Gutheil-Schoder, Marie
* 10.2.1874 Weimar/D, † 4.10.1935 Ilmenau/D. Sängerin (Sopran/Mezzosopran). Erhielt ihre Gesangsausbildung bei V. Naumann-Gungl in Weimar und war dort 1891–1900 Mitglied der Hofoper. R. Strauss studierte mit ihr neue Partien und nahm sie zeitweise als Choristin nach Bayreuth mit. 1900–33 war sie Mitglied der Wiener Hof- bzw. Staatsoper (seit 1927 als Spielleiterin bzw. Regisseurin, auch bei den Salzburger Festspielen ) und sang, in ihren ersten Wiener Jahren von G. Mahler gefördert, sowohl Koloratur- (Olympia in Hoffmanns Erzählungen, Musetta in La Bohème), jugendlich-dramatische (Donna Elvira im Don Giovanni, Eva in den Meistersingern, Salome) und hochdramatische Sopran- (Elektra) wie auch Mezzo-Partien (Carmen, Octavian im Rosenkavalier). Sie gastierte u. a. 1902–10 regelmäßig in Frankfurt a. M./D und trat in vielen Opern-UA.en auf (u. a. Der Musikant von J. Bittner, Notre Dame von F. Schmidt). Zu ihrem Repertoire zählte auch zeitgenössische Musik (u. a. bereits 1908 Werke von A. Schönberg, 1924 in Prag die UA von dessen Erwartung). Ihre umfangreiche, ausdrucksstarke Stimme wurde ebenso wie ihr darstellerisches Talent bewundert. Als Gesangspädagogin gab sie später Kurse an der Musikhochschule Mozarteum in Salzburg. 1899 hatte G.-Sch. den Weimarer Kapellmeister Gustav G. (1868–1914), 1920 den Photographen Franz Setzer geheiratet.
P: Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper 1925.
Lit: NGroveD 9 (2001); K-R 1997 u. 2000; Czeike 2 (1993); ÖBL 2 (1959); [Kat.] 100 Jahre Wr. Oper 1969, 97; Riemann 1959 u. 1972; Eisenberg 1903.


UH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2012/01/25 16:21:04 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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