Kleinheinz, Franz Xaver
get. 26.6.1765 Nassenbeuren bei Mindelheim/D, † 29.1.1832 Budapest. Pianist, Komponist. Da der Sohn eines Kaufmannes bald musikalisches Talent zeigte, erhielt er bereits während seiner Schulzeit eine gründliche Ausbildung. Nach Abschluss des Gymnasiums zog K. nach München, wurde bald ein angesehener Klavierlehrer und bekleidete am Münchener Hof Karl Theodors die Stellen eines Rates bzw. geheimen Sekretärs. Nach dem Tod des Kurfürsten ging K. 1799 nach Wien, um bei J. G. Albrechtsberger seine Kenntnisse zu vervollständigen; auch hier war K. bald ein v. a. in Kreisen des Adels gefragter Klavierlehrer (Therese und Josephine Brunsvick, G. Guicciardi). K. scheint ebenfalls mit L. v. Beethoven bald bekannt geworden zu sein, der sich lobend über K. äußerte. 1804 auf Konzertreise in St. Petersburg/RUS floh K. kurz nach seiner Rückkehr nach Wien 1805 vor den heranziehenden Franzosen nach Budapest. Hier war er anfangs Musiklehrer der Erzherzöge Ludwig und Rudolph und scheint für einige Zeit in den Diensten der Familie Brunsvick gestanden zu haben bzw. Kapellmeister in Brünn gewesen zu sein. Nach 1810 kehrte K. wieder nach Wien zurück und komponierte auf Auftrag von Ferdinand Graf Pálffy die komische Oper Der Feenkrieg, die jedoch nicht zur Aufführung kam. 1814 folgte er einem Ruf als Kapellmeister an das deutsche Theater in Pest und Ofen (Budapest), an dem er bis 1824 verblieb. In den letzten Lebensjahren konnte er wegen Krankheit seinem Beruf nicht mehr nachgehen. Die Werke von K. wurzeln in der Tradition der Wiener Klassik, doch lassen v. a. die Klaviersonaten den Einfluss Beethovens spüren; kennzeichnend sind auch ein hohes technisches Können und ein weiter musikalischer Horizont.
W: 2 Messen; La passione di Gesù Cristo (Oratorium); Die Huldigungsfeier (Kantate); 7 Bühnenwerke (Harald, Hamlet, Der Käfig, Das Fest der Weihe, Zryny, Die Schauernacht, Der Feenkrieg); Lieder, 1 Klavierkonzert; Kammermusik; Klavierwerke; Bearbeitungen.
Lit: MGG 7 (1958); ÖBL 3 (1965); Wurzbach 12 (1864).


ETH  
[ Zuletzt aktualisiert: 2012/01/25 16:22:34 ]

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Quelle: Österreichisches Musiklexikon, Kommission für Musikforschung
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