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Karlweis Karlweis true (Karlweiß), Oscar Leopold
* 1894-06-1010.6.1894 Hinterbrühl/NÖ, † 1956-01-2424.1.1956 New York/USA (begr. Friedhof Matzleinsdorf, Wien V). Schauspieler, Sänger. Der Sohn des Beamten und Autors Carl K. (eig. Karl Weiss) wuchs in Wien auf, studierte nach der Matura am Theresianum ab dem Wintersemester 1913/14 einige Semester Jus an der Univ. Wien. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg startete er 1919 eine Karriere als Schauspieler am Theater in der Josefstadt unter J. Jarno, 1920 am Wiener Stadttheater. Ab 1921 vor allem an Münchner Bühnen beschäftigt, kehrte K. 1923 zurück nach Wien, wo er an verschiedenen Wiener Bühnen tätig wurde und im Ronacher auch in einer Operette zu sehen war. 1927 ging er nach Berlin und reüssierte in mehreren Operetten, u. a. 1929 unter M. Reinhardt in J. Strauß’ Die Fledermaus als erster männlicher Darsteller des Prinzen Orlofsky (eigentlich eine Hosenrolle) sowie bei der UA von R. Benatzkys Meine Schwester und ich 1930. 1927–30 außerdem zahlreiche Schallplattenaufnahmen für Electrola, Grammophon, Ultraphon und Kristall. Nachdem K. bereits in zwei Stummfilmen kleine Rollen übernommen hatte (1926 Filmdebüt in Die Försterchristl), betätigte er sich ab 1930 äußerst erfolgreich als (Ton-)Filmschauspieler (Film). Daneben auch Gastspiele in Wien, wohin er 1933 wieder zurückging. K. drehte weitere zwei Filme und spielte an mehreren Wiener Theatern. 1932/33 und 1936–38 entstanden in Wien für Columbia einige Aufnahmen mit Schlagern sowie Titeln, die er bereits auf der Bühne bzw. im Film interpretiert hatte. 1938 emigrierte (Exil) er mit K. Farkas über die Schweiz und die Tschechoslowakei nach Paris, wo die beiden auch gemeinsam auftraten. 1940 floh er gemeinsam mit Friedrich Torberg über Spanien und Portugal in die USA, trat hier zunächst mit H. Leopoldi, K. Farkas und P. Hörbiger in deutschsprachigen Vorstellungen für Emigranten auf, später spielte er erfolgreich auch in englischer Sprache am New Yorker Broadway. Ab 1948 für Gastspiele in Wien und Graz wieder in Österreich, 1950 Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen in F. Raimunds Der Verschwender. K. übernahm darüber hinaus Rollen in US-amerikanischen TV-Serien und einigen Spielfilmen und übersetzte englische sowie französische Theaterstücke.
Werke
zahlreiche Schallplatten, u. a. auf Columbia: Nadine und Das Lied von der Familie aus E. Straus’ Ein entzückender Mensch (1932), Signorina, ich liebe dich und Wenn ich mal eine Dummheit mach’ aus dem Film Hochzeitsreise zu Dritt (1932/33); gem. m. dem Orchester H. Sandauer: Oho! Schon wieder und Abgeseh’n davon (1936); Warum schlägt heut’ rascher mein Herz und Es kommt im Leben häufig vor aus H. Langs Die Hofloge (1936); Oder nicht?, Auf dem Dach vom Autobus, Am Abend im Kaffee und Verzeih, daß ich dich lieb’ aus M. Krasznay-Krausz’ Verzeih, daß ich dich liebe (1937); Anno dazumal, Mademoiselle und Individualitäten aus R. Benatzkys Pariserinnen (1937); gem. m. dem Orchester des Theaters an der Wien unter A. Paulik: Ein bißchen Liebe gegebenenfalls und Majestät privat aus R. Benatzkys Majestät privat (1937); gem. m. P. Hörbiger: Auf der Lahmgrub’n und auf der Wieden auf RCA.
Literatur
M. Weihermüller, Discographie der Dt. Kleinkunst 1 (1991); J. Ch. Trilse-Finkelstein/K. Hammer, Lex. Theater International 1995; Kosch 2 (1960); H. A. Frenzel/H. J. Moser (Hg.), Kürschners biographisches Theater-Hb. 1956; Glenzdorfs internationales Film-Lex. 2 (1961); Dt. Bühnen-Jb. 65 (1957); Ackerl-Weissensteiner 1992; ÖL 1995; Orpheus im Exil 1995; Czeike 3 (1994); Who’s Who in Austria 1954; Paul Emödi (Hg.), „Wer ist wer“. Lex. österreichischer Zeitgenossen 1937; H. Rischbieter (Hg.), Theater-Lex. 1983; Ulrich 1997; www.wikipedia.org (10/2012); eigene Recherchen (u. a. Archiv Univ. Wien; Tagblattarchiv Wienbibliothek).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Karlweis (Karlweiß), Oscar Leopold‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/10/2012]