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Klosteroperette
Besonders in Klöstern gepflegte musikdramatische Gattung des 18. Jh.s. Nach dem Rückgang und schließlich Verbot der Schuldramen in Österreich und Salzburg pflegten die schulerhaltenden Klöster (Klosterkultur) die dahin als Interludien (Intermedien) verwendeten musikdramatischen Gattungen als K. im außerschulischen Bereich weiter. Die ältere Tradition der Opern-Farce nach dem Vorbild der lateinischen Operetten F. X. Brixis orientierte sich musikalisch an der opera buffa. Ihr gehört z. B. Der Baßgeiger von Wörgl von M. Haydn an. Eine durch die Dichtungen M. Lindemayrs bedeutend gewordene Sonderform entstand aus dem Singspiel über Sujets der bäuerlichen Gesellschaft im Gefolge der Hochzeit auf der Alm von P. F. Reichssiegel und M. Haydn. Querverbindungen bestanden auch zum Quodlibeticum in der Art J. G. Zechners, das sich von der K. durch seine einteilige Form unterscheidet. Die Sprache der K. ist deutsch; die Texte stammen von Ordensdichtern oder aus dem deutschen Repertoire (Christian Felix Weiße). Komponisten sind in der Regel Ordenskomponisten oder mit dem Kloster verbundene Personen, wie A. Diabelli, P. E. Angerer, P. M. Stadler, F. Aumann, J. G. Zechner, M. Haydn, F. X. Süßmayr. Die Aufführungsanlässe beschränkten sich auf klosterinterne Feste (Abtwahl, Geburtstage) und den Fasching. Die Entwicklung der Gattung wurde nach einer ersten Dekade durch die Klosteraufhebungen unter Joseph II. unterbrochen und endete nach einer zweiten, schwächeren Phase um 1800.
Literatur
J. Haider, Die Gesch. des Theaterwesens im Benediktinerstift Seitenstetten in Barock und Aufklärung 1973, 131–170; MGÖ 2 (1995).

Autor(en)
Petrus Eder
Empfohlene Zitierweise
Petrus Eder, Art. „Klosteroperette‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]