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Kanitz, Kanitz, Ernst: Ehepaar
Ernst: * 1896 -01-2525.1.1896 Wien, † --nach 7.9.1942 Auschwitz (Oświecim/PL). Konzertagent. Sohn eines Großhändlers. Inhaber der Konzertdirektion Elite (Wien IX, Berggasse), deren Schwergewicht auf Kammermusik lag. März 1937 bis März 1938 Konzertdirektion E. K. mit 15 Veranstaltungen. Flüchtete 1938 wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters – er selbst war 1915 aus der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde ausgetreten – nach Frankreich, von wo er am 7.9.1942 mit Transport 29 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde.

Luise (geb. Lebensaft): * 5.7.1908 Wien, † 20.9.1976 Wien. Pianistin. Tochter eines Angestellten. Besuchte in Wien die Volks- und Bürgerschule, absolvierte an einer Höheren Lehranstalt ein Musikstudium. Danach staatlich geprüfte Pianistin in Wien, ab 1930 verheiratet mit E. K. Die Ehe wurde 1942 während ihrer Haft in seiner Abwesenheit geschieden. Ab 1939 Kontakt mit der von Roman Karl Scholz geleiteten Österreichischen Freiheitsbewegung (ÖFB), in der sie als „Frauenschaftführerin“ Aufbau und Leitung der Frauengruppe überhatte. Aufgrund der Denunziation durch den Burgschauspieler und agent provocateur Otto Hartmann 1940 verhaftet, 1944 wegen Hochverrats zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt, 1945 entlassen, gesundheitlich geschädigt und unfähig, ihre Karriere als Pianistin fortzusetzen.


Literatur
I. Brauneis, Widerstand von Frauen in Österreich gegen den Nationalsozialismus 1938–1945, Diss. Wien 1974; Karl von Vogelsang-Institut (Hg.), Gelitten für Österreich. Christen und Patrioten in Verfolgung und Widerstand 1989; http://www.univie.ac.at/biografiA/. – Archivalien Wien: Dokumentationsarchiv des österr. Widerstandes, Israelitische Kulturgemeinde, Orpheus Trust, MA 61, Konzerthausarchiv.

Autor(en)
Elisabeth Lebensaft
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Lebensaft, Art. „Kanitz, Ehepaar‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]