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Komödienhaus (Theater auf der Cortina)
Hölzerner Theaterbau, aufgrund eines Dekrets (20.2.1666) Leopolds I. in Hinblick auf die Hochzeitsfeierlichkeiten mit der spanischen Infantin Margarita Teresa durch L. Burnacini auf der Kurtine der Wiener Burgbastei (heute daher auch „Theater auf der Cortina“) in unmittelbarer Nähe zur Hofburg in ihrer damaligen Form (heute ungefähr auf dem Gelände des sog. Bibliothekshofes hinter dem Prunksaaltrakt der Hofburg) errichtet. Erst mit Verspätung im August 1667 fertiggestellt, wurde es aus Anlass des Geburtstags der Kaiserin am 12. und 14.7.1668 mit Il pomo d’oro von A. Cesti eröffnet. Das K. war das erste freistehende Theatergebäude Wiens. Außen eher an eine Scheune erinnernd, war es im Inneren mit Pappmaché, Leinwand, Gips, Farbe und Stoffen prunkvoll ausgestattet. Die drei Logenränge waren jedoch nicht im Oval oder Halbrund angeordnet, sondern dem eckigen Grundriss entsprechend parallel bzw. rechtwinkelig zum Bühnenportal (vgl. den Kupferstich von Frans Geffels aus dem Libretto von Il pomo d’oro, s. Abb.). Mit ca. 1000 Plätzen und Außenmaßen von 65 x 27 Metern war das K. eines der größten seiner Zeit. Nach der Eröffnung wurde das K. jedoch nur mehr selten für Stücke, die eine komplizierte Bühnenmaschinerie erforderten, verwendet (gesichert ist die Aufführung nur für drei weitere Opern). Zu Beginn der zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683 wurde das K. wegen seiner exponierten Lage und der leichten Brennbarkeit seiner Baumaterialien abgetragen.
Literatur
Lit. H. Seifert, Der Sig-prangende Hochzeits-Gott 1988; Seifert 1985; Czeike 3 (1994).

Autor(en)
Elisabeth Th. Hilscher
Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Komödienhaus (Theater auf der Cortina)‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 06/05/2001]