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Hellmesberger Hellmesberger Georg (Helmesberger), Familie
Georg d. Ä.: * 1800-04-2424.4.1800 Wien, † 1873-08-1616.8.1873 Wien. Geiger und Komponist. Erster Musikunterricht durch den Vater, den Schullehrer Simon H. (* 27.10.1754 Wolfpassing an der Hochleithen/NÖ, † 6.11.1830 Wien), der um 1780 als Lehrer in Stetten/NÖ wirkte. Von Oktober 1810 bis 1812 Sängerknabe der Hofmusikkapelle (u. a. neben Fr. Schubert), Gymnasialstudien im Zisterzienserstift Heiligenkreuz, besuchte die beiden Philosophieklassen in Wien, wurde über Vermittlung der Familie Sonnleithner in der Öffentlichkeit bekannt; Schüler von Jos. Böhm (Geige) und E. A. Förster (Komposition) am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde, wurde dort 1821 Böhms Assistent, 1826 Titular- und 1833 wirklicher Prof., Lehrer u. a. von J. Joachim, L. Auer und seinen Söhnen Georg und Joseph, 1830 Dirigent der Hofoper (nach dem Tod von I. Schuppanzigh) und Mitglied der Hofkapelle, nach der Konstituierung des Philharmonischen Orchesters 1842 hier Konzertmeister, 1867 Pensionierung.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Musikvereines für Steiermark 1821.
Werke
2 Violinkonzerte, Streichquartett, Variationen, Violinwerke mit verschiedener Begleitung.


Seine Söhne

Joseph d. Ä.: * 3.11.1828 Wien, † 24.10.1893 Wien. Geiger. Studierte am Konservatorium bei seinem Vater G. H., Solist im Opernorchester, 1851 artistischer Leiter, Dirigent der Gesellschaftskonzerte sowie Direktor des Konservatoriums der GdM. Nach der Ämterteilung 1859 blieb er Direktor des Konservatoriums, während J. Herbeck Dirigent der Gesellschaftskonzerte wurde. 1851–77 auch Prof. für Violine am Konservatorium, 1860 Konzertmeister des Hofopernorchesters, 1863 Soloviolinist der Hofkapelle, 1870 vorübergehend Leiter des Singvereins der GdM, 1876/77 Vizehofkapellmeister, nach Herbecks Tod 1877–93 Hofkapellmeister; gründete 1849 das H.-Quartett (H., M. Durst, C. Heißler, K. Schlesinger), das er von L. Jansa übernommen hatte, bis 1891 leitete und das im Wiener Musikleben durch die Aufführung der Quartette von L. v. Beethoven, Fr. Schubert und J. Brahms eine bedeutende Rolle spielte. Unter seiner Führung entwickelten sich sowohl das Orchester der Gesellschaftskonzerte, das sich nur mehr aus Berufsmusikern zusammensetzte, als auch das Konservatorium zu führenden Institutionen.


Gedenkstätten
Ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Friedhof Hietzing (Wien XIII, s. Abb.); H.gasse (Wien XIV).
Ehrungen
Widmungsträger von R. Volkmanns „Jubelchor zu seiner 200sten Quartett-Production in Wien (am 27. Februar 1873)“
Werke
Bearbeitungen, Etüden, Introduktion und Fuge für Streichquartett.


Georg d. J.: * 27.1.1830 Wien, † 12.11.1852 Hannover/D. Geiger und Komponist. Schüler seines Vaters Georg d. Ä., wurde 1850 Konzertmeister in Hannover, Leitung der Vaudeville- und Ballettmusik am Hoftheater, kurz vor seinem Tod noch zum Kapellmeister ernannt.


Werke
Opern (Die Favoritin, Der Tag der Verlobung, Die Bürgschaft, La Rose de Péronne, Der treue Arzt, Palma oder Die Reise nach Griechenland, Il matrimonio segreto, Les deux Reines); Symphonien; Große Festouvertüre f. Orch. op. 65; Kammermusik; Solostücke f. V.


Josephs Söhne

Joseph d. J. (genannt „Pepi“): * 9.4.1855 Wien, † 26.4.1907 Wien. Geiger und Komponist. Schüler seines Vaters, ab 1870 2. Geiger in dessen Quartett, 1875 Musiker beim IR Nr. 4 (Konzertmeister der Streicherbesetzung, Schlagzeuger der Bläserbesetzung); 1876–78 Kapellmeister des IR.s Nr. 32. 1878 Soloviolinist der Hofkapelle und Hofoper sowie Prof. am Konservatorium, 1884 Leiter der Ballettmusik und Konzertmeister der Hofoper, 1886 Hofkapellmeister für Ballett und Konzert, 1900/01 Vizehofkapellmeister, 1901–03 1. Hofkapellmeister als Nachfolger von H. Richter, 1900–03 Leitung der Philharmonischen Konzerte, Kapellmeister am Ringtheater, übernahm nach dem Tod des Vaters als erster Geiger die Leitung des H.-Quartetts (s. Abb.), 1904/05 Kapellmeister am Stuttgarter Hoftheater.


Werke
22 Operetten (u. a. Capitän Ahlström, Der Graf von Gleichen und seine Frauen, Der schöne Kurfürst, Rikiki, Das Orakel, Das Veilchenmädel, Die drei Engel, Mutzi, Der Triumph des Weibes); Ballette (Meißner Porzellan, Die verwandelte Katze, Harlekin als Elektriker, Die Perle von Iberien); Bühnenmusik; Tanzmusik; Lieder; Historische Musik zur silbernen Hochzeit Franz Josephs I.; Revision der Partitur von H. Wolfs sinfonischer Dichtung Penthesilea.


Ferdinand: * 24.1.1863 Wien, † 15.3.1940 Wien. Cellist. Ausbildung am Konservatorium, ab 1879 Mitglied der Hofkapelle, ab 1883 im Quartett seines Vaters, 1884 Lehrer am Konservatorium, 1896 Solocellist der Hofoper, 1902 Kapellmeister an der Volksoper Wien unter R. Simons, 1905 Ballettdirigent an der Berliner Hofoper, ab 1910 Kurkapellmeister in Abbazia(Opatija/HR), Baden bei Wien, Marienbad und Karlsbad. Im Herbst 1930 übernahm er die Meisterklasse für Cello am Konservatorium Lutwak-Patonay als Nachfolger seines früheren Schülers A. Walter.


Literatur
MGG 6 (1957) u. 16 (1979); NGroveD 11 (2001); Riemann 1959 u. 1972; ÖBL 2 (1959); Lang 1986 (J. H. d. J.); MGÖ 2–3 (1995); R. M. Prosl, Die H. 1947, P. Lorenz in ÖMZ 23 (1968); J. Freyenfels in NZfM 132 (1971, über J. d. J.); C. Hellsberg, Demokratie der Könige: die Geschichte der Wiener Philharmoniker 1992; H. Blaukopf/K. Blaukopf, Die Wiener Philharmoniker 1986; zu J. d. Ä.: O. Strasser in Musikbll. der Wiener Philharmoniker 48/4 (1993); A. Barthlmé, Vom alten H. 1908; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Schul- und Konzertbericht des Steiermärkischen Musikvereines in Graz für das Schuljahr 1913–1914, 1914; Reichspost 25.9.1930, 9; Taufbuch der Pfarre Wolfpassing an der Hochleithen 1727–84, pag. 244; Taufbuch der Pfarre Rossau 1797–1803, fol. 76.

Autor(en)
Barbara Boisits
Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Hellmesberger (Helmesberger), Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 08/05/2019]