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Haselböck, Haselböck, Hans Familie
Hans (eig. Johann): * 1928 -07-2626.7.1928 Nesselstauden/NÖ. Organist, Komponist. Ausbildung am Konservatorium und der MAkad. Wien in Orgel und Kirchenmusik (Reifeprüfung 1951), Studium der Altphilologie und Germanistik an der Univ. Wien (Promotion 1953). Seit 1949 Organist an der Dominikanerkirche Wien, seit 1960 Tätigkeit an der MAkad. bzw. MHsch. Wien; 1963–87 Leiter der Abteilung für Kirchenmusik; ab 1972 Prof. für Orgel und Improvisation; 1985–90 Stellvertreter des Rektors. Gestalter eigener Sendereihen für Rundfunk und Fernsehen, Buchautor und -herausgeber, Komponist, Dozent bei Organistenseminaren und Leiter von Meisterklassen, insbesondere für das Fach Orgelimprovisation, in Europa, den USA und Japan. Konzerte und zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen in aller Welt; Solist bei bedeutenden Orchestern sowie Juror bei zahlreichen großen nationalen und internationalen Orgelwettbewerben; Berater bei Neubauten und Restaurierungen von Orgeln.
Ehrungen
u. a. Erster Preis beim Orgel-Concours in Haarlem/NL (1958, 1959, 1960); Landeskulturpreis des Landes Niederösterreich 1961; Erster Preis beim Unda-Festival Sevilla für Komposition (1964 u. 1967).
Werke
Hörspiel- u. Filmmusiken, Stücke für gem. Chor a cappella, Kirchenmusik (u. a. Salzburger Messe f. gem. Chor, Kantor u. Org. 1966, Psalmenproprium f. Kantor, gem. Chor u. Org. 1968, Dt. Psalmenmesse 1975) und Orgelwerke (u. a. Variationen über ein altdt. Volkslied f. Orgelpositiv u. Cb. 1987, Toccata serena 1988).
Schriften
Die dichterische Entwicklung des jungen Richard Wagner, Diss. Wien 1953; Artikel in ÖMZ, SK, Musik und Kirche sowie ars organi; Barocker Orgelschatz in Niederösterreich 1972; Von der Musik in der heutigen Kirche 1986; Von der Orgel und der Musica sacra 1988; Die romantische Orgel der Dominikanerkirche in Wien 1991; Vom Glanz und Elend der Orgel 1999; Organistenbüchlein 2003.
Literatur
Goertz 1994; MaÖ 1997; http://de.wikipedia.org (12/2011); http://www.wien.gv.at (12/2011); http://www.edition-lade.com (12/2011); https://portal.d-nb.de/ (12/2011).


Sein Bruder Franz: * 28.6.1929 Maria Langegg/NÖ. Organist, Pädagoge. Seit früher Jugend Beschäftigung mit Orgelspiel und Orgelbau. Studium an der MAkad. Wien (W. Pach und A. Heiller). Als Prof. für Musikerziehung und Instrumentalmusik an der Pädagogischen Akad. Krems engagierte Ausbildung von Volks- und Hauptschullehrern mit besonderer Betonung der lebendigen musikalischen Praxis. Als Künstler gilt sein Interesse neben dem Standardrepertoire besonders unveröffentlichten Werken. Zahlreiche Tonträgeraufnahmen; Juror bei internationalen Wettbewerben.


Ehrungen
Preis bei der internationalen Sommerakademie Haarlem 1960; Förderungspreis des Landes NÖ 1978 u. 1987; Auszeichnungen der Diözese St. Pölten und der Stadt Krems 1999; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Niederösterreich 2002.
Schriften
Texte für Festschriften bei diversen Orgelweihen; zahlreiche Erstausgaben.
Literatur
pers. Mitt. F. H; http://www.stumm-orgelverein.de (12/2011); www.haydnfestival.at (12/2011).


Seine Frau Lucia: * 21.7.1930 Waidhofen a. d. Ybbs/NÖ. Studium der Germanistik, Musikwissenschaft und Volkskunde an der Univ. Wien sowie der Musikpädagogik an der MAkad. Wien. Nach einigen Jahren Unterrichtstätigkeit zunehmend Assistentin bei den Orgel-Konzerten ihres Mannes H. H. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigte sie sich mit Themen der Motivforschung.


Werke
Schr: „Du hast mir mein Herz genommen“. Sinnbilder und Mystik im Vokalwerk von Johann Seb. Bach 1989; „Von Palmbuschen und Pilgerscharen“. Brauchtum und Volksfrömmigkeit im Dunkelsteinerwald 1994; „Vom Ende der Zeiten“. Prognosen und Untergangsmythen zur Jahrtausendwende 1999.
Literatur
www.perlentaucher.de (12/2011).


Deren Söhne

Martin: * 23.11.1954 Wien. Organist, Dirigent, Komponist. Studium der Orgel, Cembalo, Kirchenmusik und Komposition an der Musikhochschule Wien (M. Radulescu, A. Heiller, F. Cerha, H. Gillesberger und H. Haselböck) und in Paris (Jean Langlais, Daniel Roth, Diplome 1974 und 1976); daneben Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Univ. Wien; seit 1970 Konzerttätigkeit, Organist der Wiener Hofmusikkapelle und der Augustinerkirche (Wien I), initiierte das Festival Orgelkunst, internationale Auftritte als Solist; Widmungsträger von E. Kreneks beiden Orgelkonzerten, zahlreiche UA.en für ihn geschriebener Werke (u. a. Alfred Schnittke, Cristóbal Halffter, Th. Ch. David); Gestaltung von Fernsehfilmen, zahlreiche Tonaufnahmen. 1978–2000 Herausgeber der Universal Orgel Edition. Erste Lehrtätigkeit 1977 am Luther College in Iowa, USA; 1978–86 Unterricht an der Wiener MHsch.; ab 1986 Prof. für Orgel an der MHsch. Lübeck/D; seit 2003 Prof. für Orgel an der MUniv. Wien; Juror bei zahlreichen großen Orgelwettbewerben. Seit 1985 Leitung des von ihm begründeten Barockorchesters Wiener Akademie (rege internationale Konzertätigkeit). Daneben ist H. gefragter Orchester- und Operndirigent (u. a. 2004 Chefdirigent von Musica Angelica in Los Angeles/USA); 2004–10 künstlerischer Leiter des Festivals Reinsberg in Niederösterreich. Mitglied der internationalen Orgelkommission. Mitwirkung bei Konzeption und Planung der neuen Orgel (Eröffnung März 2011) im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Zusammenarbeit mit John Malkovich und Michael Sturminger im Rahmen des Musikdramas The Infernal Comedy sowie The Giacomo Variations.


Ehrungen
Erster Preis des Internationalen Orgelwettbewerbs Wien-Melk 1972; Ungarischer Liszt-Preis 1986; Mozart-Preis der Stadt Prag 1991; Deutscher Schallplattenpreis; Diapson d’Or; Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse; Großes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich 2010; Franz Liszt International Grand Prix du Disque 2011.
Werke
Werke für Org. solo bzw. Org. zu vier Händen, div. Kirchenmusik (u. a. Georgs-Messe f. gem. Chor, Blechbläser u. Org. 1972; Missa Dona nobis pacem f. gem. Chor u. Org. 1973; Konradmesse f. 3 Stimmen, 2 Perkussion und Org. 1996), Orchester- und Kammermusik (u. a. Manelom f. 3 Soprane u. Kammerorch. 1974; Weltgebräuche. Literarisch-musikalische Aktion über Texte von Ernst Jandl f. Sprecher, Org. u. Pos. 1982; Movimento f. Streichquartett 1991; Tageszeiten f. Sprecher u. Kammerorch. 1993).
Schriften
Artikel in ÖMZ, SK, Musik und Kirche; (Hg.), F. Liszt, Sämtliche Orgelwerke, 10 Bde. 1985–99.
Literatur
Goertz 1994; MaÖ 1997; http://www.haselboeck.org (12/2011); http://de.wikipedia.org (12/2011).


Lukas: * 11.3.1972 Wien. Komponist, Sänger und Musikwissenschaftler. Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Wien, der Gesangspädagogik (Adelheid Hornich) und der Komposition (I. Eröd, E. Urbanner) an der MHsch. Wien, seit 1999 privates Gesangsstudium (u. a. Margit Klaushofer, Julij Chomenko, Margarita Lilowa), Teilnahme an Meisterkursen (u. a. Ute v. Garczynski, Kai Wessel, Kurt Widmer). Seit 2001 Assistent an der MUniv. in Wien (Institut für Analyse, Geschichte und Theorie der Musik, ab 2007 Assistenz-Professor); 2004 Organisation und Planung des Friedrich-Cerha-Symposiums sowie 2009 des Symposiums Klangperspektiven; 2007/08 Gastprofessur an der MUniv. Graz; musikwissenschaftlicher Berater des Ensembles Wiener Collage. H. ist u. a. Mitglied des Ensembles Il Diletto Moderno und der Company of Music, wirkt bei Aufführungen namhafter Chöre mit (u. a. Arnold Schönberg-Chor, Wiener Singverein, Wiener Singakademie) und ist Solist im Wiener Musikverein sowie beim Festival Allegro vivo.


Ehrungen
Förderungspreis der Theodor-Körner-Stiftung 1998; Würdigungspreis des Ministeriums für Unterricht und Kunst 1999; Stipendium des Bundeskanzleramtes; Arbeitsstipendium der Stadt Wien 2000; Förderungspreis der Czibulka-Stiftung; Wiener Symphoniker-Kompositionsstipendium 2001; Förderung der Berg-Stiftung.
Werke
div. Orchester- und Kammermusik, u. a. Metamorphosen f. V. u. Orch. (1997/98); Schatten f. Bassklar., Schlagzeug u. Akkordeon (1999); Kantate f. Sopran, Tenor, Bass u. sechs Instrumente nach Gedichten von Thomas Bernhard und Andreas Gryphius (2001); Jenes Licht … nach Texten von Paul Celan und Nelly Sachs (2005); Der Maler Brabanzio; Concerto da camera (2008/09).
Schriften
Zwölftonmusik und Tonalität 2005; Gérard Grisey: Unhörbares hörbar machen 2009.
Literatur
pers. Mitt. L. H.; www.lukashaselboeck.com (12/2011); www.erg.at (12/2011).

Autor(en)
Cornelia Szabó-Knotik
Georg Demcisin
Empfohlene Zitierweise
Cornelia Szabó-Knotik/Georg Demcisin, Art. „Haselböck, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 09/05/2012]