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Kaufmann, Kaufmann, Ludwig Brüder
Ludwig Josef: * 1907-10-1414.10.1907 Brod an der Save/Kroatien (Slavonski Brod/HR), 1980-02-011.2.1980 (Ort?). Dirigent. 1911 übersiedelte die Familie nach Wien, wo sein Vater Hugo Franz (* 11.3.1872 Wien, get. 29.11.1901 Wiesbaden/D, † 16.3.1936 Wien) als Musikpädagoge wirkte. Studium an der Wiener MAkad. bei J. Marx und Cl. Krauß, seit 1928 Kapellmeister in Graz, Cottbus/D, um Mitte der 1930er Jahre in Breslau (Wrocław/PL; Stadttheater), Antwerpen/NL und Plauen/D. 1948–52 Operndirektor und Orchesterleiter der Staatsoper Wiesbaden. Als Dirigent Tourneen in Europa, Asien und Afrika, u. a. dirigierte er 1960 die Wiener Symphoniker, 1962 das Niederösterreichische Tonkünstlerorchester. K. war auch Gastdirigent der Berliner Philharmoniker. Ein angeblicher Lehrauftrag am Mozarteum in Salzburg 1968 ist nicht belegbar. K. war auch als Liedbegleiter und Kammermusiker sowie kompositorisch tätig.
Ehrungen
Ehrenmitglied des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.
Werke
Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik, Lieder, Schlager (In deinen Augen liegt all mein Glück, 1934 von E. Sack auf Platte eingespielt).
Literatur
Dt. Bühnen-Jb. 89 (1980/81), 754 u. 87 (1978/79), 702; Kürschner 1954; Dt. Bühnen-Jb. 47 (1936); Who’s Who in Music 1962; F-A 1936; Kürschners biographisches Theater-Handbuch 1956; Mitt. Archiv Mozarteum Salzburg; eigene Recherchen.


Charly (eig. Karl): * 2.10.1909 Brod an der Save, † 25.9.1980 Wien. Flötist, Bandleader, Komponist, Arrangeur. Nach dem Besuch der Handelsschule 1924–26 absolvierte K. 1927–30 die Wiener MAkad. (Flöte bei Jacques van Lier, Musiktheorie bei F. Schmidt) und widmete sich fortan hauptberuflich der Musik (ab 1928 Mitglied des Österreichischen Musiker-Verbandes). Neben seinem Hauptinstrument, der Flöte, beherrschte K. auch Saxophon, Akkordeon, Klavier und Schlagwerk. Während seines Studiums Tätigkeit als Kinomusiker und in ausländischen Orchestern. Nach Abschluss des Studiums 1930 widmete er sich ausschließlich der Unterhaltungsmusik, arbeitete als Mitglied von Bordkapellen auf Kreuzfahrtschiffen, in Wiener Kinos und Lokalen. 1932 unternahm er als Bordmusiker an Bord eines Luxusschiffes eine Weltreise. Ab Sommer 1934 gastierte er ein Jahr in Ceylon, wo er als Virtuose und Komponist von Unterhaltungsmusik reüssieren konnte. In Wien trat er ab 1934 mit seiner Jazzkapelle Ch. K. auch mehrfach in der RAVAG auf. 1936–38 Mitglied der Bühnenmusik des Burgtheaters und Leiter eines Lehrgangs für Jazz-Musik am Wiener Schubert-Konservatorium, wo er Klavier, Akkordeon, Saxophon und Schlaginstrumente und an der Abteilung für Jazzpianistik auch bereits ausgebildete Musikpädagogen unterrichtete. Ende 1937 erhielt er einen Lehrauftrag für volkstümliche Harmonika an der Wiener MAkad., den er noch Ende April 1938 abgehalten haben dürfte. 1938 Tanzmusiker in Norwegen. Der Plan, in die USA auszuwandern, wurde wieder fallengelassen. Ab 1939 in Berlin bzw. Wien als Bandleader tätig, strebte K. 1940 eine Karriere innerhalb des Stabsmusikkorps der Waffen-SS in Berlin an, musste dieses aber aufgrund seiner jüdischen Abstammung 1942 vorzeitig verlassen und wurde nach Hainburg versetzt. Bis Oktober 1944 nahm er an musikalischen Truppenbetreuungsprogrammen in Russland und Polen teil, die letzten Kriegsmonate verbrachte er dienstverpflichtet bei Wiener Firmen. Ab Mai 1945 trat K. wieder mit eigenem Tanzorchester in Wien auf und konnte zunächst an seine Karriere vor dem Krieg anschließen, die im Laufe der 1950er Jahre jedoch abnahm. Im Mai 1960 absolvierte er, 50-jährig, als externer Hörer die Kapellmeisterschule an der MAkad. in Wien, musste sich in den letzten Jahrzehnten seines Lebens jedoch als Hotelpianist, später auch in musikfremden Berufen seinen Lebensunterhalt verdienen.


Ehrungen
Zweiter Platz beim „Wettbewerb der Wiener Jazzkapellen und Jazzsänger um das Goldene Band“ 1937; Prof.-Titel 1974.
Werke
Kleine Serenade für Altsaxophon und Klavier 1936; Schlager.
Literatur
Chr. Glanz in Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst 2 (1988); Chr. Glanz in C. Ottner (Hg.), Musik in Wien 1938–1945, 2006; Neues Wr. Tagblatt 27.10.1940; Mitt. Archiv MUniv. Wien. – Teilnachlass: Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der MUniv. Wien.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Kaufmann, Brüder‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 08/07/2013]