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KastnerKastnertrue (-Escudier), Rosa
* --ca. 1834/35 Olmütz (Olomouc/CZ)?, † 1880-05-044.5.1880 Paris. Pianistin. Erhielt ihre erste Ausbildung durch die Mutter Johanna Rosina K., geb. Adelmann (get. 5.3.1812 Matzleinsdorf [Wien V], † ?), später bei R. Hirsch in Triest und R. Fischhof in Wien. 1847 erster öffentlicher Auftritt in Wien. Nach dem Tod des Vaters Gustav K., eines Militärarztes, unternahm K. ab 1849 mit ihrer Mutter eine Konzertreise, die sie nach Prag, Dresden/D, Brünn und Olmütz führte. Es folgten mehrere Konzertreisen quer durch Europa (u. a. Deutschland, Ungarn, Frankreich, England, Belgien, Schweiz), in denen sie in Privatzirkeln und Konzerthäusern auftrat und sich als eine der besten Pianistinnen ihrer Zeit (vergleichbar mit C. Wieck-Schumann) profilierte. Dazu kamen zahlreiche Auftritte mit Kammermusikern, u. a. 1851 mit J. Hellmesberger d. Ä. und K. Schlesinger in Wien und mit dem Geiger Peter Moralt, mit dem sie 1851/52 eine größere internationale Tournee unternahm. Im April 1856 konzertierte sie nach vierjähriger Abwesenheit wieder im Wiener Musikvereinssaal. M. G. Saphir, ein großer Verehrer ihrer Kunst, widmete K. eine Scherz-Improvisation anlässlich ihres Auftritts in seinem Salon. In der Folge wirkte sie in einigen von ihm veranstalteten Akademien zu wohltätigen Zwecken mit, u. a. 1857 in Wiener Neustadt und Rohitsch-Sauerbrunn (Rogaška Slatina/SLO). Im Oktober 1856 und Jänner 1857 gab sie drei Konzerte in Graz, dazwischen konzertierte sie in Laibach und Triest. Etwa im September 1856 (Tagebucheintrag vom 21.9.1856) soll F. Liszt sie erstmals bei einem Konzert in Prag gehört haben und lud sie in der Folge über den Winter nach Weimar/D ein. Er hielt auch später noch Kontakt zu K. Nach ihrer Heirat mit dem Verleger und Redakteur der Pariser Musikzeitschrift France musicale, Marie-Pierre-Yves Escudier (1819–80) am 21.5.1860 in Brüssel ließ sich K. in Paris nieder, setzte ihre Konzerttätigkeit jedoch fort. Mit dem Geiger Henri Vieuxtemps und dem Cellisten Alexander Batta gründete sie Ende 1862 ein Klaviertrio, mit dem sie in Paris mehrmals auftrat. In ihren letzten Lebensjahren konzertierte sie in Paris nur noch im Rahmen von Benefizkonzerten. Ihr Repertoire umfasste neben zahlreichen populären Salonkompositionen, in denen sie ihre technischen Fähigkeiten präsentieren konnte, auch Werke u. a. von J. S. Bach, G. F. Händel, L. v. Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, F. Liszt und F. Chopin.
Ehrungen
Große goldene Medaille mit Diplom des Königs von Belgien 1854; k. k. Kammervirtuosin 1857; Widmungsträgerin von Joseph Aschers Fanfare Militaire, op. 40, ca. 1856 (s. Abb.), Julius von Kolbs La belle Gracieuse, op. 20, 1857, Eugène Ketterers Grande Fantaisie Brillante sur Les Huguenots, Opera de Meyerbeer, op. 251, 1869 (s. Abb.).
Literatur
Wurzbach 11 (1864); F.-J. Fétis, Biographie Universelle des Musiciens 4 (1875); E. Bernsdorf, Neues Universal-Lex. der Tonkunst 2 (1857); Mendel-R 6 (1876); P. Pocknell, Franz Liszt and Agnes Street-Klindworth 2000; Die Presse 10.5.1854, [4f], 15.4.1856, [15], 16.5.1860, [10]; Der Humorist 15.4.1856, 2; E. Hanslick, Gesch. des Concertwesens 1869, 415, 422; Taufbuch der Pfarre St. Florian-Matzleinsdorf (Wien V) 1811–13, fol. 39; http://mugi.hfmt-hamburg.de (2/2019).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kastner (-Escudier), Rosa‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 25/04/2019]