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Igelhoff, Igelhoff, true Peter (eig. Ordnung, Rudolf August)
* 1904-07-2222.7.1904 Wien, † 1978-04-088.4.1978 Bad Reichenhall/D. Komponist, Sänger und Pianist. Nach der Matura besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Wien und studierte 1923/24 zwei Semester Musiktheorie bei M. Springer, danach zunächst Beamtenlaufbahn im Sozialministerium, Anfang der 1930er Jahre Ausbildung an Billy Mayerls School of Music in London. Mehrere Jahre als Barmusiker und Korrepetitor in zahlreichen europäischen Städten (Linz, Basel, Köln/D, Prag, Budapest) tätig, u. a. Pianist in der Simplicissimus-Bar in Wien. Daneben publizierte er Schlager. 1933 erste Schallplattenaufnahmen für Polydor mit Doddy Delisson in Wien unter seinem Künstlernamen ohne nennenswerten Durchbruch. 1934 gemeinsame Auftritte mit Delisson bei Radio Wien. Im Herbst 1935 Übersiedlung nach Berlin, wo I. seine Tätigkeit als Barpianist z. T. bereits mit eigenen Schlagern fortsetzte und 1936 durch den Aufnahmeleiter der Schallplattenfirma Telefunken entdeckt wurde. Sein humorvoller, selbstironischer Gesangsstil, der eine Palette vom Sprechgesang bis zur freien Improvisation von Nonsenssilben im Scat umfasste, machte ihn rasch zum Plattenstar (ab 1936 in Berlin Aufnahmen für die führenden Labels). Engagements in renommierten Berliner Etablissements – z. T. gemeinsam mit Doddy Delisson und Raimund Vogl als Wiener Star Trio – trugen zu seiner Popularität bei. Ab 1937 etablierte sich I. auch als erfolgreicher Filmmusikkomponist. 1943 wurde I. aus der Truppenbetreuung, zu der man ihn verpflichtet hatte, entfernt, er erhielt Auftrittsverbot und tauchte in Berlin bzw. Wien unter. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich I. in München nieder und arbeitete wieder als Chansonnier und Pianist, v. a. aber als Komponist für Rundfunk, Film und Fernsehen.
Ehrungen
Prof.-Titel 1969.
Werke
Filmmusik zu über 50 Filmen (u. a. Wir machen Musik 1942; Mutter sein dagegen sehr 1951); Bühnenmusik: Ein Mann ohne Herz 1938; Mademoiselle Mama 1949; Hurra, ein Junge 1953; Eine Frau genügt nicht 1955; Moral um Mitternacht 1969; Geld regiert die Welt 1978; Musikalische Lustspiele: Liebe auf den ersten Blick 1937; Ich habe eine reizende Mama (UA Neues Schauspielhaus Wien 12.10.1945); mehr als 1000 Schlager und Chansons (u. a. Der Onkel Doktor hat gesagt, du darfst nicht küssen; Wenn ich vergnügt bin; Unter den Pinien in Argentinien; Babarabm-bu; Mein Herz hat heut Premiere; Wann wirst du wieder bei mir sein); zahlreiche Schallplattenaufnahmen.
Literatur
G. Ahlers in CD-Booklet P. I. Keine Angst, ich fall’ nicht auf die Knie (duophon LC 08681, 2000); Internationales Biographisches Archiv 19/1978 vom 1.5.1978; DBE 5 (1997); Lang 1986; Wölfer 2000; Czeike 3 (1994); S. P. Rupprecht, Chanson-Lexikon 1999; Riemann 1972; Bauer 1955; Die Presse 10.4.1978; Mitt. MUniv. Wien (2/2017); WStLA (Meldearchiv); eigene Recherchen (http://www.anno.onb.ac.at).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Igelhoff, Peter (eig. Ordnung, Rudolf August)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]


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