Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Kammerer, Kammerer, true Paul
* 1880 -08-1717.8.1880 Wien, † 1926 -09-2323.9.1926 Puchberg am Schneeberg/NÖ (Freitod). Biologe. Studierte zusammen mit K. Weigl Kontrapunkt bei R. Fuchs am Konservatorium der GdM (1900–01) und Zoologie an der Univ. Wien (Dr. phil. 1904). 1907 nahm er brieflich Kontakt mit G. Mahler auf und bot sich ihm u. a. als Notenkopist an; dieser lehnte ab, empfing ihn jedoch mehrmals zu Gesprächen in seinem Sommerdomizil Toblach (Dobbiaco/I). 1911/12 arbeitete dann Mahlers Witwe A. Mahler-Werfel als K.s Assistentin an der Biologischen Versuchsanstalt im Wiener Prater. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Tätigkeit standen Versuche zur Vererbung erworbener Fähigkeiten, die ihn in Opposition zum vorherrschenden Neodarwinismus brachten. Der Vorwurf von Fälschung im Fall seines international diskutierten Experiments mit Geburtshelferkröten veranlasste ihn schließlich zum Selbstmord. Bis kurz vor seinem Tod stand er noch in enger Verbindung mit G. Wiesenthal.
Gedenkstätten
K.gasse (Wien XIX).
Schriften
Erwerbung u. Vererbung des musik. Talentes 1912; Das Gesetz der Serie 1919.
Werke
Lieder (8 Gesänge 1906, u. a. nach Gedichten von Gustav Przibram und Helene Nahowski [Berg]).
Literatur
St. Schmidl, Die Tonkunst 6 (2006); St. Schmidl, in Wiener Zeitung 18.11.2006; ÖBL 3 (1965); A. Mahler-Werfel, Mein Leben 1960, 53–55; A. Koestler, The Case of the Midwife Toad 1971; P. J. Bowler, The Eclipse of Darwinism 1983, 75ff; R. Freund, Land der Träumer 1996, 117–132; O. Hilmes, Witwe im Wahn 2004, 123–126; eigene Recherchen.

Autor(en)
Stefan Schmidl
Empfohlene Zitierweise
Stefan Schmidl, Art. „Kammerer, Paul‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/02/2006]