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Herrand von Wildon Herrand von Wildon true (Wildonie)
* --ca. 1230 (Ort?), --1278 (Ort?). Steirischer Dichter. Er entstammte der bedeutenden Adelsfamilie der Wildonier (urkundlich 1248–78; Großvater H. I. war Truchsess des Herzogtums Steiermark) mit dem Sitz südlich von Graz (heute zerstört). Bedeutender Politiker in den Wirren des Interregnums nach dem Tod des Landesherrn und letzten Babenbergers Friedrich II. († 1246) und des Kaisers Friedrich II. († 1250).

Zunächst Parteigänger Belas von Ungarn, dann des Landesherrn Ottokar von Böhmen und letztlich Rudolfs von Habsburg. Er heiratete die Tochter Perchta des Politikers und Dichters Ulrich v. Liechtenstein und gehörte dessen bedeutendem Dichterkreis an. Von H. sind drei Lieder (samt Miniatur) in der Großen Heidelberger Liederhandschrift erhalten, die in der Tradition Walthers von der Vogelweide und Ulrichs v. Liechtenstein stehen. Bedeutend ist er als Verfasser von vier Verserzählungen, jener neuen Gattung, die der sog. „Stricker“, welcher um die Mitte des 13. Jh.s in Österreich dichtete, in die deutsche Literatur einführte.


Gedenkstätten
H.gasse (Graz II).
Literatur
M. Curschmann in Verfasserlex. 3 (1981); W. Hofmeister, Die steir. Minnesänger. Edition, Übersetzung, Kommentar 1987.

Autor(en)
Franz Viktor Spechtler
Empfohlene Zitierweise
Franz Viktor Spechtler, Art. „Herrand von Wildon (Wildonie)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]