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Knessl, Knessl, true Lothar
* 1927 -04-1515.4.1927 Brünn (Brno/SK). Journalist, Musikschriftsteller, Kurator, Komponist. Besuchte in Brünn das Realgymnasium und das Konservatorium (Klavier); nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft seit 1947 wohnhaft in Wien. Studierte 1950–56 Musik- und Theaterwissenschaft und belegte Kompositionskurse an der Wiener MAkad. bei E. Krenek; besuchte 1957–60 die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. 1960–67 Kulturredakteur der Tageszeitung Neues Österreich, seit 1967 Gestalter der Hörfunk-Sendereihe Studio Neuer Musik (Zeit-Ton). 1967–71 Disponent der Wiener Staatsoper und Redakteur der Programmhefte; 1971–86 Leiter des Pressebüros der Österreichischen Bundestheater und alleinverantwortlicher Redakteur für die Programmhefte. Seit 1986/87 Lehrbeauftragter für Musikgeschichte des 20. Jh.s am Wiener Institut für Musikwissenschaft; 1986–91 Pressereferent der Staatsoper und Redakteur der Programmhefte sowie der Monatsschrift Wiener Staatsoper aktuell. Seit 1988 Programmbeirat und Redakteur des Musikfestivals Wien Modern. 1991 Pensionierung, danach Juror und Beirat in verschiedenen Gremien; 1992–2000 Präsident der Österreichischen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM); 1993–96 Musikkurator des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. 1994–2001 Präsident des music information center austria (mica), seit 2001 dessen Kuratoriums-Vorsitzender. In seinen Kompositionen treten durch die Begegnung mit der Musik von Paul Hindemith, Belá Bartók und Igor Strawinsky bedingte neoklassizistische Elemente (Klassizismus) bald zugunsten einer tonalitätsfreien, auf variativer Motivik basierenden Gestaltung zurück, die sich schließlich der Zwölftontechnik annähert.
Ehrungen
Prof.-Titel 1988.
Werke
Kantate für Soli und großes Orch. (nach Alfons Petzold) (1952/53), Kleine Geschichte /rondo capriccioso/ (nach Christian Morgenstern) für hohe (mittlere) Stimme und Kl. (1952/57), Motetto I per il Natale und Motetto II per la Pasqua für 8-st. gem. Chor a cappella (1953/54); nach J. Ringelnatz: 3 Humoresken für 4-st. Knabenchor (1954), Der Globus, für 8-st. gem. Kammerchor, Picc.-Fl. u. Schlagw. (1954), Die Weihnachtsfeier des Seemannes Kuttel Daddeldu, für 8-st. gem. Chor, 1 Pfeifstimme u. 2 Perc. (1954), Propria per coro à 4 voci e organo (1955/56), Großer Vogel für 4-st. Frauen-Doppelquartett (1956), 3 Chansons demi-triste für Bariton und Kl. (1958).
Schriften
Versuch, sich Friedrich Cerha zu nähern in F. Cerha, Schriften. Ein Netzwerk 2001; Das Dezennium des großen Aufbruchs sowie Die österreichische Kolonie in R. Stephan (Hg.), Von Kranichstein zur Gegenwart, 50 Jahre Darmstädter Ferienkurse 1996; Gespräch VII: L. K. (23.06.93). Darmstadt 1957–1960 in M. Grassl (Hg.), Darmstadt-Gespräche 1996; Bröcklige österreichische Musiklandschaft in O. Breicha (Hg.), Österreich zum Beispiel 1982; Aus der „Reihe“. Musik nach 1950 in K. Sotriffer (Hg.), Das größere Österreich 1982; gem. m. F. Grasberger, Hundert Jahre Goldener Saal. Das Haus der Gesellschaft der Musikfreunde am Karlsplatz 1970; Ernst Krenek 1967; Musik im Biedermeier. Kulturhistorisches Feuilleton mit 7 beigelegten Schallplatten [o. J.]; Humor am Rand der Notenlinien. Karikatur, Parodie, Satire im Zeichen der Musik [o. J.]; Beiträge für Zss. wie Neues Forum, Heute, Opernwelt, Theater heute, Melos, NZfM, ÖMZ.
Literatur
H. Rögl et. al. (Hg.), L. K. 2002; NGroveD 13 (2001); G. W. Gruber in ÖMZ 48/12 (1993).

Autor(en)
Michael Aschauer
Empfohlene Zitierweise
Michael Aschauer, Art. „Knessl, Lothar‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]