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Henze, Henze, true Hans Werner
* 1926 -07-011.7.1926 Gütersloh/D, † 2012-10-2727.10.2012 Dresden/D. Komponist und Dirigent. Ausbildung an der Staats-MSch. in Braunschweig/D, und ab 1946 am Kirchenmusikalischen Institut in Heidelberg/D und bei Wolfgang Fortner und René Leibowitz. Bis 1953 Mitarbeit an deutschen Theatern, dann Umzug nach Italien. Später Interpret vorwiegend eigener Werke. 1962–67 Leiter einer Meisterklasse für Komposition am Mozarteum in Salzburg, 1966 wurde dort seine Oper Die Bassariden als Auftragswerk der Salzburger Festspiele uraufgeführt, 1985 seine Neueinrichtung von Claudio Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in Patria, 2003 folgt die UA seiner Oper L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe (auf eigenen Text). H. unterrichtete ferner u. a. in den USA, in Kuba und in vielen europäischen Städten. Zu seinen österreichischen Schülern bzw. Hörern zählen u. a. E. Bauernfeind, R. Dünser, G. Kühr, M. Mautner und K. Schwertsik. 1981 gründete H. in Mürzzuschlag die kurzlebigen Mürztaler Musikwerkstätten, 1984 (nach dem Vorbild seines 1976 in Montepulciano/I als Workshop und Festival für Kunst, Musik und Theater ins Leben gerufenen Cantiere Internazionale d’Arte) in der Steiermark das bis 2003 bestehende Deutschlandsberger Jugendmusikfest (jetzt Jugendmusikfest Deutschlandsberg; Musikfeste) und 1988 die Münchner Biennale (Leitung bis 1996). Bis in die 1990er Jahre auch als Dirigent tätig. In seinen ausdrucksstarken Kompositionen, fast alle Gattungen von Oper bis Klaviermusik umfassend, verwendete H., einer der auch international bedeutendsten Musiker des 20. und 21. Jh.s, Tonalität, freie Atonalität, serielle u. a. Methoden, beherrschte aber ebenso die Klangwelt des spätromantischen Orchesters. Seit Ende der 1960er Jahre legte H. bei seinen Vertonungen einen Schwerpunkt auf sozialkritische Stoffe. Er lebte seit 1953 überwiegend in Italien.
Ehrungen
zahlr. in- und ausländische Auszeichnungen, Ehrenmitgliedschaften und Preise (bereits 1951 Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf); Dr. h.c. (Edinburgh/GB 1971, Osnabrück/D 1996); Ehrenbürger von Montepulciano u. Marino 1996 bzw. 1997; Mitglied der Academia Scientiarum et Artium Europaea Salzburg 1992; Ehrenmitglied der MUniv. Graz 1999; Praemium Imperiale in Tokio 2000; Chevalier der Légion d’honneur in Paris 2003; Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern 2008; KulturPreis Europa 2010.
Werke
Bühnenwerke: 14 Opern, darunter Boulevard Solitude 1951; König Hirsch 1956 (reduzierte Fassung Il Re Cervo 1962); Der Prinz von Homburg 1959 (rev. 1991); Elegie für junge Liebende 1961 (rev. 1987); Der junge Lord 1964; Die Bassariden 1965 (rev. 1992); We come to the River/Wir erreichen den Fluß 1976; The English Cat/Die englische Katze 1983; Das verratene Meer 1989; Venus und Adonis 1995; Kinder- u. Jugendopern (u. a. Pollicino 1980); Rundfunk- u. Fernsehopern; Opernbearb. (eigene u. Werke von Cl. Monteverdi, Karl Amadeus Hartmann, G. Paisiello); Ballette, Tanzschauspiele. – Vokalmusik in div. Besetzungen. – Orchesterwerke, auch für Kammer-, Streich-, Blas-, Laienorch. sowie für Soloinstrumente u. Orch. (darunter 10 Sinfonien, 2 Klavier- , 3 Violinkonzerte). – Kammermusik (darunter 5 Streichquartette). – Zahlreiche Werke für Tasteninstrumente.
Schriften
Essays 1964; Musik u. Politik (hg. v. J. Brockmeier) 1976, NA 1984; Einige Beobachtungen u. Hinweise betreffend die Aufführungspraxis meiner Werke in Das Orchester 4 (1987); Ein WV 1946–1996, 1996; div. Aufsätze, Werkberichte; Hg.-Tätigkeit.
Literatur
http://www.schott-music.com/henze/index.htm (10/2002) [m. WV]; NGroveD 11 (2001) [m. WV]; KdG G (1992); Salzburger KulturL 1987 u. 2001; MGG 6 (1957); Kleine Zeitung 1.7.2001; MGÖ 3 (1995); http://oe1.orf.at (1/2012); http://de.wikipedia.org (7/2013); http://www.schott-musik.de (7/2013); www.kug.ac.at (5/2015).

Autor(en)
Uwe Harten
Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Henze, Hans Werner‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 17/05/2015]


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