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Güden Güden true (eig. Geiringer), Hilde (eig. Hulda Julia; Pseud. Hulda Gerin)
* 1917-09-1515.9.1917 Wien, † 1988-09-1717.9.1988 Klosterneuburg/NÖ (begr. München/D). Sängerin (Sopran). Die Tochter des Chemikers Fritz Geiringer und der Schauspielschülerin Frieda Brammer (Eheschließung der Eltern am 28.4.1917 in der Lutherischen Stadtkirche in Wien, Scheidung 1924) erhielt ihre Ausbildung privat bei O. Iro und Maria Wetzelsberger, nicht jedoch an der Wiener MAkad. Unter ihrem Künstlernamen Hulda Gerin debütierte sie bereits 1935 an der Wiener Scala als Operettensängerin in einer Nebenrolle in Servus! Servus! von R. Stolz. Zwei Jahre später trat sie an der Volksoper Wien in R. Benatzkys Herzen im Schnee auf, wo sie eine der beiden weiblichen Hauptrollen verkörperte. Bis März 1938 spielte sie an der Volksoper Operette, heiratete bald darauf einen türkischen Staatsbürger namens Güden und pendelte in der Folge zwischen Wien und verschiedenen europäischen Städten (Prag, Paris, Zürich/CH, München, Budapest, Venedig). Ihre Karriere als Opernsängerin begann sie 1939 in Zürich als Cherubino in W. A. Mozarts Le nozze di Figaro. 1941 wurde sie an der Bayerischen Staatsoper unter C. Krauss nach München engagiert und gab mit dem Ensemble Ende November 1941 ein Gastspiel an der Wiener Staatsoper. Nachdem G.s jüdische Abstammung bekannt wurde, wehrte sie sich gegen ihrer Meinung nach falsche Zuschreibungen. G. wollte in Wien gerichtlich klären lassen, dass ihr leiblicher, 1917 verstorbener Vater im Gegensatz zu ihrem offiziellen Vater keinerlei jüdische Wurzeln gehabt hatte. Einer Entscheidung kam man im Nazi-Deutschland jedoch zuvor, indem man ihr im Sommer 1943 Spionage vorwarf. Zu diesem Zeitpunkt war G. jedoch schon nach Italien geflohen, wo sie ihre Ausbildung fortsetzte und in Rom und Florenz auftrat. Von Mailand, ihrem letzten Wohnort in Italien, kehrte sie wieder nach Wien zurück und wurde ab 1947 Mitglied der Wiener Staatsoper. Internationale Gastspiele in Mailand, London, Paris und bei Festspielen. 1951–65 an der New Yorker Metropolitan Opera tätig, wo die Rosalinde in der Fledermaus von J. Strauß Sohn einer ihrer größten Erfolge war. Seit 1946 zahlreiche Auftritte bei den Salzburger Festspielen. G. trat auch in zeitgenössischen Bühnen- und Konzertwerken auf, war als Mozart- und Strauss-Interpretin sowie als Lieder- und Oratoriensängerin sehr geschätzt und übernahm gerne Rollen in Operetten. Nach ihrem Rückzug von der Bühne 1970 war sie noch einige Jahre als Lehrerin am Opernstudio der Staatsoper tätig.
Ehrungen
Österr. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse 1949; Kammersängerin 1950; Silberne Rose der Wiener Philharmoniker 1959; Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper 1972; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien 1976.
Werke
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen (Opern u. a. Die schweigsame Frau unter K. Böhm, Le Nozze di Figaro unter E. Kleiber, Don Giovanni unter J. Krips, Operetten u. a. Die Fledermaus unter H. v. Karajan, Wiener Blut unter R. Stolz, Lieder v. R. Strauss gem. m. F. Gulda).
Literatur
K-R 1997, 2000 u. 2002; NGroveD 10 (2001); NGroveDO 2 (1992); MGG 8 (2002); A. E. Steinweis, Art, ideology, & economics in Nazi Germany 1993; R. Bletschacher, Essays zu Musik und Musiktheater 2008; I. Korotin (Hg.), biografiA 1 (2016); ÖL 1995; Personenlex. Öst. 2001; Czeike 2 (1993); Ackerl/Weißensteiner 1992; Illustrierte Kronen-Ztg. 14.4.1935, 7; Neues Wr. Journal 29.8.1937, 23; Wr. Salonbl. 19.9.1937, 14; Salzburger Volksbl. 24.9.1941, 3; Die Wr. Bühne H. 9 (1946), 5; Taufbuch der Lutherischen Stadtkirche (Wien I) 1917, RZ 698; Trauungsbuch der Lutherischen Stadtkirche 1917, RZ 40; https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Hilde_Güden (11/2018); https://archiv.wiener-staatsoper.at (11/2018); https://www.capriccio-kulturforum.de (11/2018); Mitt. Archiv MUniv. Wien (11/2018); WStLA (Meldearchiv).


Ihre Tante väterlicherseits, Lilly (Lily) Julie Olga Geiringer (gesch. Kranz, verh. Franck), * 9.3.1903 Wien, † ?, war als Schauspielerin in Wien und Paris tätig.


Literatur
O. Friedmann (Hg.), Prominenten Almanach 1 (1930) [Lily Kranz]; G. Gaugusch, Wer einmal war 1 (2011), 1538.

Autor(en)
Monika Kornberger
Andrea Harrandt
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger/Andrea Harrandt, Art. „Güden (eig. Geiringer), Hilde (eig. Hulda Julia; Pseud. Hulda Gerin)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN
Wr. Salonbl. 17.10.1937, 4
Wr. Salonbl. 17.10.1937, 4
Die Bühne 462 (1937), 61
Die Bühne 462 (1937), 61

GND
Weiterführende Literatur (OBVSG)
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Güden Lilly
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