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KoerberKoerbertrue (eig. Körber, geb. Walter, Maria Clara), Marie von (Pseud. Kiesel-Marie)
* 1851 -08-2525.8.1851 Wien, † 1926 -10-1010.10.1926 Wien. Volkssängerin. Über die Ausbildung der unehelichen Tochter einer Clara W. ist nichts bekannt. Als Natursängerin sang sie in jungen Jahren erfolgreich bei verschiedenen Wiener Heurigen, zunächst bei geschlossenen Gesellschaften, bald öffentlich und ab 1872 beruflich. Von ihrem langjährigen Duettpartner, dem Fleischhauer Kiesel, stammt ihr Pseudonym (belegbar ab 1887). Mit ihm sang sie sog. Weana Tanz mit Jodlern. Weitere Auftritte u. a. mit dem Schrammel-Quartett, dem Fiaker J. Bratfisch (Fiakersänger) und dem Brandmaier-Pepi. 1885 wurde sie Volkssängerin und debütierte in der Gesellschaft Dreher (F. Koblassa) und Weigl in Hernals (Wien XVII). Später sang sie u. a. in den Gesellschaften von Edi und Biedermann und E. Guschelbauer, wobei sie sich vermehrt auf Jodler spezialisierte, mehrfach preisgekrönt als „Salonjodlerin“ angekündigt wurde, später auch als „Königin aller Jodlerinnen“. Auftritte auch außerhalb Wiens, etwa 1890 in Linz, 1892 und 1897 in Graz, 1898 in Salzburg und Bad Reichenhall/D, 1902 in Teplitz-Schönau sowie in den Salons der Aristokratie. 1892 sang sie bei der Internationalen Ausstellung für Musik und Theaterwesen in Wien, 1893 Gastspiel in den USA, wo sie bei der Weltausstellung in Chicago erfolgreich auftrat. Im November 1894 gründete sie eine eigene Volkssängergesellschaft. Der Schauspieler und Sänger Hans (eig. Johann Moritz Ernst) v. Koerber (eig. Körber, * 9.1.1872 Wien, † 7.5.1939 Wien), mit dem sie ab etwa 1895 als „Original Wiener Duettisten“ auftrat und den sie am 1.9.1897 heiratete (Trauzeugen: A. Gruber und K. Hauser), wurde 1897 deren Leiter („Elite-Gesellschaft Koerber u. Kiesel-Marie“). Gastspiele führten die Gesellschaft nach Deutschland, in die Schweiz, nach Frankreich (Pariser Weltausstellung 1900) und 1901 in die USA. Zuletzt dürfte K. noch am 6.1.1926 anlässlich des 75. Geburtstages ihres Trauzeugen K. Hauser öffentlich aufgetreten sein.
Literatur
Czeike 3 (1994) [Kiesel]; J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter u. neuer Zeit 1931; R. Sieczynski, Wr. Lied, Wr. Wein, Wr. Sprache 1947; ÖBL 4 (1969); Hauenstein 1976; S. Schedtler (Hg.), Wienerlied und Weana Tanz 2004; Reichspost 11.10.1926, 4; Neues Wr. Journal 31.3.1895, 14, 3.12.1895, 4, 18.4.1897, 20; Illustrirtes Wr. Extrabl. 20.3.1902, 7; Kikeriki 3.1.1897, 8, 14.3.1897, 11, 18.4.1897; Der Humorist 4.9.1885, 6; Wr. Bilder 18.2.1900, 6; Trauungsbuch der Pfarre Altottakring (Wien XVI) 1897, fol. 300; Taufbuch der Pfarre St. Leopold (Wien II) 1851, fol. 433; Taufbuch der Pfarre Rossau (Wien IX) 1870–1872, fol. 200; eigene Recherchen.

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Koerber (eig. Körber, geb. Walter, Maria Clara), Marie von (Pseud. Kiesel-Marie)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 23/03/2016]