Grant), Bruno (Bernhard)
* 1879-09-011.9.1879 Wien, † 1944-05-3030.5.1944 New York/USA (begr. Wien). Operettenkomponist, -librettist. Einer jüdischen Familie entstammend – er war er Sohn des Juristen, Theaterkritikers und Dramatikers Emil G. und der Schauspielerin Friederike Olga Susanne, geb. Rosenthal – wurde G. früh getauft (Taufpate A. Girardi). 1884–91 (mit Unterbrechungen) angeblich privater Klavier-, später Musiktheorieunterricht bei A. Bruckner. 1890–94 Klavierunterricht (Vorbereitungsklasse) am Konservatorium der GdM bei Wilhelm Rauch, 1894/95 Harmonielehre bei R. Fuchs. 1895 Kompositionsstunden bei H. Wolf, 1896 erste Kompositionsveröffentlichungen durch Vermittlung von J. Strauß Sohn. Ab 1897 Klavier- und Kompositionsstudium am Konservatorium in Leipzig (bei Salomon Jadassohn und Carl Reinecke). 1898/99 Engagements als Korrepetitor in Erfurt/D und Mannheim/D. Nach dem Präsenzdienst 1900 in Wien Korrepetitor an der Hofoper in München. Aufgrund seiner Mitwirkung als Pianist bei Frank Wedekinds Kabarett Die Elf Scharfrichter wurde er bald gekündigt, blieb dem Münchner Kabarett jedoch treu. Ab 1906 Tätigkeit als Pianist und Interpret in Wiener Kabaretts (u. a. Die Hölle und Nachtlicht). Angeregt von F. Lehárs Lustiger Witwe begann G. mit dem Komponieren von Operetten, 1908 wurde seine erste Operette Bub oder Mädel im Johann-Strauß-Theater erfolgreich uraufgeführt. 1911 heiratete er die Sängerin Selma Mertens (* 13.3.1889 Prag, † 1948 Florida/USA, begr. Wien). 1915 Kriegsdienst an der Front, nach einer Kriegsverletzung verbrachte er den Rest des Krieges in Wien, dienstzugeteilt dem Kriegsministerium. 1930 in Hollywood, um gemeinsam mit Nacio Herb Brown die Musik zum Film One Heavenly Night und The Devil To Pay zu schreiben. Nach seiner Rückkehr nach Europa verlegte er sich bis Ende 1932 auf Filmmusik für deutsche Produktionen, in Wien konnte er sich danach musikalisch nicht mehr durchsetzen, die Operette Das Glück der kleinen Leute (T: J. Brammer) fand 1935 keine Bühne. Emigrierte 1938 nach kurzer Haft und mit Hilfe seiner langjährigen Freundin B. Fischer mit seiner späteren Frau, der Sängerin Rosalie Kaufmann (* 14.1.1910 Wien, † 25.5.1979 Miramar, Florida/USA) nach Luxemburg (Exil). Ab 1940 in New York, Heirat unter neuem Namen Grant. Tätigkeit als Barpianist, begleitete u. a. seine Frau bei der Interpretation seiner Lieder. Zu seinen berühmtesten Operetten zählen Auf Befehl der Kaiserin (1915) und Der Orlow (1925). Für R. Benatzkys Operette Im weißen Rößl steuerte er 1930 eine bearbeitete Version des schon 20 Jahre zuvor veröffentlichten Liedes Zuschau’n kann i net als Einlage bei. G. gehörte zu den ersten, die Jazz-Elemente in die Operette einführten, fand nach seiner Emigration in Amerika allerdings musikalisch keinen Anschluss.
Gedenkstätten
Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Friedhof Hietzing (Wien XIII, s. Abb.); G.gasse (Wien XIII); B. G. Gedenkraum im Bezirksmuseum Landstraße (Wien III).
Ehrungen
Kriegsauszeichnungen.
Werke
Brettl-Lieder fürs Kabarett; Operetten (Bub oder Mädel [T: F. Dörmann u. Adolf Altmann] 1908, Majestät Mimi [T: F. Dörmann u. Roda Roda] instrumentiert von A. Schönberg 1911, Casimirs Himmelfahrt [T: A. Willner und R. Bodanzky] 1911, Die verbotene Stadt [T: B. G. und C. Lindau] 1913, Auf Befehl der Kaiserin [T: L. Jacobson u. R. Bodanzky] 1915, Das alte Lied [T: B. G.] 1918; Indische Nächte [T: R. Bodanzky u. B. Hardt-Warden] 1921, Die Bacchusnacht [T: B. G. u. E. Marischka] 1923, Glück bei Frauen [T: V. Léon u. H. Reichert] 1923, Der Orlow [T: B. G. u. E. Marischka] 1925, Das Schwalbennest [T: B. G. u. E. Marischka] 1926, Die Milliardärin (Evelyne) [T: B. G., Adolf Schütz u. P. Herz] 1927; Reklame [T: B. G. u. E. Marischka] 1930; Sonili[T: B. G.] 1939); Operetteneinakter (Wein, Weib, Gesang [T: A. Altmann] 1909, Lolotte [T: B. G. u. Alfred Schick-Markenau] 1910, Walzerliebe [T: B. G. u. R. Bodanzky] 1918); Chansons (Mein Mann war eine Woche in Paris [T: B. G.]), Schlager (Und Schackerl lacht [T: F. Löhner], Mädel, du kommst mir so bekannt vor [T: B. G.]); Filmmusik (The Devil to Pay, One Heavenly Night, Die Försterchristl, Walzerparadies, Mein Herz ist noch ledig, Paris-Méditerranée, Zwei in einem Auto, Goldblondes Mädchen, ich schenk Dir mein Herz, Der Orlow, Der Diamant des Zaren); Lieder (Zigeuner-Gesänge, op. 20, 1898); Streichquartett; Libretti: gem. m. E. Marischka Die Königin (M: O. Straus).
Literatur
E. Kaufmann, Wiener Herz am Sternenbanner 2014; NGroveD 10 (2001); MGG 5 (1956); Czeike 2 (1993); ÖBL 2 (1959); Th. Aigner, Der musikalische Nachlass B. G.s. Hausarbeit zur Prüfung für den höheren Bibliotheksdienst, Wien 2004 (Ms. Wienbibliothek); Lang 1986; MGÖ 3 (1995); R. Ulrich, Österreicher in Hollywood 1993; www.lexm.uni-hamburg.de (5/2015); eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Granichstaedten (Grant), Bruno (Bernhard)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 26/07/2017]