Logo IKM
OeML Schriftzug
Logo OeML
Logo Verlag

Klier, Klier, true Karl Magnus
* 1892-12-077.12.1892 Wien, † 1966-09-2929.9.1966 Wien. Volksschullehrer, Volksliedforscher. Wollte zunächst Opernsänger werden, gewann frühe musikalische Erfahrungen im Österreichischen Wandervogel und war bis zu seiner Pensionierung Lehrer, wobei er sich in seiner Freizeit mehr und mehr der Volksliedforschung widmete. Er engagierte sich im Deutschen Volksgesang-Verein, später auch im nach dem Krieg wiedergegründeten Österreichischen Volkslied-Unternehmen (Volksliedwerk) und war langjähriger Mitarbeiter und Mitherausgeber der Zeitschrift Das deutsche Volkslied (1930–49) sowie des Jahrbuches des Österreichischen Volksliedwerkes (1957–66). Im Österreichischen Volksliedwerk war er 1955–65 ehrenamtlicher Leiter des Zentralarchivs, dessen Aufbau und wissenschaftliche Erschließung, u. a. durch ein Melodieregister, er maßgeblich beeinflusste. Seine Hauptleistung ist die Entwicklung einer quellenkundlich fundierten Volksliedforschung in Österreich, die ihren Niederschlag in instrumentenkundlichen Darstellungen fand, wie auch in der Erfassung historischer Liedquellen, insbesondere auch des geistlichen Liedgutes. In Ergänzung zur vorwiegend philologischen Betrachtungsweise J. Pommers verfolgte er auch kontextbezogene Themen wie Neujahrssingen, Totenwachtlieder, Kinderlieder, Weihnachtslieder u. a. und widmete sich auch häufig der Instrumentalmusik. Seine hauptsächlichen Forschungsregionen waren Wien, Niederösterreich und das Burgenland, doch griff er in vielen Arbeiten weit darüber hinaus. Als einer der ersten österreichischen Volksmusikforscher befasste er sich mit der damals neu entwickelten phonographischen Tonaufnahmetechnik. Er publizierte zahlreiche Volksmusikquellen für die Pflege; nachhaltige Wirkung erzielte er in den 1930er Jahren mit der Sendereihe Wir lernen Volkslieder auf Radio Wien, die ihrerseits wieder Laien zum Einsenden überlieferter Lieder ermunterte.
Ehrungen
Prof.-Titel 1955; Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Burgenland; Goldenes Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich; Stelzhamer-Plakette des Landes Oberösterreich; Raimund-Zoder-Medaille 1966.
Schriften
gem. m. R. Zoder, Volksweisen für 2 Querflöten und kleine Trommel 1927; Volkstümliche Querpfeifen und die Maultrommel in den österr. Alpen in [Kgr.-Ber.] Beethoven Wien 1927; Bericht über phonographische Aufnahmen österr. Volksmusik 1929; Neue Anleitung zum Schwegeln 1931; gem. m. R. Zoder, 30 Neue Volkslieder aus dem Burgenlande 1931; gem. m. R. Zoder, 30 Volkslieder aus Niederösterreich 1932; Haydn und das Volkslied seiner Heimat in Burgenländische Heimatbll. 1 (1932); Das Volksliedthema eines Haydn-Capriccios in Das dt. Volkslied 34 (1932); Die Schwegel oder Seitenpfeife. Ein alpenländisches Volksinstrument in Lied und Volk 3 (1933); Volkslieder aus Niederösterreich 2 (1934); Wir lernen Volkslieder 1–4 (1935–38); Schatz österr. Weihnachtslieder 1–6 (1936–40); Wir lernen Weihnachtslieder 1936; Alte Pfeifer-Märsche für 2 Pfeifen und Trommel 1937; gem. m. V. Korda, Volkstümliche Musik Wr. Meister 1937; Volkslieder aus dem Hörerkreis des Wr. Senders in Das dt. Volkslied 40 (1938); gem. m. V. Korda, Volksmusik aus Steiermark und Burgenland 1938; gem. m. V. Korda, Volksmusik aus Oberösterreich 1938; gem. m. V. Korda, Spielmusik aus Deutsch-Mähren. Hochzeitsmusik aus der Iglauer Sprachinsel (1819), 1938; gem. m. V. Korda, Sudetendt. Volksmusik 1939; gem. m. V. Korda, Tiroler Volksmusik 1940; Volkslieder aus dem Waldviertel 1943; gem. m. V. Korda, Volksmusik aus Kärnten 1943; gem. m. V. Korda, Volksmusik der Deutschen im Südosten 1943; 50 Wr. Dudler 1945; Hochzeitslieder aus Osttirol in A. Dörrer/L. Schmidt (Hg.), [Fs.] H. Wopfner 1947; Flugblatt-Lieder aus dem Burgenland in Burgenländische Heimatbll. 12 (1950); Die weltlichen Lied-Flugblattdrucke von Philipp Krausslich in Urfahr-Linz (1861–1892) in Jb. der Stadt Linz 1952; Österr. Pilotenschlägerlieder in JbÖVw 1 (1952); Einige Wr. Drucker von Lied-Flugblättern 1780–1880 in JbÖVw 2 (1953) u. 3 (1954); Das Neujahrssingen im Burgenland 1950; Innsbrucker Lied-Flugblätter des 17. Jh.s in JbÖVw 4 (1955); Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen 1956; Die „Steirischen Alpensänger“ um 1830 in JbÖVw 5 (1956); „Linzer Geiger“ und „Linzer Tanz“ im 19. Jh. in Histor. Jb. der Stadt Linz 1956; Entwurf zur Anlage eines Melodie-Registers [Ms. 1956]; gem. m. A. Riedl Lieder, Reime und Spiele der Kinder im Burgenland 1957; Volkslied-Ernte auf Schloß Burgstall in JbÖVw 7 (1958); Historische Lieder des 18. Jh.s aus Österreich. Zugleich ein Beitrag zur Metrik des Volksliedes in JbÖVw 8 (1959); gem. m. A. Riedl, Lied-Flugblattdrucke aus dem Burgenland 1958;Linz im Liede (Nachträge) in Histor. Jb. der Stadt Linz 1960; Ein Ehestreitlied des 18. Jh.s und seine Verbreitung in JbÖVw 10 (1961); Allgemeine Bibliographie des Burgenlandes 5: Volkskunde 1965; Eine Kalamaika aus Eisenstadt in JbÖVw 14 (1965); Von den Volksinstrumenten der Südslawen in ÖMZ 20 (1965); Weihnachtslieder und Hirtenspiele aus Kärnten in Beiträge zur Volksliedforschung in Kärnten 1967; Vom Volkslied in Oberösterreich in Volkskultur in Oberösterreich (1966/67); (Hg.), Volksleben im Land um Wien. Bräuche und Trachten. Schilderungen in Wort und Bild von Johannes Mayerhofer 1969.
Literatur
W. Deutsch in JbÖVw7 (1958) u. 10 (1961); L. Schmidt in JbÖVw 12 (1963) u. 16 (1967); H. Jeglitsch in Der fröhliche Kreis 57/4 (2007).

Autor(en)
Gerlinde Haid †
Empfohlene Zitierweise
Gerlinde Haid †, Art. „Klier, Karl Magnus‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]

MEDIEN
Wissenschaft und Kunst in der dt. Ostmark 1938, 860
Wissenschaft und Kunst in der dt. Ostmark 1938, 860
HÖRBEISPIELE

Schlafe mit Rueh, Wiegenlied aus Abfaltersbach, um 1790 aus K. M. Klier, Weihnachtslieder und Hirtenspiele aus Tirol und Vorarlberg, um 1935
© 2014 Institut für Tiroler Musikforschung Innsbruck

GND
Weiterführende Literatur (OBVSG)

ORTE
Orte
LINKS
Bayerisches Musiker-Lexikon Online


Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen

Publikationen zur Musikforschung im Verlag