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Hoffmann, Hoffmann, Johann: Familie
Johann: * 1803-05-2222.5.1803 [nicht 1805] Landstraße (Wien III), † 1865 -09-1313.9.1865 Wien. Sänger (Tenor) und Theaterdirektor. Sohn des Grundgerichtsschreibers Franz H. Obwohl sich früh musikalische Begabung zeigte, trat Joh. H. 1820 in den Dienst des Wiener Magistrats. Erst auf Drängen von Freunden entschloss er sich, seine Stimme ausbilden zu lassen (u. a. durch Jos. Weigl, H. Anschütz). 1826 wurde er an die Wiener Hofoper engagiert, ging 1828 nach Aachen/D und 1829 an die Hofoper in Berlin (bis 1835). Gemeinsam mit seiner ersten Frau ging er 1835 nach St. Petersburg, wo Joh. H. auch als Regisseur tätig wurde; 1839–44 war er Theaterdirektor in Riga, wechselte (ebenfalls als Direktor) 1846–53 an das Deutsche Theater in Prag, das unter seiner Direktion eine Blütezeit erlebte. Nach zweijährigem Aufenthalt in Frankfurt am Main erwarb Joh. H. 1855 das Theater in der Josefstadt, das er bis zu seinem Tod leitete. Joh. H. galt auch als bedeutender Liedinterpret, v. a. der Lieder von Fr. Schubert. Er war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Marie H.-Baumeister (1819–87) verheiratet.

Katharina Krainz-H. (Pseud: Maria Greis): * 24.2.1809 [nicht 1806, 1808] Graz, † 4.12.1857 Frankfurt am Main/D. Sängerin (Sopran). Die Tochter des Grazer Orgelbauers Mathias Krainz (1776–1836) wurde im Chor des Grazer Theaters entdeckt und nach Wien zur Ausbildung bei G. Ciccimarra geschickt. 1826 debütierte sie am Kärntnertortheater unter ihrem Pseudonym. Nach einigen kurzfristigen Engagements in Aachen und Paris wurde sie nach Berlin berufen (Königstädtisches Theater, ab 1833 Berliner Hofoper). 1830 heiratete sie Johann H.; mit ihm ging sie 1835 nach St. Petersburg und 1838 nach Riga. In den 1840er Jahren trat sie in Frankfurt a. M. und in Bremen (1844–46) auf und beendete ihre Karriere mit einem Engagement am Deutschen Theater in Prag (1846–49); 1850 trat sie ein letztes Mal gemeinsam mit ihrer Tochter Jenny in Frankfurt a. M. auf. Beider Tochter

Jenny (Johanna) H.-Hardtmuth: * 25.7.1833 Berlin, † März 1877 Hannover/D. Sängerin. Sie trat bereits 1838–44 in Kinderrollen in Riga auf; ihr Debüt als Sängerin feierte sie 1849 während eines Gastspieles ihrer Mutter ebenfalls in Riga. 1851–55 war sie Mitglied der Oper in Frankfurt am Main; in diese Zeit fällt auch die Eheschließung mit dem Bariton Edmund Hardtmuth (auch Hardemuth): * ca. 1830 [Ort?], † nach 1866 [Ort?]. Dieser hatte seine Ausbildung in Wien erhalten und in Frankfurt am Main 1853 debütiert. Das Ehepaar trat 1855/56 gemeinsam in Riga auf. Jenny H. war dann in Coburg/D und Prag engagiert und lebte später in Hannover. E. H. zog von Riga nach Hamburg/D (1856/57), in der nächsten Saison nach Braunschweig/D (mit einem Gastspiel in Wien), war 1859/60 an der Dresdner Oper tätig, bis er wieder gemeinsam mit seiner Frau in Prag (1861–64), Coburg (1864/65) bzw. Rotterdam/NL (1865/66) engagiert war. 1866 Gastspiel in Linz.


Literatur
K-R 1997 u. 2000; StMl²2009; Ulrich 1997; Wurzbach 9 (1863) u. 14 (1865); H. Mansfeld in Jb. der Ges. f. Wr. Theaterforschung 11 (1959); [Linzer] Tages-Post 17.10.1866, 3; Taufbuch 1801–07 der Pfarre St. Rochus (Wien III), fol. 162; Taufbuch 1806–12 der Pfarre Graz-Hl. Blut, fol. 114.

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Hoffmann, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/09/2017]