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Keldorfer, Keldorfer, Joseph Familie
Joseph (I): * 1826-10-1212.10.1826 Hatzendorf/St, † 1894-11-1414.11.1894 Salzburg. Polizeibeamter. Entstammte einer musizierfreudigen oststeirischen Kleinbauernfamilie, sein Vater Vinzenz (Kölldorfer) arbeitete auch als Weber. K. arbeitete sich in Salzburg vom Polizeiadjunkten bis zum Chef der staatlichen Polizeiaufsicht hinauf, zuletzt war er k. k. Polizeirat in Ruhe. Mit seiner Frau Antonie, einer Tochter des akademischen Porträt- und Historienmalers Sebastien Stief, hatte er insgesamt 21 Kinder. Alle Söhne erhielten ihre erste musikalische Ausbildung als Sängerknaben an der Salzburger Franziskanerkirche (bei P. P. Singer), wo J. K. auch als Chordirigent in Erscheinung getreten sein soll. 1869 dichtete er – selbst Mitglied der Salzburger Liedertafel – den Wahlspruch des Oberösterreichisch-Salzburgischen Sängerbundes (1868–72 dessen Schriftführer), den K. Santner vertonte. K.s Einsegnung nahm J. Katschthaler vor.
Ehrungen
Preußischer Kronenorden 4. Klasse 1879.
Literatur
Salzburger Volksbl. 23.12.1875, 2, 15.11.1894, 3f; Wr. Ztg. 25.3.1879, 2; Salzburger Chronik 15.11.1894, 4, 17.11.1894, 3; [Linzer] Tages-Post 12.3.1924, 8; Taufbuch 1784–1831 der Pfarre Hatzendorf, pag. 60; Trauungsbuch 1820–61 der Dompfarre Salzburg, fol. 204; Sterbebuch 1894–1915 der Dompfarre Salzburg, fol. 9. Zur ganzen Familie: Salzburger Volksbl. 6.11.1908, 1, 26.9.1942, 5; Neuigkeits-Welt-Bl. 21.11.1908, 8; Kleine Volks-Ztg. 24.12.1933, 8;


Seine Kinder

Anton Sebastian: * 29.8.1856 Salzburg, † 1.7.1933 Salzburg. Lehrer, Chorleiter. Unterrichtete nach seiner Lehrerausbildung zunächst ab 1874 in Wolfsegg/OÖ. Danach kam er erstmals an die Schule in Salzburg-Nonntal, wechselte jedoch 1881 an die Salzburger Bürgerschule. Ab 1886 unterrichtete er neuerlich in Nonntal, wo er 1911–21 Oberlehrer war und auch an der Pfarrkirche tätig war. Außerdem ca. 1904–17 Chorregent der Universitätskirche (Kollegienkirche). Mindestens 1877–90 gehörte er der Salzburger Liedertafel an, mindestens 1891–97 war er Chormeister des Geselligkeitsklubs „Sängerlust“. A. K. trat auch als Lied- und Coupletsänger auf und war als Mitorganisator musikalischer Veranstaltungen in der Stadt Salzburg tätig.


Ehrungen
Ehrenmedaille f. 40-jährige Dienstzeit 1917; Kriegskreuz f. Zivilverdienste 3. Klasse 1918; Direktortitel 1920; Ehrenchormeister des Geselligkeitsklubs „Sängerlust“.
Literatur
Salzburger Kirchenbl. 23.9.1874, 307; Salzburger Ztg. 4.1.1876, 1; Salzburger Chronik 15.3.1881, 2, 29.7.1886, 3, 30.10.1897, 6, 5.8.1904, 2, 6.3.1920, 3, 12.7.1921, 2, 1.7.1933, 19; Salzburger Volksbl. 20.12.1877, 3; 31.5.1879, 9, 15.11.1884, 4, 18.11.1884, 2, 30.7.1887, 2, 6.5.1889, 2, 16.12.1890, 3, 28.10.1891, 3, 13.3.1894, 4, 14.11.1895, 3, 30.11.1896, 4, 9.2.1897, 4, 27.11.1905, 3, 21.11.1907, 3, 16.10.1911, 7, 22.2.1917, 6; 10.5.1918, 3, 28.8.1926, 8; Taufbuch 1855–61 der Dompfarre Salzburg, fol. 45.


Joseph (II) Maria: * 1.9.1857 Salzburg, † 8.10.1884 Salzburg. Lehrer. War Mitglied der Salzburger Liedertafel und starb als Supplent an der k. k. Staatsgewerbeschule.


Literatur
Salzburger Volksbl. 8.10.1884, 3, 9.10.1884, 2, 11.10.1884, 6; Taufbuch 1855–61 der Dompfarre Salzburg, fol. 77; Sterbebuch 1870–93 der Dompfarre Salzburg, fol. 282.


Franz Seraph Friedrich Alexius: * 16.7.1860 Salzburg, † 3.5.1943 Salzburg. Beamter. Arbeitete spätestens ab 1886 im Staatsdienst in seiner Heimatstadt, 1890–1910 war er Beamter im Ministerium für Landesverteidigung in Wien. F. K. scheint sich weit weniger als seine Brüder musikalisch betätigt zu haben, 1885 trat er in einem Gesangquartett gemeinsam mit seinem Bruder A. auf. Ab den 1920er Jahren war er führend im Salzburger Landesverein vom Roten Kreuz tätig.


Ehrungen
Sektionsrat 1898; Orden der Eisernen Krone 3. Klasse 1901; Ministerialrat 1904; Ritterkreuz des Leopoldordens 1906; Sektionschef 1909; Großes goldenes Ehrenzeichen 1933.
Werke
Text zu V. K.s Männerquartett A. E. I. O. U. (op. 30).
Literatur
Salzburger Volksbl. 1.12.1885, 2; Salzburger Chronik 20.4.1886, 2; 17.11.1898, 3, 8.8.1905, 5; [Linzer] Tages-Post 2.7.1893, 3; Die Lyra 1.3.1901, 7; NFP 5.6.1901, Abendbl., 1; Neues Wr. Abendbl. 27.1.1904, 3; Grazer Volksbl. 31.10.1906, Abend-Ausg., 4; Wr. Ztg. 6.8.1909, 1, 1.3.1910, 1; Radio Wien 6.2.1931, 35, 31.3.1933, 27; Illustrierte Kronen-Ztg. 28.2.1933, 9; Salzburger Ztg. 7.5.1943, 4; Taufbuch 1855–61 der Dompfarre Salzburg, fol. 178; Trauungsbuch 1898–1912 der Dompfarre Salzburg, fol. 140.


Karl (I; Carl Hubert): * 31.10.1861 Salzburg, † 13.7.1946 Salzburg. Lehrer, Kirchenmusiker, Kapellmeister. Unterrichtete zunächst ab 1880 in Tamsweg/Sb, danach war er 1883–88 Schulleiter, Organist, Mesner und Gemeindesekretär in Thomatal/Sb. Anschließend Lehrer, Chorregent und Kapellmeister in St. Michael im Lungau/Sb. 1902–19 war er an der Schule in Maxglan/Sb tätig, wo er ebenfalls als Kirchenmusiker wirkte. 1902–06 und 1920/21 Chormeister des Salzburger Geselligkeitsklubs „Sängerlust“. K. K. war für seine humoristischen Gesangsauftritte bekannt und trat auch als Klavierbegleiter in Erscheinung.


Ehrungen
Ehrenchormeister des Geselligkeitsklubs „Sängerlust“ 1907; Kriegskreuz f. Zivilverdienste 3. Klasse 1917; Oberlehrer-Titel 1921.
Werke
Komische Gesangquartette (Musikalisches Hochzeitsmenu).
Literatur
Salzburger Volksbl. 24.8.1880, 3, 16.1.1892, 7, 4.10.1906, 4f, 21.11.1907, 3, 16.7.1912, 7, 18.8.1917, 6, 14.7.1919, 3f, 13.4.1921, 2, 4.7.1921, 4, 1.11.1940, 6, 30.10.1941, 4; Illustrirtes Wr. Extrabl. 17.11.1903, 6; [Linzer] Tages-Post 5.8.1905, 4, 15.8.1905, 5; Salzburger Chronik 13.6.1902, 3, 24.11.1903, 5, 14.3.1905, 3, 2.3.1919, 4, 5.10.1920, 4; Salzburger Nachrichten 15.7.1946, 3 u. 6, 23.7.1946, 4; Taufbuch 1861–68 der Dompfarre Salzburg, fol. 12.


Max (Maximilian Robert): * 28.4.1864 Salzburg, † 3.1.1939 Wien. Polizeibeamter, Chorleiter, Komponist. Nach seiner ersten Ausbildung am Salzburger Franziskaner Chor war er 1874–78 (u. a. neben C. Luze) Wiener Hofsängerknabe. Danach wieder in Salzburg, wo er Jus studierte und ab Mitte der 1880er Jahre bei musikalischen Vereinsveranstaltungen (als Sänger) in Erscheinung trat; vermutlich auch Chormeister des Geselligkeitsklubs „Sängerlust“. Zunächst ab 1888 in Salzburger Landesdiensten stehend, 1890–92 bei der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau/Sb, wechselte er 1892 an die k. k. Polizeidirektion nach Wien; Polizeidirektor und Stadthauptmann von Wieden (Wien IV; 1925 im Ruhestand). Er war ab 1897 Chormeister des Wiedener Männerchors und ab 1926 bei der Wiener Liedertafel (beide noch 1934). Weiters leitete er die 1919–23 bestandene Freie Vereinigung mehrerer Wiener Männergesangvereine und 1922–38 hatte er in der Nachfolge seines Bruders V. K. das Amt des Chordirektors an St. Elisabeth (Wien IV) inne. M. K. war auch führend im Kapellmeisterverband Österreichs und im Österreichischen Musikerverband tätig.


Ehrungen
Polizeirat 1913; Reg.rat 1919; Hofrat 1921?; Ehrenmitglied des Wiener Sängerbundes 1923; Jaksch-Plakette des Ostmärkischen Sängerbundes 1929; Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes; Ehrenmitglied des Wiener Schubertbundes; Ehrenchormeister des Wiedener Männerchors 1899, der Wr. Liedertafel, der Liedertafel St. Johann im Pongau, des Geselligkeitsklubs „Sängerlust“.
Werke
Orchesterwerke, Messen, Requiem, Gradualien und Offertorien; Männerchöre, Lieder, Walzer.
Literatur
Wissenschaft u. Kunst in der dt. Ostmark 1938; Weissenbäck 1937; Fs. 50 Jahre „Wiedener Männerchor“ 1912; A. Benedikt, [Fs.] Fünfundsiebzig Jahre „Wr. Liedertafel“ 1935; Th. Antonicek in StMw 29 (1978); Salzburger Volksbl. 24.12.1884, 6, 9.7.1889, 3, 21.1.1890, 3, 13.3.1890, 2, 27.11.1905, 3, 21.11.1907, 3, 19.1.1939, 6; Wr. Ztg. 15.11.1892, 1, 15.4.1913, 1; [Linzer] Tages-Post 30.11.1892, 3; Die Lyra 1.1.1899, 8, 15.1.1899, 9; Dt. Volksbl. 16.10.1900, Abendausg., 4; Der neue Tag 16.6.1919, 6; Reichspost 12.9.1919, 7, 5.7.1929, 8, 28.4.1934, 9; Neues Wr. Abendbl. 19.4.1923, 3, 8.1.1938, 3; Neues Wr. Tagbl. 19.12.1921, 5, 9.5.1923, 9; Illustrierte Kronen-Ztg. 20.4.1924, 17, 4.3.1926, 8, 11.6.1931, 7, 28.4.1934, 6; NFP 25.5.1926, 7; Neues Wr. Journal 29.4.1934, 20; Kleine Volks-Ztg. 1.5.1934, 8; Radio Wien 22.6.1934, 4; Taufbuch 1861–68 der Dompfarre Salzburg, fol. 103; Trauungsbuch 1906 der Pfarre St. Josef zu Margareten (Wien V), fol. 36; Mitt. Pfarre Wieden (Wien IV).


Viktor (Victor) Josef: * 14.4.1873 Salzburg, † 28.1.1959 Wien. Chordirigent, Komponist und Lehrer. Studium an der Lehrerbildungsanstalt (Matura 1892) und am Mozarteum (Violine bei Gustav Zinke, Theorie bei J. F. Hummel; Reifeprüfung 1891) in Salzburg. 1892 kam er – gemeinsam mit seinem Bruder M. K. – nach Wien, hier Bratschist und 1892–1922 Volksschullehrer (zuletzt 1913–22 Oberlehrer bzw. Direktor). 1893 trat er dem Wiener Männergesang-Verein bei, 1900–03 Mitglied des Udel-Quartetts (Konzertreisen durch Europa). Erste Erfahrungen als Chormeister sammelte K. 1897–1909 beim MGV Favoriten (Gründung eines humoristischen K.-Quartetts) und 1899–1909 beim Wiedener Männerchor (neben seinem Bruder M.); 1909 Aufführung von J. Haydns Schöpfung mit beiden Klangkörpern unter Mitwirkung seiner Schwester M. K. 1909 wurde er Chormeister-Stellvertreter und ein Jahr später in E. Kremsers Nachfolge Chormeister des Wiener MGV, den er bis 1921 erfolgreich leitete und dem er bis 1926 angehörte. Daneben war K. in dieser Zeit auch Chordirektor an St. Elisabeth (Wien IV, 1904–22) und St. Johann Evangelist (Wien X, 1922–28). 1922–38 und 1945–51 fungierte er als Chormeister des Schubertbundes, mit diesem brachte er 1928 Die Tageszeiten von R. Strauss zur Uraufführung. K. wirkte weiters 1910–38 als Bundeschormeister des Ostmärkischen Sängerbundes und war 1928 Obmann des Musikausschusses des 10. Deutschen Sängerbundesfestes, bei dem er die drei Hauptaufführungen mit jeweils ca. 40.000 Sängern dirigierte. Während der NS-Zeit war K. mit Auftritts- und Aufführungsverbot belegt, nach dem Krieg neuerlich bis 1951 Bundeschormeister des Sängerbundes für Wien und Niederösterreich und 1949–51 auch erster Vorsitzender des Musikausschusses des Österreichischen Sängerbundes. Viel gefragter Juror bei Sängerfesten und Wettbewerben. 1897 war K. Gründungsmitglied der AKM.

Als Komponist blieb er der Romantik verhaftet, 1927 gab er eine erste Gesamtausgabe der Männerchöre Fr. Schuberts bei der Universal Edition heraus. Seine Autographensammlung (M. Haydn, W. A. Mozart, Schubert, H. Wolf) gelangte später in verschiedene Sammlungen.


Gedenkstätten
Ehrengrab Zentralfriedhof; K.gasse (Wien X); V.-K.-Straße (Salzburg).
Ehrungen
Ehrenchormeister des MGV Favoriten 1907; Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens 1913; Bürger der Stadt Wien 1923; Prof.-Titel 1923; Ehrenchormeister des Schubertbundes 1926; Reg.rat 1928; Hofrat 1932; Ehrenmitglied der AKM 1933; Bürger der Stadt Salzburg 1933; Ehrenring der Stadt Wien 1938; Ehrenmitglied der Univ. Wien 1947; Ehrenbürger von Baden/NÖ 1948; zahlreiche Ehrenmitgliedschaften u. ausländische Auszeichnungen.
Schriften
Worte und Lieder eines alten Musikanten. Gedichte 1947; Klingendes Salzburg. Kleine Musikgeschichte der Mozart-Stadt 1951; Der Spielmann des Herrn. Der Salzburger Franziskanermönch Pater Peter Singer 1952; Generalbeichte eines achtzigjährigen Sängerführers. Autobiographie in 800 Knittelversen 1953; diverse Fachaufsätze.
Werke
Kirchenmusik (Missa solemnis op. 60, 1908 [s. Abb.]; zahlreiche Propriumsteile und dt. Motetten); rund 150 Duette, Terzette, Quartette und Chöre, v. a. für Männerstimmen; Wahlsprüche für Chöre; Lieder; Neuausgaben und Bearbeitungen von Werken von Leopold I., Schubert (Frühlingsglaube D 686, Heideröslein D 257, Allmacht D 852), Joh. und Jos. Strauß, A. Bruckner; Volksliedbearbeitungen; Nachlass A-Wn.
Literatur
H. Lutz, V. K. 1988; O. Dobrowolny, V. K. Leben und Wirken eines österreichischen Künstlers 1947; MGG 7 (1958); R. Fischer (Hg.), Dt. Chormeisterbuch 1925; F. J. Ewens, Lex. des dt.en Chorwesens 1954; Czeike 3 (1994); NGroveD 13 (2001); MaÖ 1997; Riemann 1959 u. 1972; Müller-Asow 1929; Fs. 50 Jahre „Wiedener Männerchor“ 1912; K. Dorn, Gedenkbuch des Männer-Gesang-Vereines „Favoriten“ 1912; Adametz (1943); Land der Chöre. Dokumentation über den Österr. Sängerbund 1991, 16; Ch. Böhm, 150 Jahre Wr. MGV. 1843–1993, 1993; R. Melchart, [Fs.] 100 Jahre Wiener Schubertbund 1863–1963,1963; K. Schnürl/F. Berg (Hg.), 100 Jahre Sängerbund für Wien und Niederösterreich 1964; SchubertL 1997; Dt. Volksbl. 5.12.1899, Abendausg., 4, 17.11.1910, 11; Neues Wr. Tagbl. 1.10.1904, 10, 20.2.1911, 10f, 28.10.1922, 5, 24.12.1923, 5; Neuigkeits-Welt-Bl. 4.4.1909, 10; Wr. Abendpost 15.5.1909, 4; Die Neue Ztg. 26.10.1909, 6; Salzburger Volksbl. 4.10.1926, 5; NFP 18.2.1928, Abendbl., 4; Salzburger Wacht 22.12.1933, 6; Salzburger Chronik 28.12.1933, 4; Wr. Ztg. 20.11.1947, 5; Taufbuch 1868–80 der Dompfarre Salzburg, fol. 165; Trauungsbuch 1899 der Pfarre St. Johann Evangelist (Wien X), fol. 542.


Marie (I; Maria Franziska Stefania, verh. Werner): * 26.12.1879 Salzburg, † 1.1.1966 Salzburg. Sängerin (Sopran und Koloratursoubrette). Studierte am Mozarteum Salzburg und an der Akad. der Tonkunst in München bei B. Bianchi; Unterricht auch bei Li. Lehmann in Berlin. Debüt 1903 in Salzburg (als Olympia in J. Offenbachs Hoffmanns Erzählungen), 1905–13 Mitglied der Hofoper in Dresden/D (Mitwirkung bei den Uraufführungen der Opern Salome und Der Rosenkavalier von R. Strauss). 1906 und 1910 trat sie bei den Salzburger Mozart-Festen auf, 1909 gastierte sie an der Wiener Hofoper. 1911 heiratete K. den Konzertsänger, Komponisten und Musikwissenschaftler Theodor Georg Wilhelm Werner (1874–1957). Nach 1913 lebte sie in Berlin und Hannover/D und war vor allem als Konzertsängerin tätig; immer wieder auch Auftritte in Österreich. Zuletzt wohnte sie wieder in Salzburg.


Literatur
K-R 1997; Müller-Asow 1929 [Werner-K.]; F. Jansa (Hg.), Dt. Tonkünstler u. Musiker in Wort u. Bild 1911; Salzburger Chronik 17.2.1903, 3, 3.4.1911, 4; NFP 20.4.1909, 13; Salzburger Volksbl. 18.2.1913, 9; Taufbuch 1868–80 der Dompfarre Salzburg, fol. 455.


Julius Wenzel Felix: * 20.11.1881 Salzburg, † 7.9.1914 Radostaw bei Wladimir Wolinsk/Wolhynien (Wolodymyr-Wolynskyj/UA) [gefallen, begr. 15.5.1916 Salzburg]. Lehrer und Musiker. Studierte 1902–06 an der philosophischen Fakultät der Univ. Wien und gehörte in dieser Zeit dem Akademischen Gesangverein an; 1901–03 auch Mitglied des MGV Favoriten und ca. 1904 des Wiedener Männerchores. Nach seiner Militärdienstleistung unterrichtete er zunächst kurzzeitig am Salzburger Mädchenlyzeum, ab 1909 war er supplierender Lehrer an der Staats-Unterrealschule in Wien V, neuerliches Mitglied des Wiedener Männerchores. 1910 wechselte er an die Staatsrealschule nach Teschen. Hier engagierte er sich im Musikleben und machte sich u. a. um die Wagner- und Gluckfeiern der Stadt und die Aufführung von R. Schumanns Der Rose Pilgerfahrt verdient.


Gedenkstätten
Ehrengrab Salzburg-Kommunalfriedhof.
Ehrungen
Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern 1917 (posthum).
Literatur
Dt. Volksbl. 27.3.1904, 12; Neues Wr. Tagbl. 4.7.1905, 9, 7.10.1914, 10, 13.5.1916, 5; Salzburger Volksbl. 2.1.1909, 6, 20.4.1916, 5, 5.7.1916, 6; Neues Wr. Abendbl. 8.3.1909, 6; Salzburger Chronik 16.5.1916, 4, 5.8.1917, 6; Wr. Ztg. 30.3.1917, 1; Jahresbericht der k. k. Staatsrealschule im V. Bezirke (Margareten) von Wien 35 (1909/10), 26, 36 (1910/11), 23, 41 (1915/16), 4; [Fs.] 100 Semester Akademischer Gesangverein in Wien 1858–1908, 1908, 224; K. Dorn, Gedenkbuch des Männer-Gesang-Vereines „Favoriten“ 1912, 62; Taufbuch 1880–91 der Dompfarre Salzburg, fol. 59.


Heinrich (I; Heinz) Paul Vincenz: * 5.4.1883 Salzburg, † 18.4.1932 Leonding/OÖ (Freitod). Bahnbeamter, Sänger, Chormeister. Nach seiner Militärzeit (1906: Leutnant der Reserve) trat er in die Dienste der Staatsbahnen, begann seine Tätigkeit 1907/08 in Lambach und kam anschließend nach Simbach/OÖ (1909/10). Ab 1910 bei der Bahndirektion in Linz. Teilnehmer am Ersten Weltkrieg (Eisenbahnkriegsdienst). Bereits 1902–07 war er Sänger beim Wiedener Männerchor, während dieser Zeit ist auch ein Gesangquartett der Brüder V., Jul., H. und M. K. belegt. 1913–32 gehörte er dem Linzer MGV „Sängerbund Frohsinn“ an, wo er 1919–24 neben bzw. in der Nachfolge von A. Göllerich Chormeister war. Ab 1919 Leiter und 1. Tenor des mit Unterbrechungen bis 1929 aufgetretenen K.-Quartetts. H. K. war auch Mitglied des Linzer Musikvereins und 1925–32 oberösterreichischer Hauptvertreter der AKM.


Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille 1917.
Literatur
Salzburger Volksbl. 2.1.1906, 5, 6.12.1909, 5, 4.7.1910, 3, 13.12.1917, 3; Neues Wr. Tagbl. 11.2.1906, 10, 7.3.1907, 9; Linzer Volksbl. 11.12.1907, 4, 28.6.1910, 5, 19.4.1932, 9, 20.10.1932, 4; [Linzer] Tages-Post 5.2.1908, 4, 3.7.1918, 2, 24.6.1919, 5, 5.7.1919, 5, 14.10.1919, 3, 28.5.1920, 4, 27.6.1921, 4, 4.4.1922, 5, 10.12.1923, 8, 2.10.1924, 6, 18.4.1932, Abendbl., 2, 20.4.1932, Abendbl., 2, 21.4.1932, Abendbl., 2, 25.4.1932, Abendbl., 3; Neues Wr. Journal 6.5.1915, 15; [Linzer] Tagbl. 22.11.1919, 4, 14.2.1920, 3, 11.7.1920, 3, 2.9.1925, 3; Salzburger Wacht 12.7.1920, 7; Frohsinn-Nachrichten 7 (1931/32), F. 7, 1; Taufbuch 1880–91 der Dompfarre Salzburg, fol. 112; Trauungsbuch 1905–15 der Pfarre Salzburg-Nonntal, fol. 138.


Karls (I) Söhne

Joseph (III): * 26.3.1888 Thomatal, † 2.11.1960 St. Gilgen/Sb. Lehrer, Musiker, Komponist. War ca. 1910/11 Lehrer in St. Johann im Pongau, wo er der Liedertafel angehörte und die Bürgerkapelle leitete. Bis 1912 Lehrer in Zederhaus/Sb, 1912–19 in Werfen/Sb (Chormeister der Liedertafel), ab 1919 in Pfarrwerfen/Sb. Ab 1921 Oberlehrer in Goldegg/Sb, hier ab 1924 auch Kapellmeister der Musikkapelle. 1927–38 Oberlehrer in Guggenthal/Sb und 1938–42 in Aigen-Vogelhub/Sb. 1944/45 war er provisorischer Schulleiter in Fuschl/Sb, Zinkenbach/Sb und Strobl/Sb, 1945–53 Oberlehrer in St. Gilgen. 1936–38 leitete K. die Trachtenmusikkapelle Koppl/Sb, während des Krieges die Musikkapelle Strobl und 1948–54 die Liedertafel St. Gilgen. Zuletzt war er noch Organist in Zederhaus.


Werke
Rodelmarsch, Walzer Liebesgöttin.
Literatur
Koppler Gemeindeztg. Nr. 7/2014, 2; Salzburger Volksbl. 17.11.1910, 8, 27.1.1911, 12, 14.5.1914, 8, 22.6.1921, 3; [Linzer] Tages-Post 22.10.1912, 11; Salzburger Chronik 29.5.1919, 5, 9.7.1927, 6; Salzburger Wacht 5.10.1920, 7; Taufbuch der Pfarre Thomatal 1856–92, fol. 105; www.sn.at/wiki (11/2018).


Karl (II; Carl Borromäus): * 26.3.1888 Thomatal, † 7.9.1914 Ottenhausen/Galizien (Satoka/UA) [gefallen]. Lehrer, Chorleiter, Sänger. War 1905 bereits Chormeister der Liedertafel „Sängerlust“ in St. Johann im Pongau, wo er bis 1910 als Lehrer wirkte. 1910–12 Schulleiter in Goldeggweng/Sb und 1912–14 Lehrer in Badgastein/Sb. K. K. betätigte sich im Vereinswesen seiner Zeit (Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr Goldeggweng, Mitglied des Volksbildungsvereins St. Johann im Pongau und des Turnvereins Badgastein) und dürfte auch komponiert haben. Als humoristischer Sänger trat er mit seinem Vater und Bruder auf.


Literatur
Salzburger Volksbl. 14.6.1905, 3f, 20.4.1909, 9, 26.4.1910, 9, 27.1.1911, 12, 14.5.1914, 8, 12.2.1915; Salzburger Wacht 1.4.1912, 4; Salzburger Chronik 30.1.1909, 3, 8.10.1914, 7, 15.10.1914, 5; Taufbuch der Pfarre Thomatal 1856–92, fol. 105; www.sn.at (11/2018); eigene Recherchen (Fromme’s Feuerwehrkalender).


Antons Tochter

Maria (II) Katharina (Mizzi): * 2.4.1892 Salzburg, † 30.8.1977 Neureichenau, Bayern/D. Sängerin (Sopran). Sang bereits als Kind in der Salzburger Kollegienkirche, wo ihr Vater als Chorregent wirkte. Ausbildung 1912–16 am Mozarteum Salzburg bei Ella Kolleit sowie bei deren Mann F. Gruber (II). Sie trat in der Folge v. a. als Kirchen- und Oratoriensängerin in Salzburg in Erscheinung (regelmäßig bei den Domkonzerten und bis 1938 bei den Salzburger Festspielen); Lieder- und Arienabende. Opernpartien sang sie nur in Aufführungen des Salzburger Marionettentheaters. Seit 1922 verheiratet mit dem Salzburger Gymnasialprofessor Max Gehmacher (* 22.9.1887 Ried im Innkreis/OÖ, † 1.10.1964 Salzburg?), der Chormeister des Salzburger Volksliedchores sowie des Salzburger Sängerbundes war und sie auch bei ihren Liederabenden am Klavier begleitete.


Literatur
K-R 1997; Müller-Asow 1929 [Gehmacher-K.]; Taufbuch 1873–92 der Pfarre Salzburg-Nonntal, fol. 363; Trauungsbuch 1913–31 der Pfarre Maria Wörth/K, fol. 14; www.sn.at (11/2018).


Viktors Sohn

Robert Franz Victor Marie: * 10.8.1901 Wien, † 13.9.1980 Klagenfurt (begr. Salzburg). Komponist, Dirigent, Pianist. Ausbildung zunächst bei seinem Vater, 1917–19 studierte er Klavier an der damaligen MAkad. in Wien bei J. Hofmann und K. Proháska (Nebenfächer bei R. Stöhr und Josef Meyer); Staatsprüfung für Klavier 1929. Daneben 1919–25 Studium an der TU Wien (Dipl.-Ing.). Nach eigenen Angaben studierte K. ca. 1930 auch Komposition bei M. Springer und legte die diesbezügliche Reifeprüfung ab (beides archivalisch jedoch nicht belegbar). Von seinem Vater gefördert, unterstützte er diesen 1917–22 als Organist an St. Elisabeth (Wien IV) und 1922–25 an St. Johann Evangelist (Wien X) sowie 1922–25 als Korrepetitor beim Schubertbund. 1925–30 Musikdirektor in Bielitz-Biala (Bielsko-Biała/PL) und 1930–39 Leiter des Brucknerkonservatoriums in Linz, danach Lehrer an der dortigen Staatsgewerbeschule; 1931–41 auch Chormeister des MGV „Sängerbund Frohsinn“. 1941–66 war K. Direktor des Kärntner Landeskonservatoriums in Klagenfurt. Er war auch als Kammermusiker und Liedbegleiter tätig und machte sich um die Förderung junger Komponisten in Kärnten verdient (u. a. G. Mittergradnegger, U. Jürgens). Als Komponist zunächst unter dem Einfluss von R. Strauss stehend, wandte sich K. später einer linearen Schreibweise zu und verwendete ab 1956 auch Mittel der Zwölftontechnik.


Ehrungen
Prof. h. c. 1933; Reg.rat 1951; Hofrat 1966; Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1972; Kulturpreis des Landes Kärnten 1978.
Schriften
Die Aussprache im Gesang. Ein Unterrichtsbehelf für Sänger, Chorleiter und Schulmusiker 1965.
Werke
Opern (Verena 1938, Nanette 1941); Instrumentalmusik; Kirchenmusik (Cäcilienmesse 1974); Chorwerke (Auferstehung op. 17, 1932); Kantate In Dorf und Land 1959; Lieder; Nachlass A-Wn.
Literatur
MGG 7 (1958); Riemann 1959 u. 1972; Müller-Asow 1929; Kürschner 1954; Goertz 1979; A. Wilhelmer in Die Brücke 8/4 (1982); Österreich-Lex. 2001; MaÖ 1997; Radio Wien 18.1.1929, Bilderbeilage, II, 3.1.1930, 12, 11.5.1930, 23; [Linzer] Tages-Post 30.4.1930, 7; Salzburger Chronik 9.7.1927, 6; Frohsinn-Nachrichten 9 (1933/34), F. 11/12, 1f, 16 (1941), F. 5/6, 1; Taufbuch 1901 der Pfarre St. Johann Evangelist, fol. 416; Mitt. Archiv MUniv. Wien (11/2018).


Franz’ Sohn

Heinrich (II) Franz Maria: * 28.6.1906 Wien, † 31.8.1945 Woldenberg/D (Dobiegniew/PL). Lehrer und Musiker. Absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Diplomkaufmann, studierte dann jedoch Geographie und wurde 1929 in Innsbruck zum Dr. phil. promoviert. Er unterrichtete mindestens 1930–43 am Realgymnasium in Berndorf/NÖ. Während dieser Zeit musikalisches Engagement in Berndorf (Cellist) und Gutenstein/NÖ (Raimund-Spiele). Seine Frau, die ebenfalls promovierte Mittelschullehrerin Friederika Wilcke (* 11.3.1903 Wuppertal-Elberfeld/D, † nach 1949 [Ort?]), war auf kulturellem Gebiet führend in der NS-Frauenschaft tätig.


Schriften
Die Landwirtschaft von England u. Wels 1933 [Druckfassung der Diss.].
Werke
Musik zu einem Raimund-Spiel von Kurt Eigl 1936.
Literatur
Salzburger Chronik 16.7.1929, 4; Triestingtaler u. Piestingtaler Wochen-Bl. 20.6.1931, 2, 30.4.1932, 3; Badener Ztg. 15.7.1936, 4, 7.4.1932, 3, 11.12.1943, 3, 2.2.1944, 4, 21.6.1944, 3; Salzburger Volksbl. 18.7.1936, 9; Salzburger Tagbl. 3.10.1946, 5; A. Mudrich in Mitt. d. Ges. f. Sbg. Lk. 95 (1955); Taufbuch 1905–06 der Pfarre St. Elisabeth (Wien IV), fol. 33; Trauungsbuch 1928–31 der Dompfarre Salzburg, fol. 262; Mitt. Univ.archiv Innsbruck (Philosophische Dissertationsgutachten 1873–1965).

Autor(en)
Christian Fastl
Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Art. „Keldorfer, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 18/02/2019]